Sie sind nicht angemeldet.

1

Samstag, 12. März 2016, 13:39

Teil-/Vollkasko sinnvoll?

Hallo Mitglieder,

Aktuell habe ich für meinen Seat Leon eine Haftpflicht inkl Vollkasko.

Wenn ich jetzt einen selbstverschuldeten Unfall habe.
Eine Vollkasko zahlt zwar den Schaden, aber im Endeffekt erhöht sich mein Beitrag über viele Jahre durch den reduzierten Schadenfreiheitsrabatt.
Alternativ könnte ich doch auch die Vollkasko kündigen, und im Schadensfall einen Kredit bei einer Bank aufnehmen.
Die Variante mit dem Kredit wäre meines Erachtens sehr viel günstiger.

Ich möchte gerne wissen, welche Vorteile eine Vollkasko gegenüber einem Kredit im Schadensfall bietet.

Kölsch

unregistriert

2

Donnerstag, 17. März 2016, 11:53

Versicherungen sind grundsätzlich quatsch, wenn man den Schaden auch aus eigener Tasche zahlen kann.

Für alle anderen macht das dann schon mal Sinn.

Barmer

Versicherungsberater

Beiträge: 1 659

Wohnort: Wuppertal, Münster

Beruf: Rentner, Versicherungsberater 34e Abs.1 i.R.

  • Nachricht senden

3

Donnerstag, 17. März 2016, 14:52

Kann er aber ja nicht. Sondern muss dann einen Kredit aufnehmen. Wenn er den immer kriegt, mag das passen

Gruss

Barmer

pas-ko

V.I.P.

Beiträge: 610

Wohnort: Nauort

Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

  • Nachricht senden

4

Freitag, 18. März 2016, 07:35

Ersteinmal denke ich, die Anfrage war nicht ernsthaft gemeint.

Zum Zweiten kann ich die Aussage nicht stehen lassen, dass Versicherungen IMMER quatsch sind, wenn man den Schaden aus eigener Tasche bezahlen kann. Der Risikotransfer auf einen Versicherer macht durchaus Sinn, wenn gezahlter Beitrag adäquat zum versicherten Risiko steht. Die Sinnhaftigkeit lässt sich sogar berechnen, dies hatte K-Guru schonmal eindrucksvoll dargestellt. Als Beispiel dagegen halte ich den Feuerversicherungsbeitrag für ein Wohngebäude - hier dürfte es ausser Zweifel stehen, dass es sich rechnet, Beitrag zu bezahlen, auch wenn man das Haus aus Eigenmitteln nochmal hinstellen könnte.

Die Kreditlösung passt auch dann nicht, wenn er immer einen Kredit bekommen sollte.

a) Ein Ratenkredit über 20.000 EUR, 6 Jahre Laufzeit und 8% Zinsen kostet rund 350 EUR monatlich. Ich wage zu bezweifeln, dass sich die Rückstufung in Kasko über die Zeit auf einen ähnlichen Betrag summiert, weder für sich selbst monatlich betrachtet, noch auf die gesamte Laufzeit.

b) Gerät der KN mit zwei Raten in Verzug, kann der Kreditgeber kündigen. Die Karre ist dann weg und eine Restschuld bleibt noch offen.

c) ist vermutlich das Fahrzeug jetzt schon finanziert und monatlich mit Raten zu bedienen. Hier überhaupt darüber nachzudenken, ob eine weitere Kreditlösung nicht sinnvoller ist, ist obsolet.

d) hat der Risikotransfer zum Versicherer und die daraus gewonnene Sicherheit eine sehr beruhigende Komponente und lässt eine gewisse Planbarkeit seiner eigenen, wirtschaftlichen Situation für die Zukunft überhaupt erst zu. Warum sollte ich das Risiko selbst tragen, einen Haufen Kohle zu verlieren, wenn ich es planbar gestalten kann und statt dessen diese Summe für andere Projekte benutzen kann (z.B. Eigenheim etc.), als diese in einem persönlichen Risikotopf zu parken?

Gerade durch d) gewinnt das Modell einer Versicherung erst an Sinn. Mal anders gesagt: Hätte bisher jeder Mensch auf den Risikotransfer verzichtet, und gäbe es keine Versicherung, sähe unsere Welt ganz anders aus. Vermutlich würde wir unsere Wohnung nicht mit einer Türe schließen, sondern noch immer einen Stein vor den Eingang rollen.

Risiken grundsätzlich selbst zu tragen, wenn man es kann, ist meistens nicht die Lösung.

Warum sollte ein Industrieunternehmen 7-stellige Summen für Versicherungsschutz aufwenden, obwohl es seine Produktionsanlagen aus Eigenmitteln nochmals hinstellen kann? Gerade Weltkonzerne hätten die Finanzkraft, doch wenden sie lieber horrende Summen für Versicherungsschutz auf. Weil es betriebswirtschaftlich eben Sinn macht.


