Beiträge von Angela

    Hallo Liftosome,


    schlechte Gutachterbewertungen im Netz gibt es zu Hauf, Lob wenige. Das liegt in der Natur der Sache, dass zufriedene Leute selten ihre Zufriedenheit breit treten und geschädigte Leute gerne ihr Herz auf der Zunge tragen.


    Sehr einseitig also.


    Nichts desto trotz sind Gutachter, die vom Versicherer beauftragt werden, oft durchaus kritisch zu sehen. Aber jeder muss da seine eigenen Erfahrungen machen. Geh also unbefangen hin und schau, was bei rauskommt. Wenn das komisch wirkt, dann bleibt dir nichts anderes übrig als es a) hinzunehmen und b) es fachmännisch überprüfen zu lassen. Schlechte Gutachtern haben nämlich meist den Vorteil, dass sie angreifbar sind. Dafür entstehen dann aber natürlich Rechtsvertretungskosten und du musst abwägen, ob und was du da investieren möchtest.


    Vielleicht ist der Gutachter ja auch ganz nett und fähig und bewertet dich fair. Auch das gibt es nämlich.


    Viel Glück
    Angela

    Hallo,


    zur Öffnungsaktion muss man folgendes wissen: Versicherungsmakler bekommen im Regelfall keine Courtage, arbeiten also für lau - das hast du schon richtig recherchiert. Manche wenige zahlen wohl ein bißchen was - war zumindest früher so, ob immer noch, weiß ich nicht UND Öffnungsaktion kann nicht jeder UND Öffnungsaktion hat Nachteile: Wenn ein Normalantrag möglich ist, ist dieser im Regelfall vorzuziehen, auch ggf. mit Risikozuschlag.


    Risikovoranfragen beantwortet meines Wissens nahezu jeder Versicherer, wenn sie von einem Makler kommen.


    Such noch einmal weiter nach einem Versicherungsmakler, der sich auf Beamte spezialisiert hat und auch mit Öffnungsaktionen Erfahrung hat (richtig ist nämlich auch, dass Risikovoranfragen und Probeanträge schadlos sind, ein echter Antrag der Öffnungsaktion aber schadet.


    Alternativ gibt es auch Versicherungsberater (auch da gibt es nur wenige, die sich mit dem Thema gut auskennen und das anbieten) und diese Dienstleistung ist dann honorarpflichtig.


    Viel Erfolg
    Angela

    Hallo Garfield,


    es gibt auch noch professionelle Tarifwechselanbieter, die per Festpreis arbeiten. Die Versicherungsberater, die Mitglied im Bundesverband sind, sollten das - sofern die Beratungsdienstleistung angeboten wird - so handhaben, da es den Mitgliedern satzungsgemäß nicht erlaubt ist, auf Erfolgshonorar zu arbeiten.


    Ansprechpartner sind hier zu finden: http://www.bvvb.de


    Manchmal ist es aber halt so, dass ein Tarif nicht optimierbar ist oder wenn, dann nur zu erheblichen Leistungseinschränkungen. Ob das dann noch interessant ist, wäre dann Thema der Beratung.


    Rechtsanwälte werden bei Optimierungen kaum behilflich sein können, da sie im Regelfall nicht über entsprechende Tools verfügen, die die Tarifgesamtheit der Unternehmen auflisten. Das braucht man schon, ob mögliche Zieltarife zu finden. Natürlich könnte ein Anwalt dabei helfen, dass der Versicherer überhaupt mal seinen Pflichten nachkommt - das kann aber ein Versicherungsberater genauso gut und der hat - wenn er eben diese Dienstleistung anbieten - auch den entsprechenden Zugang zu den Programmen.


    Viel Erfolg bei der Suche
    Angela

    Hallo,


    die Frist beginnt dann, wenn alle Unterlagen, die zur Beurteilung der Invalidität benötigt werden, vorliegen. Leider können die Versicherer da durchaus mächtig "ziehen", weil ggf. halt eben noch nicht alle nötigen Unterlagen vorliegen. Wenn die Unterlagen seit November vorliegen, muss es aber auch dort erst einmal bearbeitet und ggf. noch zum medizinischen Dienst weitergeleitet werden. Wie lange es nun schlussendlich noch dauert, bis eine Leistungsentscheidung ergeht, kann daher nur der Versicherer selbst beantworten. Einfach mal nach dem Sachstand anfragen.


