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Dienstag, 28. März 2017, 22:36

Medizinstudentin mit Vorerkrankung Gruppentarif

Hallo liebes Forum,

Ich habe folgendes Problem: Ich bin nun 24 Jahre alt und über meine Eltern per Beihilfe versichert. Da ich Ende des Jahres 25 werde fällt diese leider weg und ich muss mich selber privat versichern. Jetzt ist aber das Problem, dass ich vor ca Zwei Jahren eine Psychotherapie wegen einer Phobie absolviert (ging leider auch ziemlich genau ein Jahr, also von 2014 bis 2015 mit dafür sehr erfolgreichem Abschluss). Ich bin zur Zeit noch zu 20 Prozent bei der DKV versichert und habe dort auch wegen eines Angebots angerufen, das mir nun zugeschickt werden wird. Aber ich habe ein wenig Angst davor, dass ein Gesundheitstest anstehen wird und ich dann in den teuren Basistarif muss, anstatt den UNI Tarif nutzen zu können (ich kenne mich dahingehend kaum aus und wäre schon bei diesem Punkt dankbar für Ratschläge).
Jetzt habe ich aber gelesen, dass man theoretisch über einen Gruppentarif mit guten Chancen versichert werden kann, wobei dann oftmals ein Ausschluss der Behandlungen, die im Zusammenhang mit der Vorerkrankung stehen vorgenommen wird (ich werde auch keine Psychotherapie mehr brauchen während meines Studiums).
Die Allianz Versicherung bietet einen Gruppentarif in Kooperation mit dem Marburger Bund, bei dem ich Mitglied bin, für Ärzte und Studierende der Medizin.
Jetzt sind die Fragen:
Wie hoch sind meine Chancen über diesen Gruppentarif aufgenommen zu werden (unter Umständen auch mit Leistungsausschluss)?
Kennt sich jemand dabei aus oder hat schon solche Fälle mitbekommen (also Gruppentarif trotz Vorerkrankung)?
Welches wäre das intelligenteste Vorgehen? (Ich bin leider auch nicht allzu sehr mit Geld gesegnet und das Studium geht noch ein paar Jährchen)

Ich bin für Antworten und unter Umständen auch Quellen sehr dankbar

Mit freundlichen Grüßen

uwehaensch

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2

Mittwoch, 29. März 2017, 10:00

Eigentlich sollte für Sie keine Probleme geben. Gucken Sie mal in die Bedingungen Ihres Beihilfetarifes, ich bin mir sicher, dort findet sich eine ähnliche Aussage wie die nachfolgende (die ist aus dem aktuellen DKV-Bedingungen):

"Änderung des Beihilfebemessungssatzes bzw. Wegfall des Beihilfeanspruchs, ändert sich der Beihilfebemessungssatz, haben Sie folgenden Anspruch:
Sie können die entsprechende Anpassung des Versicherungsschutzes im Rahmen der bestehenden Krankheitskostentarife verlangen.
Wir passen den Versicherungsschutz nur soweit an, dass die Änderung des Beihilfebemessungssatzes für die versicherte Person ausgeglichen wird. Das Niveau des Versicherungsschutzes
(z.B. Zweibettzimmer im Krankenhaus) wird nicht verbessert. Die Anpassung erfolgt zu dem Zeitpunkt, in dem die Beihilfeänderung wirksam wird.

Stellen Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung, passen wir den Versicherungsschutz ohne Risikoprüfung oder Wartezeiten an. Der angepasste Versicherungs-
schutz gilt dann auch für laufende Versicherungsfälle.
Die Regelungen gelten entsprechend, wenn der Beihilfeanspruch einer versicherten Person entfällt.
Uwe Haensch

Alle Aussagen in meinen Beiträgen erfolgen ohne Gewähr und stellen keine (Rechts)Beratung dar.

