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Dienstag, 6. Oktober 2015, 22:36

Grundsätzliches zur Pflegezusatzversicherung

Hallo,

meine Eltern wollen demnächst eine Pflegezusatzversicherung abschließen. Zusätzlich überlege ich (Ende 20), auch schon einen solchen Vertrag zu schließen. Infrage kommen (wegen erheblicher Vorerkrankungen) Pflege-Bahr und vielleicht - falls die Gesundheitsfragen passen - noch die ungeförderte Pflegetagegeldversicherung.

1) Frage zu Pflegestufen/Pflegegraden
In den Bedingungen ist die Höhe der Tagessätze oftmals anhand der Pflegestufe (I bis III) definiert. In den Medien habe ich gehört, dass demnächst ersatzweise fünf Pflegegrade eingeführt werden sollen. Was passiert dann mit den versicherten Tagessätzen, wenn es keine Pflegestufen mehr gibt? Werden die Bedingungen (ggf. zu meinen Ungunsten) geändert? Wie kann man sich hier geschickt verhalten?


2) Frage zu Insolvenzrisiko des Versicherers
Gemäß meinen Recherchen sind beide o.g. Varianten der Pflegetagegeldversicherung (gefördert/ungefördert) der privaten Krankenversicherung zuzuordnen. Hier würde im Insolvenzfall die Medicator AG greifen. Auf Anfrage teilte mir die BaFin mit, dass beide Pflegezusatzversicherungen grundsätzlich nicht abgesichert seien (anders als bei der privaten Krankenvollversicherung oder der Pflegepflichtversicherung).
Da ich in letzter Zeit oft gehört habe, dass es den Versicherern wegen der Niedrigzinsphase schlecht geht, frage ich mich, ob es bei mir Sinn macht, sich bei fehlender Insolvenzsicherung für viele Jahrzehnte an einen Versicherer zu binden.
Oder betrifft das Leiden unter den Niedrigzinsen im Wesentlichen die Lebensversicherer? Sieht es bei den Krankenversicherern (z.B. wegen der Möglichkeit, die Beiträge zu erhöhen) gar nicht so schlecht aus wie bei den Lebensversicherern?
Mich würde mal die Einschätzung der Fachleute interessieren.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »AG_cm« (6. Oktober 2015, 22:40)


Barmer

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2

Mittwoch, 7. Oktober 2015, 00:53

Hallo,

zu 1.)

Bei einer Neuregelung der Pflegestufen wird es vermutlich zu einer AVB-Änderung kommen, damit die Tarife handhabbar bleiben. Mit einer Verschlechterung würde ich nicht rechnen, bei allen mir bekannten AVB-Änderungen der letzten Jahre gab es Verbesserungen für die Kunden.

zu 2.)

Auch die PKV leidet unter dem Zinsniveau, hat jedoch im Gegensatz zur LV die Möglichkeit der Beitragsanpassung. Das Insolvenzrisiko ist daher minimal.

Die Auskunft, Medicator übernähme keine Zusatzversicherungen, überrascht mich. Meines Erachtens tritt Medicator in alle Verträge ein. So verweisen auch Versicherer, die nur Zusatzversicherungen anbieten (z.B. Vigo) auf Medicator als Sicherungsinstrument. Möglicherweise gilt der staatliche Sicherungsauftrag, den Medicator später erhalten hat, nur für die substitutiven Versicherungen.

Viel Glück

Barmer

3

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 16:26

Zitat

Die Auskunft, Medicator übernähme keine Zusatzversicherungen, überrascht mich. Meines Erachtens tritt Medicator in alle Verträge ein. So
verweisen auch Versicherer, die nur Zusatzversicherungen anbieten (z.B. Vigo) auf Medicator als Sicherungsinstrument. Möglicherweise gilt der
staatliche Sicherungsauftrag, den Medicator später erhalten hat, nur für die substitutiven Versicherungen.
Eine gute Übersicht gibt es auf den Seiten der BaFin (ganz unten): http://www.bafin.de/DE/Verbraucher/BaFin…ungen_node.html
Medicator sichert nur die Krankheitskostenvollversicherung, Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeldversicherung. Zusatztarife werden dort sogar explizit ausgeschlossen.
Da scheinen mir ein paar Versicherer aber mit unsauberen Marketingstrategien zu arbeiten...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »AG_cm« (8. Oktober 2015, 16:53)