    LG
    Angela

    Huhu,


    Das ist gelebte Praxis. Leider.


    Der Versicherungsmakler muss in einem solchen Fall nichts aussagen bzw. wird auch nicht gefragt. Beim Versicherungsmakler ist das Thema nur bei Vertragsabschluss maßgeblich. Und wenn der Versicherungsmakler für seinen Kunden aussagt, dann verliert er maximal die Anbindung an einen Versicherer. Bedient er ihn halt nicht mehr.


    Wenn Dreck am Stecken ist, der Fehler also beim Vermittler liegt, dann ist es aber in der Tat fast egal, ob Vertreter oder Makler. Beide werden tendenziell eher versuchen, sich selbst reinzuwachsen. Stichwort: Vermögensschaden-HV des Maklers.


    Das ist aber nicht hier das Thema. Das Thema hier ist: Auffallen der vvA während der Vertragslaufzeit.


    Natürlich muss man aber auch zwischen Einfirmenvertreter und Mehrfachagent unterscheiden. Klar. Das werden die Einfirmenvertreter jetzt aber auch wieder anders sehen. ;);)


    Vertrauen ist das A und O neben der fachlichen Kompetenz. Und die finden wir in allen Berufsgruppen (oder eben halt auch nicht)


    LG
    Angela

    Bitte einmal runterkommen und die Antwort fallbezogen lesen. :)


    Das hat weder was mit Qualifikation zu tun, noch mit der Frage, wer nun seine Arbeit ordentlich macht oder nicht.


    Im Falle der vorvertraglichen Anzeigepflicht ist es aber für den zu Beratenden durchaus von großer Wichtigkeit, ob er mit jemandem spricht der grundsätzlich (rein statusmäßig) im Lager des Versicherers steht oder im Lager des Versicherungsnehmers. Beide Berufsstände haben ihre Vor- und Nachteile.


    Und wenn man sich für einen Berufsstand entschieden hat, dann ist es nun einmal so, dass man auch mit den Nachteilen einfach zu leben hat und sich die auch unter die Nase halten lassen muss. Das muss man aushalten können, ohne direkt auf 120 zu gehen.


    Es ist nun einmal nicht wegzudiskutieren, dass Versicherungsvertreter im Lager des Versicherers stehen. Du kannst auch nicht - weil du dir das wünscht - die Aug- und Ohr-Rechtsprechung aushebeln.


    Jetzt mal Fallbeispiel: Ein Kunde kommt zu einem Versicherungsvertreter und sagt:
    Kunde: "Ich habe Mist gebaut und bei den Antragsfragen massiv gelogen"
    Versicherungsvertreter: "Das ist nicht so schlimm. Wir wecken aber keine schlafenden Hunde"
    Kunde 2 Jahre später: "Habe Leistungsfall"


    So, nun sagt der Kunde, der sicherlich pfiffig vertreten wird. Ich war vor 2 Jahren beim Versicherungsvertreter und habe nachgemeldet. Es gilt doch Aug- und Ohr. Also, wenn es der Vertreter weiß, weiß es auch der Versicherer. Ich habe leider keine Zeugen für das Gespräch (das ist in der Tat total oft so, weil sowas oft unter 4 Augen besprochen wird oder telefonisch)
    Versicherer fragt dann den Vertreter: "Du, Vertreterlein? Stimmt das etwa?"


    Und jetzt Quizzfrage:
    Sagt der Vertreter: "Ja, klar, Versicherer. Habe ich getan! Ihr müsst leider zahlen." (Konsequenz für Vertreter: Günstigtstenfalls eine Abmahnung, schlimmstenfalls war es das mit der Zusammenarbeit, Konsequenz für Kunden: Leistung)
    oder
    Sagt der Vertreter: "Nein, ich weiß von nichts" (Konsequenz für den Vertreter: Keine - na ja, einen sauren Ex-Kunden hat er. Konsequenz für den Kunden: Ebenfalls: Keine. Nämlich keine Leistung)


    Es tut mir leid, das sagen zu müssen - aber als neutrale Dritte, die weder Vertreter noch Makler ist, zieht der Berufsstand des Vertreters bei solchen Fällen bei mir den Kürzeren.


