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Donnerstag, 26. Mai 2011, 17:58

Gruppenunfallversicherung und deren Folgen für andere Versicherungsarten im Leistungsfall

Hallo Zusammen,

unser (Amateur-)Fußballverein hat für die Spieler eine Gruppenunfallversicherung abgeschlossen. Nun hätten wir nach einem Kreuzbandriss theoretisch einen Leistungsfall bzw. könnten Invaliditätsansprüche (Einmalzahlung) geltend machen.

Der betroffene Spieler hat nun jedoch Angst davor, dass sich eine eventuell vom Arzt festgestellte langfristige Beeinträchtigung des Knies und eine daraus durch die Versicherung abgeleitete Invalidität, negativ auf künftig abzuschließende Versicherungen auswirken könnte.

Eine Thematik, die (offen gesagt) beim Abschluss des Vertrages nicht berücksichtigt wurde.

Konkret geht es um BU, KV, Kranken-Zusatz und eventuell Pflege.

Meine Frage wäre nun, ob diese Sorge berechtigt ist:

Konkret am Beispiel BU:

Der Geschädigte ist Kaufmann (könnte in einem anderen, kommenden Fall aber natürlich auch Mechaniker oder Bauarbeiter sein) und hat nun Angst, dass sich die durch die Versicherung festgestellte Invalidität negativ auswirken könnte, wenn er künftig z.B. eine BU abschliessen will (höherer Beitrag? Niedrigere Leistung? Ablehnung aufgrund der Vorerkrankung?).

Es wäre klasse, wenn jemand von Euch Fachleuten hier mal kurz zur Thematik stellen nehmen könnte.

Macht eine solche Versicherung unter diesen Gesichtspunkten überhaupt Sinn oder sollte man diese besser wieder kündigen, da die Nachteile und Risiken für den Geschädigten (zu) groß sind?

Schon im Voraus vielen Dank!

Gruß

Flo

2

Donnerstag, 26. Mai 2011, 19:16

Hallo,

die Verletzung (angabepflichtig) und die darauffolgende medizinische Behandlung (angabepflichtig) wird möglicherweise weiteren Vertragsabschlüssen (ohne Ausschluss bzw. Risikozuschlag) entgegen stehen und nicht der Umstand, dass der Verletzte eine Leistung aus seiner Unfallversicherung erhalten hat.

Die Verletzung muss er angeben, ob er nun dafür einen versicherungstechnischen Ersatz in Form einer Invaliditätsleistung erhält oder nicht. Es wäre unsinnig auf die Leistung zu verzichten, da ihm dieser Verzicht bei einer Prüfung für andere Versicherungssparten keinen Vorteil bringen wird.

Viele Grüße
Angela
Angela Baumeister
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3

Donnerstag, 26. Mai 2011, 22:14

Hallo Angela,

zunächst einmal vielen Dank für Deine sehr klare Antwort.

Genauso war auch meine Argumentation als ich von den Bedenken zum ersten mal gehört habe.

Jedoch hat mich dann folgende sinngemäße Aussage/Argumentation irgendwie doch wieder ins Nachdenken gebracht:

Die Verletzung als solche ist sehr gut verheilt. Einen leichten Folgeschaden (kleinere Bewegungseinschränkungen etc.) hast Du bei solchen Verletzungen immer - diesen würde auch der behandelnde Arzt entsprechend bestätigen.
Dies wäre allerdings auch nur nötig, wenn man einen Leistungsanspruch anmeldet. Tut man dies nicht und man stellt später einen BU-Antrag, muss man die Verletzung natürlich angeben - kann dies jedoch "als gut verheilt" tun (soweit bei einer Verletzung dieser Schwere möglich). Habe ich bereits eine Invaliditätsbescheinigung für die Folgen dieser Verletzung, fällt das "gut verheilt" ja quasi weg und die Vorerkrankung ist auf jeden Fall da.

Wäre klasse wenn Du zu dieser Argumentation nochmals kurz Stellung nehmen könntest - Meiningen weitetrer Fachleute sind natürlich weiter erwünscht :-).

Auch ein kurzer Kommentar zu den anderen genannten Versicherungen (KV, KV-Zusatz, Pflege) wäre toll.

Ach, und was ich völlig vergessen hatte: Der Vertrag ist zwischen dem Verein und der Versicherung abgeschlossen. Der Spieler bekommt also auch nicht die volle Leistung (zahlt ja auch keinen Beitrag), sondern nur einen Teil davon bzw. eine "Aufwandsentschädigung", was seine Bedenken natürlich nicht gerade mindert.

Gruß

Flo

4

Freitag, 27. Mai 2011, 09:46

Hallo,

der Gedankengang ist falsch.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten:

1. Entweder verbleibt ein Dauerschaden, dann habe ich Beschwerden und auch einen Anspruch auf eine Leistung. Und löse damit auch eine Angabepflicht aus.

(KVPflege wird die Verletzung mutmaßlich nicht so interessieren, BU und PKV je nach dem, wie lange die Verletzung her ist und was derjenige beruflich macht schon, KVZusatz wird genauso geprüft wie KVVoll, jedoch etwas "lascher" in der Risikobeurteilung, Leben sollte auch wenig Interesse an der Verletzung haben.)

oder

2. Es verbleibt kein Dauerschaden, dann habe ich auch keine Beschwerden und keinen Anspruch auf eine Leistung. Und damit möglicherweise trotzdem eine Angabepflicht.

Problematisch für den Versicherten wird es nur in den Fällen, wo eigentlich keine (geringe) Beschwerden bestehen aber über Aggravation (Übertreibung) eine (höhere) Leistung erschlichen werden soll. Die Verletzung ist da und die Beschwerden bestehen oder bestehen nicht. Ob der Versicherte nun eine Leistung aus einer Unfallversicherung erhält oder nicht, spielt keine Rolle. Man denke sich einfach die Unfallversicherung einmal weg und lese sich die Gesundheitsfragen zu BU/PKV/KV-Zusatz/Pflege und Co. einfach einmal durch. ;)

Wieso bekommt die Verletzte Person nicht alles? Gibt es in der Gruppenunfall eine besondere Vereinbarung? Auch wenn die VP die Beiträge nicht zahlt, der VN ist im Innenverhältnis verpflichtet die Leistung an den Versicherten auszukehren. Von einem Einbehaltungsrecht habe ich noch nie etwas gehört. Woraus soll sich das ergeben?

Viele Grüße
Angela
Angela Baumeister
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5

Freitag, 27. Mai 2011, 16:11

Hallo Angela,

nochmals vielen Dank für Deine Erklärungen.

Zu Deiner Frage: Keine Ahnung, ich kenne die Verträge nicht.

Viele Grüße

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