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
----------------------------------------------------------------------------------------------

5

Freitag, 18. März 2016, 09:00

Versicherungen sind grundsätzlich quatsch, wenn man den Schaden auch aus eigener Tasche zahlen kann.

Für alle anderen macht das dann schon mal Sinn.



Guten morgen,

oh je... Kollege Kölsch. Hoffe das war einfach nur die persönliche Meinung. Halt nein, da auch ich davon ausgehe, dass der Fragesteller dies nicht ernst gemeint hat, war die Antwort von Kölsch bestimmt ebenfalls nicht ernst gemeint --> dann :thumbup:

Ansonsten würde ich auf Fragen die nicht ernst gemeint sind, auch nicht antworten.



Beste Grüße
Andreas Matin
-Versicherungsfachwirt-
_________________________________________________

Versicherungen, Vorsorge & mehr ...

Kölsch

unregistriert

6

Freitag, 18. März 2016, 13:06

Hallo zusammen, sie war im Hinblick auf die KFZ-Versicherung tatsächlich ernst gemeint.

Meines Erachtens fehlt den Deutschen zwischenzeitlich vollkommen die Fähigkeit Risiken einzuschätzen und auch zu tragen. So erlebe ich es immer wieder das Autos oder Motorräder ohne nennenswerten Wert Kasko versichert werden. Wenn mein Auto einen Restwert von EUR 2.000 hat und ich das Risiko selbst tragen kann (oder Finanzieren mag), dann erschließt sich mir der Sinn einer Kasko-Versicherung nicht wirklich. Wenn ich dann noch so pfiffig bin und die gesparte Kaskoprämie als Rücklage für eventuelle Schäden spare, dann macht das für mich in vielen Fällen mehr Sinn.

Gerade die Fintechs machen das doch auch vor, was alte Hasen schon lange machen: eigene Risikopools bilden. Ein mir bekannte Clique von Porschefahrern praktiziert das schon seit Jahren: anstelle daß jeder jährlich EUR 10.000 für die Kasko zahlt, wandert das in einen Topf, der im Schadensfall dann die Kosten übernimmt. Wobei jeder einzelne den Totalverlust auch ohne Topf tragen kann, das Modell ist bestimmt nicht für jedermann, aber ich schweife gerade vom Thema ab.

pas-ko

V.I.P.

Beiträge: 610

Wohnort: Nauort

Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

  • Nachricht senden

7

Samstag, 19. März 2016, 08:06

oweia, oweia...

während ich bei Deinem Beispiel mit der 2.000-Eur-Karre noch folgen kann, so muss ich doch mal festhalten:

1.) noch schlimmer, als dass Laien ihren Versicherungsschutz in Eigenregie versuchen, zusammenzustellen (dann werden zich Euro für eine Handy-Versicherung ausgegeben, aber Haftpflicht fehlt), ist es, wenn Laien einen Risiko-Pool organisieren wollen

2.) sollte man mal klarstellen, was Versicherung eigentlich ist - nämlich die Deckung des im Einzelnen ungewissen, in der Gesamtheit aber schätzbaren Geldbedarfs auf der Grundlage des zwischenwirtschaftlichen Risikoausgleichs über die Zahl und Zeit.

Jetzt stell ich mir die Porsche-Jungs - ganz unabhängig von der persönlichen Tragfähigkeit der einzelnen Personen - vor. Der erste bekommt seinen Porsche noch bezahlt, und der Zweite im Jahr geht leer aus? Äh, sorry, ne, die kohle ist wech... nix mehr da, hat der andere schon bekommen.

- wer kalkuliert?
- wer definiert, welche Schäden erstattet werden sollen und was nicht?
- wer zahlt Leistung, wenn mehr Schaden geschehen ist, als geschätzt?
- wer zahlt noch Beitrag, wenn längere Zeit keine Schäden geschehen sind, es dann aber mehrfach rumst?
- wer passt auf, dass die Kohle da bleibt, wo sie ist (Stichwort: Veruntreuung)

Die Bedenkenliste lässt sich noch beliebig fortschreiben.

Wer nicht dazu in der Lage ist, wie Du schon sagst, Risiken korrekt einzuschätzen und eine fundierte Entscheidung zu treffen, ab welcher Größe Risiken auf eine tragfähige Gemeinschaft transferiert werden sollten, der sollte schon gar nicht an einem privat organisierten Risikopool teilnehmen. Eine Clique von 5, 10, 20 oder 50 Porsche-Fahrern ist sicherlich keine "Gesamtheit" und schon gar keine solide tragfähige Gemeinschaft.

Warum sind Erst-VU rückversichert, die tausende von Risiken tragen?


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
----------------------------------------------------------------------------------------------

Thema bewerten


Home Lebensversicherun Rentenversicherung Berufsunfähigkeitsversicherung Private Krankenversicherung Krankenzusatzversicherung Pflegezusatzversicherung Autoversicherung Motorradversicherung

  My-Versicherung Motorradversicherung Autoversicherung Private-Unfallversicherung Private-Haftpflicht Bausparen  Privatrechtsschutz Pflegepflichtversicherung