    Ich glaube nicht, dass es viele Vertreter gibt, die ihre eigene Existenz zum Wohle des Kunden aufgeben.
    Einsatz: ja. Gute Beratung: ja Hilfe, wo es geht, auch wenn es mal dem Versicherer schadet: ja. Auch mal auf Geschäft verzichten, weil die Konkurrenz das besser kann: ja


    In letzter Konsequenz alles aufgeben: nein. Und wer das von sich behauptet, dem nehme ich das schlicht nicht ab. Sorry. :love:


    LG
    Angela

    Guten Morgen,


    wer suchet, der findet die Rechtsgrundlage. Wer sie nicht findet, ist vielleicht mit der Thematik überfordert und sollte sich Hilfe holen (muss ja nicht bei mir sein) oder alternativ zu faul. Beides mag ich nicht unterstützen. Sorry.


    Außerdem sind Rechtsgrundlagen für Laien oft wenig hilfreich, weil man die Komplexität der individuellen Fälle zwingend beachten muss. Gleiches gilt für Urteile.


    Krankenkassen / SGB ist nämlich ein Thema. Ärzte/Patientenakten/Aufbewahrungspflicht und tatsächliche Aufbewahrung das andere Thema. Nur weil die Krankenkasse keine Daten aus dem Zeitraum X mehr hat, muss das nicht zwingend auch für den Arzt gelten. Hier geht es auch nicht darum: "Was findet der Versicherer wo überhaupt heraus?" sondern um "wo sind z.B. Gefahrstellen, wo der Versicherer etwas herausfinden könnte, was er gar nicht mehr herausfinden dürfte".


    Das BGH-Urteil befasst sich mit einer konkreten Thematik in einem konkreten Fall. Es ist sicherlich auch auf viele andere Fälle übertragbar und kann herangezogen werden. Aber eben nicht auf alle. Deshalb ist die pauschale Aussage: "nach 10 Jahren wird gar nichts mehr geprüft" nicht für alle Fälle korrekt und unterstützt meine o.a. These. Bitte nicht nur den Leitsatz lesen oder die Urteilsbegründung kurz überfliegen, sondern das ganze Urteil mit kompletter Begründung und vielleicht noch 1-2 Aufsätze dazu, lesen.


    Die Versicherer werden schon wissen, bei welchem Fall sie Personaleinsatz und Kosten verursachen und wo sie chancenlos ist. Allerdings ist auch Chancenlosigkeit an sich für Versicherer nicht zwingend ein K.O.-Kriterium. "Versuchen kann man es ja mal" ist auch hier oft die Devise.




    LG
    Angela

    Vorsicht aber, wenn es ein Versicherungsvertreter ist. Da muss schon 100% Vertrauen da sein, dass dieser seinen Kunden näher steht als dem Unternehmen, für das er arbeitet.


    Wenn es ein Versicherungsmakler ist, ist das Gespräch unbedenklich. (Wenn er denn auch weiß, was zu tun / zu lassen) ist.


    Der Status kann ganz einfach über das Vermittlerregister geprüft werden.


    LG
    Angela

    Hallo,


    was angabepflichtig ist oder nicht hängt von der konkreten Fragestellung ab. Innerhalb von 10 Jahren nach Vertragsschluss besteht immer das Risiko, dass die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht zu Konsequenzen führt. Und die Versicherer finden meistens mehr raus als den Versicherten lieb ist.


    Ich gehe fast davon aus, dass der bestehende Leistenbruch (heilt ja nicht spontan) bei nahezu allen, wenn nicht sogar bei allen Versicherern angabepflichtig gewesen wäre, wenn es keine eingeschränkte Gesundheitsprüfung gab. Die Frage ist dann aber auch: Was fehlt noch alles ggf.?


