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Donnerstag, 16. August 2018, 12:07

Krankheit - Arbeitslosigkeit - Berufsunfähigkeit

Hallo Forum, Hallo Experten!

Ich schreibe einfach mal den Ablauf zu meinem Problem:

Ich habe mich Anfang der 90iger selbständig gemacht und
privat Kranken- u. Rentenversichert. Über 20 Jahre naiv und blauäugig nicht
darum gekümmert – ich war ja auch nicht krank. Im Dezember 2015 habe ich meine
Selbständigkeit aufgegeben und bin ab 2016 wieder arbeiten gegangen.

Im Oktober 2017 war ich dann über 6 Wochen wegen
Rückenproblemen krank und bekam auch 5 Tage Krankentagegeld. Da merkte ich, es
sind nur 25,56€ pro Tag.

Im Dezember noch Antrag – direkt im Büro der Versicherung - auf
Erhöhung/Anpassung zum 01.01.2018 gestellt. Urlaubs- u. Weihnachtsgeld wurden
aus der Berechnung gestrichen, über die Möglichkeit der Absicherung von 80% des
Rentenbeitrages hat mich niemand informiert. Im März 2018 bekam ich dann den
geänderten Versicherungsschein mit Anpassung rückwirkend zum 01.01.2018.

Am 07.05.2018 wurde ich dann wieder krank (bin ich immer
noch) mit der gleichen Diagnose. Ich bekam gleich wieder Krankentagegeld. Bis
zum 17.07.2018 bekam ich das erhöhte Krankentagegeld. Dann fiel dem Versicherer
ein – es handelt sich um den gleichen Versicherungsfall (wie 2017). Ich bekomme
nun nur noch das niedrigere Krankentagegeld (25,56€) und habe eine
Rückforderung von knapp 3000 Euro. Ich bekomme jetzt knapp 800€ KTG pro Monat
und muss knapp 1000€ an Beiträgen – an die gleiche Versicherung (PKV+LV) –
zahlen. Sieht nicht gut aus!

Inzwischen drohte mir eine personenbezogene Kündigung (negative
Krankheitsprognose) zum 31.07.2018. Ich habe daraus einen Aufhebungsvertrag zum
31.08.2018 – nach Rücksprache mit der Leistungsabteilung des Arbeitsamtes –
gemacht.

Bei den Leistungsanträgen zum KTG hat meine Ärztin zum
18.05.2018 „berufsunfähig“ angekreuzt. Dadurch bekomme ich nur noch bis
17.11.2018 KTG. BU zwischen PKV und BUZ sind aber auch 2 extra Dinge.

Ich habe am 24.07.2018 dann einen (pauschalen) Antrag auf
Leistungen zu meiner BUZ gestellt (gleiche Versicherung) und beschäftige mich
jetzt mit den Formularen.

Beim Arbeitsamt muss ich nachhaken. Sie wollen mich nicht
haben weil ich krank bin. Der Herr von der Leistungsabteilung im Arbeitsamt hat
aber gesagt, ich soll mich arbeitslos melden, sonst gibt es Ärger mit
Urlaubsabgeltung und Meldepflicht.

War es richtig, was die PKV gesagt hat – der gleiche
Versicherungsfall?

Gibt es eine Variante/Möglichkeit zu meinem erhöhten
Krankentagegeld zu kommen ohne die BUZ und Arbeitslosigkeit zu beeinflussen?


Vielen Dank!

Barmer

Versicherungsberater

Beiträge: 1 651

Wohnort: Wuppertal, Münster

Beruf: Rentner, Versicherungsberater 34e Abs.1 i.R.

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2

Donnerstag, 16. August 2018, 23:05

Hallo,

das ist wieder so eine Geschichte, bei der man aus dem Kopfschütteln nicht rauskommt.

