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Freitag, 22. Februar 2013, 15:41

Antragsgesuch schlampig bearbeitet - Anwartschaft - §204VVG

Hallo zusammen,
ich darf euch kurz folgenden Verlauf schildern:

Ich habe als Berufssoldat eine kleine Anwartschaft, und wollte diese noch vor Umstellung der Unisex-Tarife in eine große Anwartschaft ändern. Gleichzeitig mit diesem Vorgang habe ich eine Änderung in meiner Pflegezusatzversicherung vorgenommen (PZ3 auflösen dafür einen neuen PET/40 abschließen). Beide Vorgänge wurden am 30.11.2012 bei meinem Berater (ERGO) unterschrieben. Dieser hat sie dann an die DKV weitergeleitet.

Das mit der Umstellung der Pflegezusatzversicherung hat reibungslos geklappt, und der Vertragsbeginn wurde mir in einem Schreiben mit 01.12.2012 bestätigt.
Anders bei der Umstellung der Anwartschaft. Im Januar kam die Abrechnung der DKV - ohne Änderung in der Anwartschaft. Also hab ich meinen Berater der ERGO kontaktiert.

In einer E-Mail der DKV vom 07.01.2013 schreibt der DKV Mitarbeiter(an meinen Berater), dass der Eingangsstempel der Pflegezusatzversicherung den 05.12.2012 trägt. Also dürfte ja die Anwartschaftsumstellung auch da eingegangen sein, da beides zusammen weg ging.

Weiter schreibt er, dass im Dezember sämtliche Vorgänge, welche als (neue)Antragsvorgänge erkennbar waren, vorgezogen wurden um die "Unisex-Problematik zu umgehen.
Mein Antrag war "nur" eine Umstellung von kleiner auf großer Anwartschaft. Wörtlich: "Leider war dieser Vorgang nicht als Antrag zu erkennen, sondern als normale Umstellung auf eine Anwartschaftsversicherung. Daher wurden die Anträge vorgezogen....Der Kunde kann gerne eine Anwartschaft abschließen, frühester Beginn ist der 01.01.2013"

Nun meine Frage, wie erlange ich das Recht, dass mein rechtzeitig gestellter Antrag wirksam wird. Greift hier in irgendeiner Form der §204VVG?

Der kleine Fauxpas der DKV würde mich bis zu 6.000€ mehr kosten.

Um Antworten eurerseits wäre ich sehr dankbar

Barmer

Versicherungsberater

Beiträge: 1 621

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Beruf: Rentner, Versicherungsberater 34e Abs.1 i.R.

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2

Freitag, 22. Februar 2013, 16:23

Hallo,

der Mitarbeiter gibt ja eindeutig zu, dass ein Fehler vorgekommen ist, weil man sich das nicht richtig angeschaut hat. Auch ohne "Vorziehen" kann man mit einer Bearbeitung bis zum Jahresende rechnen.

Ich sehe an den Tarifen, dass es sich um einen ehemaligen Victoria-Vertrag handelt. Ich schlage vor, dass Sie Ihren Ansprechpartner bitten, den Vorgang über seine übergeordneten KV-Betreuer zu eskalieren. Sollte das nicht klappen: Vorstand der DKV, Ombudsmann..

Viel Glück

Barmer

3

Freitag, 22. Februar 2013, 19:36

Vielen Dank für die fixe Antwort.

Mein Berater fragte mich, ob ich nächste Woche zu ihm ins Büro kommen kann. Es kommt ein zusätzlicher Mitarbeiter der ERGO-Versicherung dazu (denjenigen kenne ich aber nicht).

"Dieser versucht mir dann alles zu erklären, und wir versuchen dann eine Lösung bzw. Alternativen zu finden."

Soweit die Aussage meines Beraters. Ich habe den Eindruck, dass nun versucht wird mir eine Zwischenlösung aufzuschwazen, mit der ich wahrscheinlich nicht zufrieden sein werde.
Ich habe meinen Anwalt des Vertrauens schon mal vorab informiert.

Kommt Ihnen diese "wir holen jetzt noch jemanden an den Tisch" Strategie nicht auch komisch vor???


Liebe Grüße und vielen Dank schon mal für Ihre Antwort.

4

Freitag, 22. Februar 2013, 20:11

Sie sollten die Chance nutzen generell zu ergründen, ob es nicht geeignete Versicherungstarife bei anderen Unternehmen gibt falls rückwirkend nichts mehr geht. Ich selber sehe keinen Anspruch des VN auf eine Bearbeitung eines Antrages binnen 4 Wochen!
Sämtliche Antworten, Aussagen und E-Mails werden von mir als Privatperson getätigt und sind ohne jegliches gewerbliches/berufliches Interesse und ohne Anspruch auf Richtigkeit!
http://www.lamers-gmbh.eu/ http://www.lamers-gmbh.de/ https://www.debeka.de/svb/butzbach/index.html

pas-ko

V.I.P.

