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Dienstag, 28. Januar 2020, 19:05

Fonds Auswahl für Rentenversicheurng

Hallo,
ich habe neulich eine Liste über mögliche Fondsbeteilungen für meine Rentenversicherung erhalten.

Zur Zeit habe ich die vom Berater ausgewählte Fonds. Leider sind die Fondsanteile sehr hoch, dem entsprechend sind die Schwankungen hoch und die Anzahl der gekauften Anteile gering.

Nun habe mir eine Liste vom Anbieter kommen lassen.


Welche Fonds soll ich wählen?Habt Ihr Tipps für mich?

Grüße Stephan
»Stephan2016« hat folgende Datei angehängt:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Stephan2016« (28. Januar 2020, 19:08)


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Mittwoch, 29. Januar 2020, 18:29

Guten Abend,

wie so oft - es kommt darauf an. Darauf, wie Sie diesen Vertrag aufgrund Ihres Chancen-Risiko-Profils "bestücken" möchten. Hierzu zählen Alter, weitere Vorsorgevarianten, usw. usw.

Dies sollte beim Abschluss ein wesentlicher Punkt gewesen sein, denn schließlich sind die Fonds der Motor einer solchen Police.

Und ich weiß natürlich nicht, wie Sie gestrickt sind und welchen Anlagehorizont Sie haben, daher ist ein konkreter Rat nicht nur zu unterlassen, sondern wäre auch völlig töricht.

Grundsätzlich spricht aber bei entsprechender Laufzeit nichts gegen ertragsorientierte Fonds. Je nach Beitrag auch mehrere mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten. Je nach Risikoneigung / Laufzeit usw. eventuell gepaart mit einem kleineren Anteil an konservativen Fonds. Aber das muss jeder für sich entscheiden bzw. mit dem Vermittler seines Vertrauens erarbeiten. Und auch hier gilt - den Fonds / Vertrag auch die Chance auf eine gute Rendite geben und nicht bei jeder schlechten Nachricht die Strategie über den Haufen werfen. Dennoch sollte die gewählte Anlageform von Zeit zu Zeit überprüft werden.

Beste Grüße und viel Erfolg
Andreas Matin
-Versicherungsfachwirt-
_________________________________________________

Versicherungen, Vorsorge & mehr ...

Roland Gutsch

Fortgeschrittener

Beiträge: 368

Wohnort: Aachen

Beruf: Versicherungsmakler

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Mittwoch, 5. Februar 2020, 15:48

Streuen und auf Kosten achten

Hallo Stephan,
Voraussetzungen:
  • Die Rentenversicherung ist für die Altersvorsorge / Entnahme im Ruhestand gedacht
  • Die Laufzeit ist länger als 12, besser 15 Jahre
... dann kann man folgende "Grundregeln" aufstellen
  1. Achten Sie auf allen Ebenen auf niedrige Kosten. Jeder EURO, der nicht a) beim Versicherer oder b) direkt im Fonds anfällt gehört schon mal Ihnen
  2. Streuen Sie Ihr Investment so breit wie möglich
  3. Legen Sie zu Beginn eine vernünftige Strategie und wechseln Sie diese nicht - auch nicht bei Marktschwankungen (die kommen 100%ig sicher) => Buy and Hold!
Zu 1. a) Sie haben vermutlich einen Provisionstarif, bei dem sowohl die Abschluss- und Vertriebskosten hoch sind als auch die laufenden Verwaltungskosten. Das kann man vernünftig ändern - zumindest die laufenden Kosten, da die Provision je nachdem wie alt der Vertrag ist, bereits "verloren" ist (zumindest für Sie X( - nicht für den Vermittler)

Zu 1. b) Außerdem sind in der Fondsliste keine ETFs aufgeführt (passive Indexfonds) sondern nur gemanagte Fonds. Während ETFs Gesamtkosten von etwa 0,07% bis 0,5% pro Jahr aufweisen (sog. TER), kosten gemanagte Fonds etwa zwischen 1,5% und locker auch mal 3% pro Jahr. Es ist statistisch nachgewiesen, dass trotz teuren Managements langfristig keine höhere Rendite als bei passiven Indexfonds erzielt wird => auf Manager kann man / sollte man verzichten

Zu 2. Um eine breite Streuung zu erreichen, kann man weltweit investierende ETFs wählen und ggf. auch Emerging Markets oder Small Cap-Funds beimischen - wie oben gesagt: kein teuren gemanagten Fonds

