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Freitag, 30. September 2011, 13:03

Erstmaliger Wechsel in die PKV

Guten Tag zusammen,

nachdem ich mich ein wenig informiert und einige Themen hier durchgelesen habe, stellen sich mir vor einem eventuellen persönlichen Maklergespräch noch ein paar grundlegende Fragen.

Kurz zu mir:

Nach meinem bevorstehenden Arbeitgeber Wechsel im Frühjahr 2010 werde ich ausreichend entlohnt, um in die Private zu wechseln; Arbeitnehmer Verhältnis. Ich bin 32 Jahre alt und war die letzten sechs Jahre nebst den jährlichen Routine Untersuchungen zwei Mal beim Hausarzt (Magen-Darm-Lebensmittelvergiftung//starke Grippe). Beim Zahnarzt war ich dieses Jahr bereits öfters und ich werde mir im kommenden Jahr zwei Brücken machen lassen und dies aber auch selbst übernehmen.

Auf was sollte ich denn rein grundsätzlich noch bei der Wahl der Kasse/Tarif achten?

Vielen Dank vorab!

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Freitag, 30. September 2011, 13:30

Hallo,

wichtig ist es, sich über die grundsätzlichen Unterschiede zwischen GKV und PKV klar zu werden. Der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Gründung einer Familie" und Verringerung der Einnahmen.

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

Kurzarbeit, unbezahlter Urlaub/Sabbatjahr, späteres (Zweit-)Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten werden in der GKV nach der Elternzeit (manchmal auch in der Elternzeit) immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Bei Neugeborenen mit Behinderung sind häufig doppelt so hohe Beiträge wie bei gesunden fällig. Die Leistungen für die kinder sind dann auf die Tarife für die Eltern begrenzt. Hier sind unter dem Suchbegriff "PKV" viele Erfahrungen von Betroffenen vermerkt:

www.rehakids.de/phpBB2/forum21.html

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

www.db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

• Krankentagegeld: Wenn die selbe Krankheit wiederholt auftritt, braucht der Arbeitgeber insgesamt nur 42 Tage Entgeltfortzahlung zu leisten. Wenn das Krankentagegeld immer erst ab dem 43. Tag gezahlt wird, entsteht ggf. eine längere finanzielle Lücke. In der GKV besteht bei Krankengeldbezug Beitragsfreiheit. Wann endet das Krankengeld? In der GKV bei Arbeitsfähigkeit, Rentenbewilligung oder nach 78 Wochen. In der PKV endet das Krankentagegeld bei Arbeitsfähigkeit oder bei Eintritt von Berufsunfähigkeit. Wichtig ist, wer diesen letzten Punkt wie feststellt.

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

www.pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Man kann auch "Versicherungsexperten" eine Testfrage stellen: "Braucht man als Arbeitnehmer eine Absicherung für Rehamaßnahmen?". Wenn die Antwort lautet " das ist nicht erforderlich, da die Rentenversicherung zahlt", ist die Antwort korrekt. Das Problem wird nur auftauchen, wenn man in Rente geht. Dann wird die Rentenversicherung nicht mehr zahlen.

Vielleicht interessant:

www.pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Wenn die PKV günstiger als die GKV ist, profitiert der Arbeitgeber zur Hälfte von der Ersparnis. Wenn die PKV (früher oder später) teurer als die GKV ist, trägt man als Versicherter die Mehrkosten allein (Arbeitgeber oder Rentenversicherung beteiligen sich daran nicht): § 257 SGB V und § 106 SGB VI

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

Philchen

Fortgeschrittener

Beiträge: 479

Wohnort: Leipzig

Beruf: Versicherungsvermittlung / Geschäftsführung Akquisecenter

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Freitag, 30. September 2011, 13:30

Moin,

Die angeratene Behandlung(2 Brücken) führen je nach Gesellschaft zu:

1. Ausschluss
2. Verschärfte Zahnstaffel
3. Ablehnung des Antrags

Angeben müssen Sie das in jedem Fall.

Sie müssen auf sehr vieles achten. Lassen Sie sich bitte von einem Makler oder Mehrfachagenten beraten.
Teurer wird es dadurch nicht, aber mutmaßlich besser.
Besorgen Sie sich bitte Kopien ihrer Arztakten.

Gruß
Philipp
Philipp Mättig
Regionalleiter für die
Proventus Gruppe
Pfaffendorfer Straße 26a
04105 Leipzig

Tel +49 341 927 043 00
Fax +49 321 214 880 34
Mobil +49 176 240 400 17
Home: www.proventus-ag.de

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