Bei der Rückenproblematik aus Oktober 2017 hätte keine Versicherung der Welt eine Erhöhung des Tagegeldes zum 1.1.2018 versichert. Sind keine Gesundheitsfragen gestellt worden, hast Du sie unterschlagen oder gibt es einen Leistungsausschluss für Rücken ? An das erhöhte Tagegeld wirst Du wohl nicht mehr kommen.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass der Antrag auf BU-Rente durchgeht und die Rente hoch genug ist. Es könnte hier von Vorteil sein, dass PKV und BUZ beim gleichen Konzern (nicht beim gleichen Versicherer) liegen. (Das Verständnis von BU geht zwischen PKV und LV oft auseinander.)

Interessant wäre noch Dein Alter, z.B. für die Frage, ob es noch einen Weg in die GKV gibt.

Viel Glück

Barmer

3

Samstag, 18. August 2018, 16:21

Ergänzung

Danke für die Antwort!
Alo ich bin leider schon 59.

Den Antrag auf Erhöhung hat ja meine Versicherung mit Risikoaufschlag zum 01.01.2018 angenommen/bestätigt.
Auf dem Versicherungsschein steht auch ab 01.01.2018 als Änderungsdatum für das höhere KTG.
Sie sagt aber jetzt, nachdem sie 72 Tage das höhere Krankentagegeld gezahlt hat, der jetztige Krankheitsfall (2018) gehört zum Krankheitsfall aus 2017.

Gleicher "Versicherungsfall" weil nur 5 Monate dazwischen waren und keine Entgeltfortzahlung geleistet wurde.
Ich zahle jetzt den erhöhten Versicherungsbeitrag und bekomme aber nur den niedrigeren/alten KTG-Satz.

Kopfschütteln wird akzeptiert.
Für einen Versicherungsvertreter mag das unverständlich sein aber Ihr kümmert euch vielleicht auch nicht um Dinge, wo dann andere Menschen mit dem Kopf schütteln würden.
Rolf

4

Sonntag, 23. September 2018, 11:11

Ich hoffe ich habe den "Versicherungsberater" mit meiner Bezeichnung " Versicherungsvertreter" nicht beleidigt.
Aber ich kenne auch erst seit meinem Schadensfall die Unterschiede der Bezeichnungen.
Ich will auch niemand kritisieren oder beschuldigen.
Für mich ergeben sich nur jetzt immer wieder die einseitigen, zum Wolhe der Versicherer auslegbaren, Bedingungen.
Man hat als Versicherungsnehmer ja nur eine "David-Chance" gegen den Goliat aber es wäre schon sehr "menschlich" - für den Versicherungsnehmer - wenn die Versicherer die Bedingungen verstehbar und nachvollziehbar gestalten würden.
Und es wäre für den Versicherer auch sehr "lukrativ", eine "verständliche Versicherung" anzubieten. Ich zahle x € und wenn "A" eintritt bekomme ich y € von dir.
Da wäre nicht nur dem "VNehmer" menschlich geholfen sondern auch dem Versicherer - materiell geholfen.
Mancher wäre über solche Bedingungen - gewohnt - skeptisch aber viele würden sich über solche menschenfreundliche Versicherer freuen.
Ich will keinen Euro geschenkt bekommen aber ich möchte auch "kalkulieren" können und endlich nicht mehr die Katze im Sack kaufen!
Rolf

RocklandSports

Versicherungsprofi

Beiträge: 58

Beruf: Versicherungskaufmann

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5

Dienstag, 25. September 2018, 09:07

Hallo Rolf,

ich muss Barmer beipflichten, dass klingt schon sehr ungewöhnlich.


Da wir keinerlei Einblick in Akten etc. haben, kann eine Stellungnahme nur seeeeehr vage abgegeben werden - daher verzichten wir dann meist darauf überhaupt eine abzugeben.


Hier kann man dir leider nur den Tipp geben, dies rechtlich überprüfen zu lassen. Hast du eine Rechtsschutzversicherung? Dann ab zum Anwalt (vorher Deckungszusage holen- schriftlich!). Wenn keine besteht - hilft hier der Ombudsmann. Das Verfahren ist für den Kunden kostenfrei.


Viel Erfolg!

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