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5

Freitag, 22. Februar 2013, 23:10

der Versicherer wird laut Rechtslage nicht mehr nach Unisex tarifieren dürfen.
Den Gang zum Anwalt (Fachanwalt für Versicherungsrecht) halte ich für eine gute Idee.
Sofern sich aus dem BGB ein Anrecht ableiten ließe (ich denke beispielsweise §241 (2) BGB - Verletzung von Nebenpflichten), könnten Sie so zumindest einen Anspruch auf Schadenersatz haben. Dies zu prüfen, fällt ausschließlich unter das Thema der Rechtsberatung, die wir hier nicht geben dürfen. Aus diesem Grund möchte ich näher darauf nicht eingehen.


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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Barmer

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6

Freitag, 22. Februar 2013, 23:45

Ich selber sehe keinen Anspruch des VN auf eine Bearbeitung eines Antrages binnen 4 Wochen!
Klar, aber hier wurde der Antrag ja bearbeitet, nur fehlerhaft und unvollständig und damit wurde der Versicherte geschädigt.

Aufgescheucht vom Bisex-Schlussverkauf wollte er von der kleinen auf eine große, tarifbezogene Anwartschaft wechseln und sich damit Bisex-Beiträge für die Zukunft retten. Ich sehe nicht, welche andere PKV ihm da noch was Vergleichbares bieten sollte.

Gruss

Barmer

7

Samstag, 23. Februar 2013, 08:57

Ich sehe nicht, welche andere PKV ihm da noch was Vergleichbares bieten sollte.


Du solltest doch wissen, das es um Preis und Leistung geht. So groß sind die Beitragsunterschiede nun auch nicht zwischen Bisex und Unisex und ich vermute das die Anbieterauswahl auf die DKV nicht mit einer kompletten Beratung einherging, welche Alternativen es noch gibt. Um es klar zu sagen, die DKV ist in einigen Tarifen in Bisex teurer, als andere Anbieter mit vergleichbaren Leistungen oder mehr in Unisex.
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8

Samstag, 23. Februar 2013, 15:08

Vielen Dank, dass ihr so fleißig auf meine Frage antwortet.

Meinem Berater passt der ganze Vorgang auch nicht. Ich habe ihn Ende Januar auch nochmal gebeten, eine Neuauschreibung meines Versicheurngswunsches zu starten. Denn im Grunde will ich auch mit niemanden verheiratet sein, wenn derjenige mich gar nicht will. Und das tut die DKV ja anscheinend nicht (außer zu teureren Konditionen).
Das was er mir da anbieten konnte, war die AXA. Immer noch 26 € im Monat teuerer, als das, was ich im November als Antragsgesuch unterschrieben habe.

Was mir nicht in den Kopf geht, wenn meine Unterlagen mit dem Datum vom 30.11.2012 bei der DKV vorliegen, da wäre es doch ein leichtes zu sagen "Naja, im Grunde ist ja alles richtig gelaufen." Denn lieber haben sie doch von mir weniger Beitrag (ursprünglicher Wert), als gar nichts. Ich weiß, ich bin weniger als der kleine Fisch. Aber wenn die mit jedem Kunden so umspringen....

Ich hätte in diesem Rahmen noch eine allgemeine Verständnissfrage.

Die kleine Anwartschaft "friert" ja den Gesundheitszustand ein. Und die große das Alter. Die kleine habe ich nun so ca. 3 Jahre. Ich brauche sie ja, um in meiner Pension kostengünstig(er) in die PKV zu gelangen. Nun meine Frage: Geht dies auch, wenn ich die kleine Anwartschaft weiter bei der DKV laufen lasse, und ich jetzt ein große Anwartschaft bei einem anderem Unternehmen abschließe? Oder muss das immer gekoppelt sein? Wahrscheinlich muss ich dann eine erneute Gesundheitsprüfung bei dem neuen Untenehmen machen. Bei mir ist aber soweit alles tip-top (klopf, klopf, klopf).


@ pas-ko: Wie würde denn so ein Schadensersatz aussehen? Ich werde ja wohl nicht jeden Monat den Differenzbetrag bekommen? Ich hätte natürlich nichts dagegen.
Mein Berater muss ja für solche Dinge auch eine Versicherung haben (also falls mal was schief laufen sollte). Kann die nicht greifen. Obwohl er es ja auch nicht verbockt hat.