    Einen Handlungsrat kann ich hier im Forum aus haftungsrechtlichen Gründen nicht geben. Aber zum Thema: "Wegen 1500,00 € Rente werden die ja nicht...."


    Vertrag läuft bis 67 Jahren? Dann sind das noch 40 Jahre Leistungspflicht, wenn "morgen" oder z.B. bei der Leistenbruch-OP etwas verdammt schief läuft. 1.500,00 € x 12 = 18.000,00 € pro Jahr - in 40 Jahren: 720.000,00 €. (Dynamiken mal außen vor gelassen)


    Das ist auch für einen Versicherer nicht "Kategorie Portokasse"


    Also kann ich doch einen Handlungsrat geben: Drum kümmern. Bevor etwas passiert.


    Viele Grüße
    Angela

    Hallo daavi,


    ein Rechtsschutzfall tritt erst dann ein, wenn ein Rechtsverstoß begangen wurde. Diese Fehlervermeidungs-Geschichte gehört nicht dazu. Wenn der Rechtsschutzfall da ist, ist ja auch schon etwas passiert (Ablehnung, Verzögerung, etc.) Gerade das soll ja möglichst vermieden werden. Ist aber halt leider selbst zu finanzieren.


    Ab dem Rechtsverstoß kann natürlich die Rechtsschutz ins Boot geholt werden. Das ist dann aber eher wieder eine Sache des Anwaltes. Außer bei der DEURAG stelle ich persönlich keine Deckungsanfragen mehr, weil man mit denen fast mehr Theater hat, als mit der eigentlichen Arbeit. Das mögen aber Berufskollegen durchaus auch anders handhaben.


    Danke für das Kompliment :) Ich erinnere mich zwar nicht, was sicherlich auch dem "Tarnnamen" geschuldet ist ;) freue mich aber immer sehr über positives Feedback. :thumbsup:


    Liebe Grüße
    Angela

    Dass Kunden, die ihr gesetzmäßiges Recht in Anspruch nehmen, von manchem Versicherer-Mitarbeiter gleich unter General-Verdacht gestellt werden, lässt tief blicken - und ist ansich schon das beste Argument, sich als Kunde professionelle und vom Versicherer unabhängige Hilfe zu holen.


    Insofern: Danke für die Offenheit.


    Eben! :!:


    Es ist schlicht und einfach das gute Recht eines jeden, Möglichkeit 2 zu wählen. Auch wenn die Versicherer sich mit Händen und Füßen wehren. Ist natürlich Mehrarbeit. Will man nicht. Es ist auch für den Versicherungsnehmer Mehrarbeit. Aber die lohnt sich halt. Was ich dadurch schon verhindern bzw. in korrekte Bahnen lenken konnte, rechtfertigt jeden Mehraufwand zu 100%.


    Und je mehr Leute das umsetzen mit Möglichkeit 2, desto weniger hat der Versicherer die Chance seine "Generalverdachte" auszusprechen. Wenn es irgendwann normal wird, dass man selbstverständlich als Betroffener als erstes weiß, was wann wie an den Versicherer geht, haben wir schon wieder ein großes Stück geschafft.

    @Kölsch - ah, okay, vom Versicherer - das erklärt einiges. Ich habe früher selbst in der Leistungsabteilung eines Versicherers gearbeitet. Da sieht man einiges noch blumiger und rosiger als wenn man die Seite gewechselt hat.


    Thema Schweigepflichtentbindung: Fallbeispiele (nicht abschließend)


    1. Versicherer fordert Daten bei der Krankenkasse an. Krankenkasse liefert Daten, hat sich aber leider nicht an die Löschungsbestimmungen des SGB gehalten (ja, das kommt leider vor!). Versicherer erfährt Daten, die er eigentlich gar nicht mehr erfahren darf, darf sie aber dennoch zu seinem Vorteil nutzen.