Peter Wolnitza

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3

Mittwoch, 29. März 2017, 10:07

Nur kurz

Hallo,

nur auf die Schnelle:
Die Lösung Ihres Problemes liegt in den Vertragsbedingungen - bei Änderung oder Wegfall der Beihilfegrundlagen (ist bei Ihnen der Fall) besteht ein Änderungs/Anpassungsrecht OHNE erneute Gesundheitsprüfung.

Hier schnell eine Kopie aus den vertragsbedingungen - so oder so ähnlich finden Sie das mit Sicherheit auch in Ihrem Vertrag:

19.1 Änderung des Beihilfebemessungssatzes bzw. Wegfall des Beihilfeanspruchs:
Ändert sich der Beihilfebemessungssatz, haben Sie folgenden Anspruch:
Sie können die entsprechende Anpassung des Versicherungsschutzes im Rahmen der bestehenden Krankheitskostentarife
verlangen. Wir passen den Versicherungsschutz nur soweit an, dass die Änderung des Beihilfebemessungssatzes
für die versicherte Person ausgeglichen wird. Das Niveau des Versicherungsschutzes
(z.B. Zweibettzimmer im Krankenhaus) wird nicht verbessert. Die Anpassung erfolgt zu dem Zeitpunkt, in dem
die Beihilfeänderung wirksam wird. Stellen Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung,
passen wir den Versicherungsschutz ohne Risikoprüfung oder Wartezeiten an. Der angepasste Versicherungsschutz
gilt dann auch für laufende Versicherungsfälle.
Die Regelungen gelten entsprechend, wenn der Beihilfeanspruch einer versicherten Person entfällt.

Denke, das sollte trotzdem Ihre Fragen beantworten und Ihre Bedenken zerstreuen.
Peter Wolnitza
Makler für BU, PKV, Altersvorsorge
Zert_FP (FH Frankfurt)
Tel . : 06187 - 90 29 89
www.wolnitza.de
info@wolnitza.de

4

Mittwoch, 29. März 2017, 10:56

Hallo,

Vielen Dank, das beruhigt mich schonmal hinsichtlich des bestehenden Versicherungsschutzes. Es ist beruhigend zu wissen, dass ich nicht in den Basis Tarif fallen werde.
Allerdings hatte mir der Service-Berater am Telefon erzählt, dass der monatliche Beitrag bei dem Tarif für Studenten nach Wegfall der Beihilfe so ungefähr bei 190 bis 200 Euro liegen soll.
Jetzt ist die Frage: Ist das eine realistische Zahl? Gibt es im weiteren Verlauf die Möglichkeit noch günstiger Wegzukommen zB durch Verzicht auf den Zweibettzimmer Zuschuss oder andere Extras, die unter Umständen im ursprünglichen Tarif enthalten sind?
Und wie sieht das ganze bei einem etwaigen Probeantrag über den Marburger Bund aus: Kann ich das machen ohne meinen Schutz bei der DKV zu riskieren und hätte ich realistische Chancen dann in den günstigen Gruppentarif der Allianz für Medizinstudenten zu kommen?

Mit freundlichen Grüßen

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »JanaC« (29. März 2017, 10:58)


uwehaensch

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5

Donnerstag, 30. März 2017, 09:53


Allerdings hatte mir der Service-Berater am Telefon erzählt, dass der monatliche Beitrag bei dem Tarif für Studenten nach Wegfall der Beihilfe so ungefähr bei 190 bis 200 Euro liegen soll.
Jetzt ist die Frage: Ist das eine realistische Zahl? Gibt es im weiteren Verlauf die Möglichkeit noch günstiger Wegzukommen zB durch Verzicht auf den Zweibettzimmer Zuschuss oder andere Extras, die unter Umständen im ursprünglichen Tarif enthalten sind?


Der Beitrag ist realistisch für einen sogenannten 100 %-Tarif (d.h. gänzlich ohne Beihilfe), aber die DKV hat doch sicherlich einen Studententarif im Programm der deutlich günstiger ist.