Fragen über Fragen. Ich warte nun das Gespräch am runden Tisch mal ab. Wobei ich mich im Anschluss eh schon beim Fachanwalt sehe.

Gibt es denn überhaupt eine Frist, nach dem solch ein Antragsgesuch erlischt??? Am Donnerstag ist es nämlich genau 3 Monate her, dass ich die Antragsanfrage unterschrieben habe.


Ich bedanke mich schon mal im Voraus, für eure Beiträge

Liebe Grüße

pas-ko

V.I.P.

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9

Samstag, 23. Februar 2013, 17:04

Hi,

im Hinblick auf einen Schadenersatz befinden wir uns in der Rechtsberatung. Da ich bin kein Volljurist bin, darf ich daher im Detail dazu keine Stellung beziehen.

Meiner Meinung nach sollte geprüft werden, welche Bearbeitungszeit für Anträge dieser Art, insbesondere vor dem besonderen Hintergrund des Arbeitsanfalls durch den "Schlussverkauf" als angemessen gelten, und das rechtsgültig. Es gehört zu den Nebenpflichten beider Vertragspartner, Rücksicht auf die Interessen des Anderen zu nehmen (s. §242(1) BGB). Eine Verletzung dieser Pflicht könnte zum Schadenersatz führen. Aber da wiederhole ich mich.

Die rechtliche Prüfung der Angemessenheit obliegt einem Juristen (Anwalt --> Fachanwalt für Versicherungsrecht). Eine Erstberatung kann in diesem Fall hilfreich sein. Die Kosten der Erstberatung sind begrenzt und somit überschaubar.

Bevor Sie aber einen Anwalt konsultieren, rege ich an, darüber nachzudenken, wie sich der von Ihnen bezifferte Schaden von etwa 6.000 EUR errechnet. Desweiteren rate ich Ihnen dazu, einen Versicherungsmakler, spezialisiert auf das Thema private Krankenvollversicherung, zu suchen und mögliche Alternativanbieter zu finden. Gut möglich, dass es andere Anbieter gibt, die (trotz der aktuell vorgeschriebenen UNISEX-Tarife) insgesamt günstigere Möglichkeiten der Anwartschaft und Tarif im Hinblick auf Beitrag und vor allem Leistung bieten.

In diesem Fall könnten Sie sich dann glücklich schätzen, durch den möglicherweise fehlerhaften Arbeitsprozess Ihres KV-Versicherers zum Marktüberblick gedrängt worden zu sein.
Zeit zur Prüfung eines Schadenersatzes haben Sie (abgesehen von möglichen Erkrankungen, aufgrund derer Sie bei Mitbewerbern nicht mehr angenommen würden) ausreichend. Sofern für diesen Schadenersatzanspruch die sog. allgemeine Verjährungsfrist gilt, so beträgt diese 3 Jahre.

Ob Sie noch ein Widerrufsrecht zur Vertragsumstellung haben, ist separat zu prüfen. Leider kenne ich die Dokumente nicht und kann daher nichts dazu sagen. Zumindest in diesem Punkt sollten Sie sich zeitnah mit einem versierten Versicherungsmakler oder -berater in Verbindung setzen.


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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Philipp Mättig

Fortgeschrittener

Beiträge: 479

Wohnort: Leipzig

Beruf: Versicherungsvermittlung / Geschäftsführung Akquisecenter

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10

Samstag, 9. März 2013, 23:53

Moin,

ich unterstelle Sie sind kein Mann, aber selbst wenn, sollten Sie nicht auf Bisex bestehen.
Der höhere Beitrag in Unisex, insbesondere bei einer großen Anwartschaft, ist fast ausschließlich mit der höheren Zuführung zur Altersrückstellung zu begründen.
Ob Bisex in -zig Jahren, auch für Männer, noch günstiger ist, mag ich ernsthaft bezweifeln. Bis dahin gab's einiges an Entmischung, welche den Bisexvorteil dahinschmelzen lassen wird. In Kombination mit dem, aktuell, höheren Rechnungszins glaube ich kaum das es in einigen Jahrzehnten noch Bisextarife gibt, die unter den dann aktuellen Unisextarifen liegen.
Insofern sehe ich auch keinen wirklich entstandenen Schaden.

Gruß aus Leipzig
Philipp Mättig
Regionalleiter für die
Proventus Gruppe
Pfaffendorfer Straße 26a
04105 Leipzig

Tel +49 341 927 043 00
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