    2. Versicherer stellt Arztanfrage fügt aber unzureichende Unterlagen bei, so dass der Arzt auch bei bestem Willen die Anfrage eigentlich gar nicht korrekt beantworten kann (Stichwort: Angaben zum Beruf und der konkreten Ausgestaltung der letzten Tätigkeit


    3. Versicherer stellt unzulässige Fragen in der Arztanfrage (ja, auch das kommt vor) und auch hier darf er Antworten nutzen, die er zur Kenntnis bekommt


    4. Arzt meint es zu gut und schreibt und schreibt und schreibt und fügt Sachen bei, die überhaupt nicht angefragt waren. Auch da darf der Versicherer die Erkenntnisse nutzen


    5. Arzt ist nicht spezialisiert und schreibt am Thema vorbei und macht versicherungsrechtliche Fehler (verwechselt z.B. Arbeitsunfähigkeit mit Berufsunfähigkeit, vergisst etwas anzuführen, was wichtig ist, schreibt aber viel über Nebensächlichkeiten, die für den BU-Fall nicht wichtig sind.


    Bei 1, 3 und 4 könnte man natürlich sagen: Okay, da gibt es dann wohl etwas zu verbergen. Ja, das kommt vor. Und zwar nicht :!: bei Leuten, die nicht schützenswert sind (Versicherungsbetrüger laufen bei mir auch auf, die nehme ich nicht ins Mandat)


    Dass der Versicherer da völlig andere Interessen hat als der Versicherungsnehmer, ist klar. Auf der anderen Seite des Tisches versucht man allerdings schon das Beste für den VersicherungsNEHMER herauszuholen. Und wie du siehst, gibt es ja auch noch genug andere Gründe, die gegen Möglichkeit 1 sprechen, außer dem Verbergungsthema.


    Dazu muss man auch wissen, dass die Versicherer - gerade beim Thema vorvertragliche Anzeigepflicht - sehr ätzend reagieren und sich auch bei Pillepalle versuchen aus der Leistungspflicht zu winden. Beispiel: Versicherer versucht sich wegen einer vergessenen Behandlung aus der Leistungspflicht zu ziehen - der Versicherte war zum Fragezeitpunkt 14! ?( Die Behandlung war nicht so gravierend, dass der Vertrag nicht geschlossen worden wäre, ggf. hätte es einen Ausschluss gegeben. Die Erkrankung hatte nichts mit dem Leistungsfall zu tun, also auch bei Ausschluss wäre der Versicherer in der Leistungspflicht gewesen und dennoch hat der Versicherer den Vertrag beendet und die Leistung verweigert.


    So kann ich jetzt auch zu den anderen 6 Fallstricken weiter fortfahren; aber das ist dann auch wirklich zu viel des Guten für ein Forum.


    yuser


    RVG ist das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz; nicht jeder BU-Dienstleister rechnet danach ab. Ich oft, aber auch nicht immer bzw. auch oft in Ergänzung mit Stundenhonoraren. Der Anwalt erhält diese Gebühr ja "nur" für die außergerichtliche Rechtsvertretung nach Rechtsverstoß, im Zweifelsfall auch für 2-3 Schreiben / Telefonate mit der Gegenseite bevor es zur Klage kommt. Die Tätigkeit von den spezialisierten Dienstleistern fängt aber schon viel früher an, ist damit auch mit weitaus größerem Aufwand verbunden. Der Fokus liegt auf dem außergerichtlichen, insofern wird auch da mehr Energie verbraucht. Man kann es also nicht 1:1 übertragen.


    Honorarvereinbarungen sind immer individuell und es nehmen viele Faktoren Einfluss. Rentenhöhe, Laufzeit, Beruf, Erkrankung, Versicherer, Anzahl der Verträge, etc. pp.


    Beim Rechtsanwaltsvergütungsgesetz bildet die Basis der Gegenstandswert. Bei BU-Leistungen richtet sich dieser nach § 9 ZPO, d.h. 42 x Monatsrente + 42 x Beitragsbefreiung + Anzahl der bereits ausstehenden Renten + Anzahl der bereits ausstehenden Beitragsbefreiungen.