Und wie sieht das ganze bei einem etwaigen Probeantrag über den Marburger Bund aus: Kann ich das machen ohne meinen Schutz bei der DKV zu riskieren und hätte ich realistische Chancen dann in den günstigen Gruppentarif der Allianz für Medizinstudenten zu kommen?


Sie können natürlich einen Probeantrag stellen, wie realistisch eine Annahme ist, kann hier keiner beurteilen.

Viel wichtiger ist aber, dass Sie die beiden möglichen Tarife genau miteinander vergleichen. Selbst wenn manche Details für Sie als Studentin momentan nicht relevant oder wichtig sind, es könnte Ihnen ja passieren dass Sie nach Beendigung Ihres Studiums sich weiter privat versichern müssen bzw. wollen. Dann hängen Sie bei dem jeweiligen Anbieter fest.

Außerdem sind Sie sicher schon länger bei der DKV versichert und haben dort noch einen Bisex-Tarif. Hier muss man zusätzlich abwägen / aufpassen ob man in der alten Welt (unisex) bleiben will oder unumkehrbar in die neue Welt (Bisex) wechseln will. Das bedarf ggf. fachlicher Beratung die die DKV selbst möglicherweise nicht leisten kann oder will.
Uwe Haensch

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6

Donnerstag, 30. März 2017, 16:01

Hallo,

Danke für die weitere Antwort.
Kann man denn auch in so einen günstigeren Tarif dann ohne Gesundheitsprüfung rein?
Ich dachte man könne nach dem Studium wieder in die gesetzliche Krankenkasse wechseln, wenn man in einem Angestelltenverhältnis in einem Sozialversicherungpflichtigen Beruf arbeitet (wäre bei mir ja auf jeden Fall der Fall)?

Mit freundlichen Grüßen

uwehaensch

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7

Donnerstag, 30. März 2017, 17:16


Ich dachte man könne nach dem Studium wieder in die gesetzliche Krankenkasse wechseln, wenn man in einem Angestelltenverhältnis in einem Sozialversicherungpflichtigen Beruf arbeitet (wäre bei mir ja auf jeden Fall der Fall)?


Natürlich, wenn Sie eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit als angestellte Ärztin mit einem Bruttoeinkommen unterhalb der JAEG (57.600 in 2017) beginnen, werden Sie automatisch versicherungspflichtig in der GKV.
Uwe Haensch

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Barmer

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8

Freitag, 31. März 2017, 21:59

.. und auch wenn die erste Beschäftigung nach dem Studium oberhalb der JAEG liegt, hat sie ein freiwilliges Beitrittsrecht.

Ein Wechsel in den Studententarif UNI der DKV sollte ohne Gesundheitsprüfung möglich sein. Ein späterer Wechsel in einen höherwertigen Tarif allerdings eher nicht.


Viel Glück

Barmer

uwehaensch

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9

Samstag, 1. April 2017, 12:59

.. und auch wenn die erste Beschäftigung nach dem Studium oberhalb der JAEG liegt, hat sie ein freiwilliges Beitrittsrecht.


Das ist doch wohl nur Theorie oder ? Direkt von der PKV in die freiwillige GKV ohne Umweg über eine Pflichtversicherung funktioniert i.d.R. nicht.
Uwe Haensch

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Thomas Kliem

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Beruf: Fachmakler für PKV, BU-Versicherungen, Altersvorsorgeprodukte und Finanzierungen. Bankkaufmann und Fachwirt für Finanzberatung (IHK)

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10

Samstag, 1. April 2017, 17:52

.. und auch wenn die erste Beschäftigung nach dem Studium oberhalb der JAEG liegt, hat sie ein freiwilliges Beitrittsrecht.


Das ist doch wohl nur Theorie oder ? Direkt von der PKV in die freiwillige GKV ohne Umweg über eine Pflichtversicherung funktioniert i.d.R. nicht.
Nix Theorie. Das steht ausdrücklich im SGB V.
Thomas Kliem
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