Wasserhahn vergessen 600 euro Wasserrechnung im ferienhaus!!

  • Hallo



    ich habe da ein blödes Problem, ich (oder einer aus unserer Familie,
    vielleicht auch mein Sohn) haben Ostern im gemieteten Ferienhaus in Portugal einen
    Wasserhahn für einen Schlauch im Garten aufgedreht gelassen, wass leider
    erst vom Wasserableser nach fast 3 Wochen bemerkt wurde [Blockierte Grafik: http://www.versicherung-forum.com/images/smiles/icon_sad.gif]


    Nun hat mir die Vermieterin die Rechnung präsentiert, die ich auch
    gleich zahlen musste: 629 Euro!! Der Zeitraum ist auf der Rechnung ganz
    klar unserer Mietzeit zuzuordnen, leugnen zwecklos...


    In Portugal staffelt sich der Preis erheblich nach oben nach einer
    Mindestkubikmenge... um das Doppelte, danach 3 fache...daher der immense
    Preis


    haben wir da irgendeine Chance bei der Haftpflicht?


    LG Finnja

  • Ob ein solches Schadenereignis reguliert werden kann, kommt in erster Linie sicherlich auf den vorhandenen Vertrag an.


    Prinzipiell würde ich aber sagen, dass es sich um einen Mietsachschaden im Bereich der Vermögensschäden handelt. Aktuelle Rechtsprechung geht bei Leitungswasser aus einem Rohrsystem aber auch nur von Sachschäden aus. Um Ihre Frage aber zu beantworten: Ja, sollte von der privaten Haftpflicht reguliert werden (abhängig von Ihrem Vertrag).


    Insgesamt stellt sich aber auch die Frage, ob alle Parteien Ihrer Schadengeringhaltungspflicht nachgekommen sind. Hätte die Vermieterin sich u. U. nicht unmittelbar nach Rückgabe der Schlüssel über einen ordnungsgemäßen Zustand des Ferienhauses informieren sollen, warum wurde das Wasser bei Leerstand nicht abgestellt usw.


    Bin mal gespannt, welche Meinung die anderen Kollegen dazu haben.

    Ich schreibe hier als Privatperson. Meine Antworten sind somit nicht als rechtsverbindliche Auskunft zu verstehen, sondern als reinen Kommentar auf einen Beitrag.

    Einmal editiert, zuletzt von Compare-Versicherung de ()

  • Da hat also jemand (in diesem Falle Ihr) Wasser verbraucht und das Wasser muss natürlich bezahlt werden.
    Ob gewollt oder nicht, ist unerheblich.


    Sind Pflanzen überwässert worden oder ist durch das Wasser ein Schaden entstanden?


    Wenn nicht, wo ist denn der Schaden?


    Ich sehe keine Chance, dass die Haftpflichtversicherung den Schaden reguliert.

  • Zitat

    Prinzipiell würde ich aber sagen, dass es sich um einen Mietsachschaden im Bereich der Vermögensschäden handelt.


    Na, der war jetzt echt gut... :D MietSACHschaden in der Vermögensschaden-Deckung, wie soll das denn gehen? Entweder ist es ein SACH-Schaden, oder ein VERMÖGENS-Schaden. Beides kann es nicht sein. 8|




    Zitat

    Sind Pflanzen überwässert worden oder ist durch das Wasser ein Schaden entstanden?


    Wenn nicht, wo ist denn der Schaden?


    Der Schaden liegt darin, jetzt mehr als kalkuliert für den Wasserbrauch zahlen zu müssen.





    Aber: Es besteht leider keine Deckung, die Versicherungsgsellschaft wird Ihnen gegenüber ablehnen.


    Zwar ist die Zuordnung in den Bereich der Vermögensschäden gegeben (es wurde keine Sache beschädigt), Vermögensschäden sind regelmäßig mitversichert, aber geschädigt haben Sie sich selbst, also stellt dies einen klassischen Eigenschaden dar. Versichert sind aber nur Schäden, die Sie Dritten zufügen. Mit Ihrer Vermieterin haben Sie einen Vertrag, eine verbrauchte Menge Wasser bezahlen zu müssen. Jetzt ist die Rechnung aufgrund Ihres Missgeschickes höher ausgefallen. Aber Sie haben Ihre Vermieterin nicht geschädigt, sondern sind lediglich verplichtet, Ihren Vertrag zu erfüllen, sprich, die verbrauchte Menge Wasser zu bezahlen.