    Außergerichtlich wird eine Geschäftsgebühr fällig. Bei dieser Gebühr handelt es sich um eine Rahmengebühr. Da es für Versicherungsrecht eine Fachanwaltschaft gibt und die BU-Leistungsfälle immer umfangreich und schwierig sind, kann man hier mindestens vom 1,6fachen Satz ausgehen. Höchstgebühr ist der 2,5fache Satz. Dazu kommen dann Auslagenpauschale für Post- und Telekommunikation und Mehrwertsteuer. Bei Vergleichen kann es noch zu einer Einigungsgebühr kommen.


    Berechnen kann man das online unter: http://rvg.pentos.ag/


    Und wie gesagt: Das bekommt der RA ausschließlich für die außergerichtliche Rechtsvertretung ab Rechtsverstoß und nicht für das "Vorspiel" zur Vermeidung des Rechtsverstoßes, d.h. die Gebühren vom spezialisierten Dienstleister werden im Regelfall über den RA-Gebühren liegen. Aber auch da hat natürlich jeder Dienstleister sein eigenes Honorarmodell, wo man durchaus auch vergleichen kann.


    Schlussendlich sollte mMn nach aber nicht der Preis das alleinige Kriterium sein, sondern das A und O ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf beiden Seiten.


    Noch zu den medizinischen Unterlagen, die einem Dritten übergeben werden, Kölsch: Hast du dir die Dienstleisterliste deines Versicherers mal angesehen? :D Wer da alles die Informationen bekommt, ist schon abenteuerlich. Da ist ein wohlwollender Rechtsvertreter, der die eigenen Interessen vertritt, wohl das geringste Übel. Aber natürlich (siehe oben), dem Dienstleister muss ich natürlich vertrauen können und auch über sehr persönliche Themen sprechen können und wollen. Auch da habe ich natürlich vollstes Verständnis, wenn das jemand nicht möchte / kann.


    Meine Mandanten haben da allerdings überhaupt kein Problem mit. Im Gegenteil. Ich bin gerne auch das Sorgenkissen meiner Mandanten.


    Liebe Grüße
    Angela

    Danke fürs Verlinken, Matthias :)


    Normalerweise halte ich mich aus solchen Threads raus, weil es immer etwas blöd tönt, wenn jemand, der von einer Dienstleistung lebt, diese als super-wichtig darstellt. Schlussendlich muss immer jeder selber wissen, wofür er sein Geld ausgibt oder was er sich lieber spart. Da die Gegenstandswerte bei BU-Leistung enorm hoch sind, ist auch das Honorar im Regelfall höher; zumindest, wenn nach RVG abgerechnet wird. Dass sich das nicht jeder leisten kann und will: Vollstes Verständnis.


    Aber von jemandem aus der Branche zu lesen, dass man dabei keine Fehler machen kann, löst bei mir ziemlich weit aufgerissene Augen aus. Frei nach dem Motto: Et hätt noch emmer joot jejange, oder wie? 8|


    Natürlich kann man eine Menge Fehler dabei machen. Manche Fehler sind sogar so gravierend, dass sie den kompletten Leistungsanspruch gefährden. Andere sind "leichter" und sorgen maximal für eine verzögerte Bearbeitung, wenn man denn wenigstens *dann*, wenn es schief läuft, einen Fachmann (oder Fachfrau :D ) ins Boot holt.


    Ich habe da kürzlich mal einen Blog-Beitrag zu geschrieben und erlaube mir diesen zu verlinken:


    https://www.versicherungsberaterin.net/fehler-bu-rente/


    Das sind nur die gröbsten Schnitzer und nicht abschließend. Also bitte - da können wirklich eine Menge Fehler passieren. Ob man das Risiko eingehen will oder nicht, ist aber natürlich jedem selbst überlassen.


    Liebe Grüße
    Angela

    Hallo,


    das kann man in einem Forum nicht abschließend klären und muss in der Tat individuell beraten werden.


    M.E. werden Referendare aber zu schnell in die PKV gezogen, was nicht zwingend nötig ist. Einfach mal über die Konsequenzen Gedanken machen, was passiert, wenn eine schwere Erkrankung / ein schwerer Unfall eine Verbeamtung unmöglich machen und auch kein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis eingegangen werden kann.