Zu 3. Die Strategie orientiert sich an Ihrem Bedarf, der Restlaufzeit, Ihrem Risikoprofil - das hier auszuführen würde zu weit gehen

Geschichte, die das Berater-Leben schrieb:
Wir haben vor Kurzem das Guthaben aus einem Provisionstarif eines große Versicherers in einen günstigen Honorartarif mit ETFs eingebracht. Der Vertrag lief seit 2005, es waren bis Ende 2019 ca. 40.000.- € an Beiträgen eingezahlt worden, die Abschlusskosten betrugen ca. 11.300.- €, die Verwaltungskosten ca. 6.000.- €, Kosten für Todesfallschutz ca. 3.600.- € (die man über eine Risikolebensversicherung hätte günstiger haben können) - in die (teuren) Fonds wurden gerade mal 19.000.- € eingezahlt - weniger als die Hälfte ;( . Die zu Grunde liegende Fondsauswahl hätte auch gut aus einem Gothaer Vertrag stammen können - Fondskosten zwischen 1,67% und 2,49%.

In dem von uns alternativ ausgewählten Honorartarif liegen die Gesamtkosten inklusive der Fonds-Kosten dagegen bei ca. 0,8% - was das bei einer Laufzeit bis zum Rentenalter an positiver Differenz ausmacht kann man mit einem Online-Zinseszinsrechner schnell ermitteln. Dabei müssen natürlich sowohl die hohen Versicherungskosten (Abschluss- und Verwaltungskosten) als auch die hohen Fondskosten berücksichtigt werden.

Sie sollten also nach meinem Dafürhalten:
  • In einen Honorartarif wechseln
  • Zur Anlage breitgestreute ETFs wählen
(... wie oben geschrieben: natürlich nur, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen)

Freundliche Grüße

P.S.: Die Tatsache, dass die Auszahlung des Alt-Tarifes steuerfrei wäre, wurde natürlich berücksichtigt - ... und rettet den überteuerten Versicherungsmantel und die teuren Fonds NICHT, und zwar mit weitem Abstand nicht!
P.P.S.Dieses Beispiel ist übrigens kein extremre Einzellfall, sondern eher die Regel. Und: Ja: Rentenversicherungen sind durchaus empfehlenswert - als Honorartarif mit günstigen ETFs! Und man kann alte Verträge dadurch "retten" und mit gutem Ergebnis ins Rentenalter "nach Hause" bringen
Gutsch GmbH
Roland Gutsch
Fachmakler PKV-BU-AV
www.gutsch-gmbh.de
rg@gutsch-gmbh.de
Tel: (0241) 89 43 90 10

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »Roland Gutsch« (5. Februar 2020, 16:30)


Roland Gutsch

Fortgeschrittener

Beiträge: 368

Wohnort: Aachen

Beruf: Versicherungsmakler

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4

Mittwoch, 5. Februar 2020, 16:53

Fonds-Police oder Fonds-Sparplan

... an dieser Stelle kommt häufig die Frage:
  • Warum nicht gleich in einen Fonds-Sparplan einzahlen - ohne Rentenversicherung?

Ob im Endergebnis eine Fonds-Police oder ein Fonds-Sparplan mehr bringt, hängt vom Sparziel und von der Laufzeit ab.
  • Beim Fonds-Sparplan fällt auf angefallene Gewinne immer Abgeltungssteuer (+ Soli + ggf.KirchenSt.) an - ca. 28% auf den Gewinn - auch z.B. bei Fondswechsel während der Laufzeit.
  • Bei einer Fonds-Police sind 50% der Gewinne steuerfrei (Halbeinkünfte-Verfahren) - dies gilt bei Teil- oder Vollauszahlung
  • Bei einer Verrentung wird nur der Ertragsanteil steuerpflichtig, z.b. 17% der Rentenzahlung ab dem 67. Lebensjahr (d.h. von 1.000.- € Rente sind 170.- € steuerpflichtig => ca. 70.- € Steuer)

Für diese Kostenvorteile muss die Fonds-Police mindestens 12 Jahre laufen und Auszahlungen dürfen frühestens ab dem 62. Lebensjahr erfolgen - 12/62-Regel.

Und Wichtig: Mehr Ertrag (nach Kosten und Steuern) bringt die Fonds-Police aber nur als Honorar-Tarif mit günstigen Index-Fonds (ETFs) - ein Provisionstarif verliert hier nahezu immer!

Freundliche Grüße
Gutsch GmbH
Roland Gutsch
Fachmakler PKV-BU-AV
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