    Wäre das ganze in einer Ferienwohnung passiert, die nicht Sie, sondern irgendjemand anderes gemietet hätte, (z.B. Sie hätten diesen jenigen besucht), dann wäre der Drittschaden möglicherweise gegeben. Geschädigt hätten Sie den Mieter der Ferienwohnung, der Ihnen gegenüber einen Kostenersatz für das durch einen Bedienungsfehler zuviel verbrauchte Wasser durchsetzen möchte.





    Zitat

    Insgesamt stellt sich aber auch die Frage, ob alle Parteien Ihrer Schadengeringhaltungspflicht nachgekommen sind. Hätte die Vermieterin sich u. U. nicht unmittelbar nach Rückgabe der Schlüssel über einen ordnungsgemäßen Zustand des Ferienhauses informieren sollen, warum wurde das Wasser bei Leerstand nicht abgestellt usw.


    "Schadengeringahltungspflicht" nennt sich richtigerweise "Schadenminderungsplicht" und ist im VVG geregelt.


    Da es sich hier aber um rein vertragliche Ansprüche zwischen Ihrer Vermieterin und Ihnen handelt, sind die Regelungen der Schadenminderungspflicht hier nicht anzuwenden. Es wäre aber in der Tat zu prüfen, ob die Vermietern ihre Nebenpflichten nicht verletzt hat. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich hier um einen Vertrag auf internationaler Ebene handelt, möglicherweise wurde der Vertrag nach portugiesischem Recht abgeschlossen. Jedenfalls wird das portugiesische Recht vom deutschen Recht abweichen.


    Ob Sie in der Pflicht sind, die Kosten zu übernehmen, prüft gerne Ihr Anwalt, sofern er sich mit internationalem Recht auskennt.


    Deckung für die juristische Prüfung könnte eine private Rechtsschutzversicherung bieten, sofern diese besteht.



    [size=8]Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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    Einmal editiert, zuletzt von pas-ko ()

  • Bei einer privaten Haftpflichtversicherung tritt der Versicherungsfall ein, wenn sich der Versicherte gefahrerhöhend verhalten hat oder fahrlässig verhalten hat und dadurch einem Dritten ein Schaden entstanden ist. So gesehen würde ich sagen, dass der Versicherte zwar geschädigt ist - aber irgendwie ist er nicht der Dritte

  • Zitat

    Bei einer privaten Haftpflichtversicherung tritt der Versicherungsfall ein, wenn sich der Versicherte gefahrerhöhend verhalten hat oder fahrlässig verhalten hat und dadurch einem Dritten ein Schaden entstanden ist.


    Leider falsch.


    Der Versicherungsfall tritt ein, sobald gegen den Versicherungsnehmer oder einer der mitversicherten Personen ein Schadenersatzanspruch erhoben wird, soweit selbiger versichert gilt. Das gilt unabhängig davon, ob der VN oder MVP sich gefahrerhöhend (was auch immer das sein soll) oder fahrlässig oder nicht gehandelt hat.


    Sollte sich der VN oder MVP nicht fahrlässig verhalten haben, trägt er zwar keine Haftung und der Versicherer erbringt keine Geldleistung, sehr wohl jedoch seine vertraglich geschuldete Leistung in Form von Prüfung der Ansprüche und Abwehr als unbegründet.


    Und das ist nichts anderes als Eintritt des Versicherungsfalles.


    Geht auch aus §1 AHB hervor:


    Schadenereignis ist das Ereignis, als dessen Folge die Schädigung des
    Dritten unmittelbar entstanden ist. Auf den Zeitpunkt der Schadenverursachung,
    die zum Schadenereignis geführt hat, kommt es nicht an.


    Zwar liegt selbst ohne Erhebens des Anspruches bereits ein Versicherungsfall vor, doch ohne Meldung erfährt der Versicherer nichts von dem Versicherungsfall. Die schädigende Handlung ist nach vorstehender Definition keine Voraussetzung für das vorliegen eines Versicherungsfalles.



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