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Dienstag, 30. Dezember 2008, 00:44

Rechtsschutzversicherung vor BU abschließen?

Hallo,
im Ratgeber der Stiftung Warentest wird empfohlen, den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung in Erwägung zu ziehen.
Dabei wird darauf hingewiesen, dass "Risiken, die bereits vor dem Abschluss des Rechtsschutzvertrags existierten, häufig nicht abgesichert sind".
D.h. also, man sollte klugerweise vor Abschluss einer BU noch eine Rechtsschutzversicherung abschließen, wenn man sich denn dazu entschließt.
Über die Notwendigkeit einer solchen Verischerung soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden, sondern nur um den Ausschluss!

Meine Fragen:
- welche Erfahrungen habt ihr damit?
- wo kann ich das in den Vertragsbedingungen idR nachlesen? gibt es da allgemeine Versicherungsbedingungen, in denen die Antwort vielleicht steckt?

Danke für Eure Hilfe.

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Dienstag, 30. Dezember 2008, 08:51

Moin Neo,

eigentlich gehört die Frage dann ins Rechtschutzforum. Egal, die Frage ist aufgrund einiger Berichte (Medien) wohl durchaus berechtigt. Ich persönlich halte den Abschluss einer Rechtschutzversicherung aufgrund solcher Berichte als alleiniges Kriterium für nicht ausreichend. Es gibt jedoch jede Mende weitere Gründe, eine Rechtschutzversicherung abzuschliessen. Gerade als Angestellter sollte man in turbulenten Zeiten - wie Sie ja herbei geredet werden - nicht auf einen Berufs-Rechtschutz verzichten. Es gibt im Bereich Rechtschutz verschiedene Bausteine, die separat oder in Kombination abgeschlossen werden können. Grundsätzlich gilt auch hier - ein brennendes Haus kann man nicht mehr gegen Feuer versichern. Im Bereich Rechtschutz ist das in der Regel noch etwas kniffliger, da beim Rechtschutz immer zu beachten ist, wann der Versicherungsfall eingtreten ist (also der Zeitpunkt der Ursache / des Grundes für den Versicherungsfall) und das ist manchmal schwer zu bestimmen.

Zu den konkreten Fragen:
- bei vernünftigen BU-Bedingungen sollte man davon ausgehen können, dass man im Schadenfall keinen Rechtschutz braucht. Die Erfahrungsberichte hier sprechen teilweise eine andere Sprache. In Summa (s.o.) macht der Abschluss einer RS wohl schon Sinn und dann besser vor dem Abschluss der BU Versicherung
- Die Standardbedingungen findet man hier: http://www.gdv.de/Publikationen/versiche…nhalt21041.html (§4) - allerdings kann jeder Versicherer eigene Bedingungswerke stricken, die gesondert zu beachten wären, einen konkreten Versicherer werden wir aufgrund der Forenregeln nicht empfehlen.

Als wichtige Empfehlung: Rechtschutz nie bei dem Unternehmen abschliessen, bei dem weitere Versicherungsverträge bestehen (Grund: s. §3.2 h) in den o.g. Standardbedingungen [es sei denn der Versicherer verzichtet auf diese Klausel]).

Grüße
ara
Wer mehr (über mich) wissen möchte -> PN schreiben.
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3

Dienstag, 30. Dezember 2008, 15:45

§4 Wartezeit

Danke für die Antwort.
Ja, BU sollte nur ein Grund mehr sein, eine Rechtschutzv. abzuschließen. Also, wenn man es viell. sowieso vor hatte.
Ich werde mir Gedanken machen, auf welche Bausteine ich verzichten kann, um es auch kostenmäßig erträglich zu halten.

Noch mal kurz nachgehackt: wenn §4 (1) der allgem. Bed. so in einem Rechtsschutzvertrag stehen würde, müsste ich zudem eine Wartezeit von 3 Monaten berücksichtigen? Also Erst nach 3 Monaten Beginn des Versicherungsschutzes die BU abschließen.

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Donnerstag, 15. Januar 2009, 14:09

RE: §4 Wartezeit

Noch mal kurz nachgehackt: wenn §4 (1) der allgem. Bed. so in einem Rechtsschutzvertrag stehen würde, müsste ich zudem eine Wartezeit von 3 Monaten berücksichtigen? Also Erst nach 3 Monaten Beginn des Versicherungsschutzes die BU abschließen.
Was hat denn die Wartezeitregelung mit dem Abschluss einer BU zu tun??? ?( ?( ?(

lpi
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5

Donnerstag, 15. Januar 2009, 14:51

Hi,
Was hat denn die Wartezeitregelung mit dem Abschluss einer BU zu tun???
neo79 meint wohl, dass der Abschlusszeitpunkt einer BU im Falle einer späteren Leistungsverweigerung als Schadeneintrittszeitpunkt - wenn man das hier so nennt - zählt. Danach müsste die Rechtsschutz in dem Fall nicht leisten wenn das in den ersten drei Monaten nach Abschluss der Rechtsschutz passiert ist. So jedenfalls habe ich das verstanden. Ist das denn so? Kann ich mir irgendwie als Endverbraucher nicht so recht vorstellen.

hundl

mischa

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6

Donnerstag, 15. Januar 2009, 15:54

Der Schadeneintritt wäre für mich der Eintritt der Berufsunfähigkeit, nicht das Abschlußdatum der Versicherung. Die Wartezeit ist daher unkritisch.
Liebe User, da ich in diesem Forum nicht mehr regelmäßig aktiv bin, können (allgemeine) Fragen an mich über meinen (neuen) Blog gestellt werden: http://www.finanzberater-augsburg.de