Barmer

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4

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 18:36

Hallo, das widerspräche allen Quellen zur PKV, in denen von einer Übertragung aller Verträge gesprochen wird. Interessant hierzu auch

https://www.test.de/Themenpaket-Pflege-u…nfos-4531679-0/

nach denen der PKV-Verband (100% Anteilseigner von Medicator) der BAfin widerspricht.

Wie ich schon vermutete: substitutive Versicherung inzwischen abgesichert qua Gesetz, andere Verträge "nur" durch Mitgliedschaft. (Medicator ist älter als die gesetzliche Vorschrift.)

Man sollte den PKV-Verband um eine Stellungnahme bitten.

Viel Glück

5

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 22:50

Zitat

Hallo, das widerspräche allen Quellen zur PKV, in denen von einer Übertragung aller Verträge gesprochen wird. Interessant hierzu auch

https://www.test.de/Themenpaket-Pflege-u…nfos-4531679-0/

nach denen der PKV-Verband (100% Anteilseigner von Medicator) der BAfin widerspricht.

Wie ich schon vermutete: substitutive Versicherung inzwischen abgesichert qua Gesetz, andere Verträge "nur" durch Mitgliedschaft. (Medicator ist älter als die gesetzliche Vorschrift.) Man sollte den PKV-Verband um eine Stellungnahme bitten.
Also das haut mich jetzt echt vom Hocker! Dieses Forum gefällt mir immer besser. :)

Laut BaFin ist keine Pflegezusatzversicherung von Medicator abgesichert, wohingegen der PKV-Verband die Rechtsauffassung teilt, dass auch die Zusatzversicherungen der Pflichtmitglieder abgesichert sind!?
Nur zum Verständnis: Pflichtmitglieder sind diejenigen Versicherer, die Verträge der substitutiven Krankenversicherung anbieten? D.h. wenn ein Versicherer eine Krankheitsvollkostenversicherung anbietet, dann sind die Zusatzversicherungen ebendieser Gesellschaft auch über Medicator abgesichert?

Mhh... Als juristischer Laie hört es hier für mich auf. Wenn mir der PKV-Verband nun schreibt, der Vertrag sei abgesichert, die BaFin aber das Gegenteil behauptet, dann ist hier mit einer gesunden Skepsis heranzugehen. Dann ist die Rechtslage unklar und im Zweifelsfall muss man (mit mäßigen Erfolgsaussichten) klagen...

Ich habe den PKV-Verband mal angeschrieben. Abwarten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »AG_cm« (8. Oktober 2015, 23:23)


6

Dienstag, 3. November 2015, 22:50

Der PKV-Verband hat mir geantwortet:
  • Er räumt ein, dass laut BaFin nur die substitutive Krankenversicherung abgesichert ist. Damit gebe es laut BaFin keinen Rechtsanspruch auf Insolvenzschutz der Pflegezusatzversicherung.
  • Im Insolvenzfall würde eher das gesamte Unternehmen gerettet, nicht nur der Bestand an Verträgen der substitutiven Versicherung. Eine Trennung nach Substitutiv- und Zusatz-Verträgen wäre hier kaum denkbar.
  • Sofern der Versicherer, der die Pflegezusatzversicherung anbietet, auch Verträge der substitutiven Krankenversicherung im Bestand hat, würde im Insolvenzfall wahrscheinlich auch die Zusatzversicherung aufgefangen.
Also: Einen Rechtsanspruch auf Insolvenzschutz, der vor einen deutschen Gericht einklagbar wäre, hat man nicht. Sofern der Versicherer auch Verträge aus der substitutiven Krankenversicherung im Bestand hat, erhöht sich aber die Wahrscheinlichkeit, dass im (unwahrscheinlichen) Insolvenzfall auch eine Zusatzversicherung gerettet wird.

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