    Liebe Grüße
    Angela

    Gute Morgen,


    wenn ein Antrag gestellt wird, ist die Öffnungsklausel verwirkt. Probeanträge und Risikovoranfragen sind allerdings unschädlich. Deshalb erst einmal schauen (lassen), ob ein regulärer Eintritt in die PKV möglich ist und wenn ja, zu welchen Konditionen. Dann ggf. die Öffnungsaktion nutzen, wenn es nicht passt.


    Achtung: Ab Verbeamtung sind nur 6 Monate Zeit. Probeanträge / Risikovoranfragen / Entscheidungsfindung können durchaus eine Zeit in Anspruch nehmen. mal besprochen werden.


    Auch mein Rat: Nicht selber machen! Erfahrene Makler können schon anhand der Diagnosen abwägen, ob es Chancen auf einen regulären Eintritt gibt oder nicht.


    Bei der Maklersuche bitte auf Schwerpunkt: PKV und Beamtenversorgung achten. Das kann nicht jeder. Falls es nur über die Öffnungsaktion geht, wird der Versicherungsmakler vermutlich nicht mehr weiterarbeiten können / wollen. Dann an einen spezialisierten Versicherungsberater wenden. Kostet zwar ein Honorar, ist aber auch eine lebenslange Entscheidung, die gut überdacht werden sollte. Auch bei dieser Berufsgruppe auf Schwerpunkt/Ausrichtung achten.


    Viele Grüße und viel Erfolg
    Angela

    Wobei ich zu den Versicherungsbedingungen / Tarifbestimmungen auch noch erwähnen möchte, dass solche Einschränkungen häufig nicht auf den ersten Blick auffallen, sondern sich aus dem Wortlaut ergeben.


    Deshalb prüfen lassen und dann weitersehen. Um das ohne Kosten hinzubekommen, einfach den Versicherer mal fragen, wo genau diese Einschränkung steht. Manchmal reicht das schon, damit man schlauer ist.


    LG
    Angela

    Hallo Michael,


    es gelten die Bedingungen, die bei Vertragsabschluss gültig waren. Der Versicherer kann diese nicht einseitig ändern / anpassen. Schon gar nicht dann, wenn dadurch Nachteile für den Versicherten entstehen. Falls also kein Tarifwechsel / Umstellung o.ä. während der Vertragslaufzeit gemacht wurde (den ihr i.d.R. durch eine Unterschrift bestätigt haben solltet), solltet ihr es tatsächlich prüfen lassen und notfalls dagegen angehen.


    Viel Erfolg!


    Angela

    Hallo Michael,


    Was aktuell auf der Homepage steht, ist für euch nicht so interessant. Maßgeblich ist immer der Tarif, den man auch selbst versichert hat. Da gibt es unterschiedliche Bestimmungen. Ein Blick in die Bedingungen und Tarifbestimmungen wird weiterhelfen. Eigentlich sollte sich darin auch ein Hinweis auf die Beschränkung ergeben. Falls ihr selbst nicht fündig werdet, einfach mal den Versicherer bitten zu sagen, wo genau das schriftlich fixiert ist.


    Wäre jetzt leider nicht ganz außergewöhnlich, wenn es eine solche Einschränkung im Vertrag gibt.


    Die PKV erstattet das, was tariflich vereinbart ist. Nicht mehr und nicht weniger. Leider kommt es häufig vor, dass PKV-Versicherte nicht genau wissen, was sie versichert haben. Deshalb sollte man sich durchaus mal mit den vertraglichen Details befassen und im Zweifelsfall bei teuren (geplanten) Behandlungen VORHER den Versicherer fragen, ob und in welcher Form eine Erstattungspflicht besteht.


    Falls dazu nichts in den Bedingungen steht und die Verweigerung unzulässig ist (was natürlich auch im Bereich des möglichen ist), müsste man das rechtlich prüfen. Ich fürchte aber tendenziell eher, dass ihr in den Bedingungen einen entsprechenden Passus finden werdet. :(


    Viele Grüße
    Angela