Individuelle Beratung: http://www.versicherungsmakler-augsburg.com

mischa


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7

Freitag, 16. Januar 2009, 09:17

@mischa: So ganz unterschreiben kann ich das nicht. Wenn der BU-Versicherer gegen seine eigenen Bedingungen verstößt - o.k., dann bin ich bei Dir. Wenn es aber um das Thema vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung geht (und darauf läufts doch meistens raus), dann ist ein möglicher Verstoß gegen eine Rechtspflicht zum Zeitpunkt der Antragstellung erfolgt. Gut, nun kann man behaupten, es wären vorsätzliche falsche Angaben gemacht worden und somit besteht keine Deckung über den RS. Aber wenn der Vorwurf des Vorsatzes entkräftet wird, dann haben wir ja wieder Deckung. So seh ich das. Kann das ja noch mal prüfen lassen.
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mischa

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8

Freitag, 16. Januar 2009, 15:43

Einverstanden, wenn es um die Anzeigepflichtverletzung geht, zählt das Abschlußdatum.

Grundsätzlich halte ich das mit der Rechtsschutz trotzdem für etwas weit hergeholt. Zumindest dann, wenn man beim Abschluß der Berufsunfähigkeitsversicherung mit der gebotenen Sorgfalt vorgeht! Wir haben inzwischen 9 BU-Fälle in unserem Bestand. 7 davon waren recht eindeutig und wurden bereits nach kurzer Zeit sauber reguliert, 2 Grenzfälle haben sich über einige Monate und mehrere Gutachten hingezogen und wurden dann ebenfalls geleistet. Einen Anwalt hat noch keiner unserer Mandanten gebraucht.

Es mag aber Versicherer geben, die es auf Streit anlegen.
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9

Freitag, 16. Januar 2009, 17:03

@mischa: So ganz unterschreiben kann ich das nicht. Wenn der BU-Versicherer gegen seine eigenen Bedingungen verstößt - o.k., dann bin ich bei Dir. Wenn es aber um das Thema vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung geht (und darauf läufts doch meistens raus), dann ist ein möglicher Verstoß gegen eine Rechtspflicht zum Zeitpunkt der Antragstellung erfolgt. Gut, nun kann man behaupten, es wären vorsätzliche falsche Angaben gemacht worden und somit besteht keine Deckung über den RS. Aber wenn der Vorwurf des Vorsatzes entkräftet wird, dann haben wir ja wieder Deckung. So seh ich das. Kann das ja noch mal prüfen lassen.
Also da muss ich dir Recht geben. Wenn jemand von vornherein "unsicher" ist, ob er die richtigen Angaben bei Antragstellung macht und natürlich auch nicht beim Versicherer wegen etwaiger Unklarheiten nachfragt, dann braucht er dringend eine Rechtsschutzversicherung, die ab Antragstellung der BU auch Deckung bietet... 8)

lpi
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Sonntag, 18. Januar 2009, 10:20

Na, dann sind wir uns ja einig. ;)
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frankwilke

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11

Mittwoch, 25. Februar 2009, 20:44

die Ärzte sind das Problem / in Zukunft immer mehr

Der BU-Versicherer fragt im Leistungsfall bei der GKV an, ob dort Krankheiten gespeichert sind. Der GKV-Patient erhält keine Abrechnung, welche Diagnosen der Arzt abrechnet. Je mehr Diagnosen der Arzt erfasst, je mehr Punkte kann er abrechnen und mehr verschreiben. Da werden die Leute echt erfinderisch. Gezwungenermaßenkannmansagenwürdemariobarthschreiben...

Hatten das Problem schon bei mehreren PKV-Kunden, die z.B. beim Arbeitgeberwechsel sich mal haben krank schreiben lassen.

Da ist dann guter Rat gefragt. Und schon unter diesem Aspekt kann man noch so sorgfältige Gesundheitsangaben machen, zusätzlich kann es halt passieren, daß durch solche Dokumentationen die Gesellschaften Angriffspunkte finden, die Verträge anzufechten.

Falls jemand einen Hausarzt hat, hilft manchmal ein Anruf.

Daher: So jung wie möglich seine BU absichern - ist nicht nur günstiger sondern auch risikoloser.

12

Dienstag, 14. Juli 2009, 23:31

RSV & BU

Auch hier sind wir wieder bei der Folgeereignistheorie. Maßgeblich ist der Eintritt des BU-Falles ( 3 Monate Wartezeit)

Bitte beachten: Bei vielen Tarifen ist bei Selbstständigen der Versicherungsvertrag bedingungsgemäß ausgeschlossen, kann aber meist eingeschlossen werden

Notwendigkeit: Man sehe sich die Prozeßquote der Bu-VU an. Je höher die versicherte Rente, so größer das Risiko einen Prozeß führen zu müssen.

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13

Mittwoch, 15. Juli 2009, 00:17

Bei vielen Tarifen ist bei Selbstständigen der Versicherungsvertrag bedingungsgemäß ausgeschlossen,


Meine das es da eben Urteile gab, das dies, soweit ÜBER die Firma abgeschlossen NICHT gilt.

Hintergrund: Vertrags-RS ist privat mit drin, für die Firma nicht (einschliessbar f. diesen Bereich).

Ist eine BU für die Privatperson oder für die Firma?

Laut Gericht eben für die Person, genau wie KTG etc.
Es sei denn, um Steuern zu sparen, wurde die BU auf die (juristische) Firma abgeschlossen.
Und wie immer in solchen Foren:



Trotz meiner beruflichen Erfahrung handelt es sich hierbei um eine
private Meinungsäußerung ohne Anspruch auf Richtigkeit, ohne Haftung
und ohne Ersatz für eine Beratung



Gruß

Florian Daniel Schulz

Versicherungsmakler, sowie Unternehmensberater für den Versicherungssektor

Schwerpunkt: Gewerbe, Industrie, Deckungskonzepte

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