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Sonntag, 29. Juni 2014, 12:58

Spiritousenhandel - Welche Versicherung für den Versand von Flaschen ?

Hallo Zusammen,

ich bin dabei einen kleinen Whiskyshop zu starten und die bestellten Flaschen z.B. per DHL auszuliefern.
Allerdings lese jedoch öfters in Foren, dass z.B. DHL bei defekt, gelieferten Flaschen nicht zahlt, da ja keine richtigen Kartons etc.. benutzt wurden (Obwohl diese schon verwendet wurden, allerdings falsche Größe, usw...).

Meine Frage ist, ob es eine Zusatzversicherung gibt, die für kaputte Flaschen zahlen würde.
Ich weiß das es z.B. für Edelmetallhändler eine solche Zusatzversicherung gibt, da Edelmetalle ja öfters den Wert der festgeschriebenen 500€ bei der DHL übersteigen.
Im Whiskybereich liegen manche Flaschen auch über 500€ und würde eine solche Flasche kaputt gehen und die DHL nicht zahlen, wäre es für mich als Kleinunternehmer eine Katastrophe.

Danke vielmals für eure Hilfe.

pas-ko

V.I.P.

Beiträge: 604

Wohnort: Nauort

Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

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2

Sonntag, 29. Juni 2014, 13:53

Hallo,

für Deine Zwecke empfiehlt sich möglicherweise der Abschluss einer Waren-Transportversicherung. Lass Dich nicht von den unterschiedlichen Produktnamen verwirren, die einige Anbieter für dieses Produkt haben.

Sinn dieses Produktes ist es zunächst, den fakturierten Warenwert ersetzt zu bekommen, wenn die Ware beschädigt beim Empfänger ankommt oder die Sendung abhandenkommt. Der Grund der Beschädigung / Abhandenkommen ist dabei egal. Zu den Obliegenheiten (z.B. geeignete Verpackung) komme ich später.

Der Frachtführer (hier: DHL) hat die Warensendung im ordnungsgemäßen Zustand beim Empfänger abzuliefern. Kommt das Paket beschädigt an, haftet der Frachtführer für die Beschädigung. Die Haftung des Frachtführers regelt sich im HGB (s. §§ 407 - 452; es lohnt sich durchaus, die paar Paragraphen mal durchzulesen, um ein Gefühl für die Regelungen zubekommen). Voraussetzung für eine Haftung des Frachtführers ist es, dass ein Verschulden des Frachtführers für die Beschädigung vorliegt. Es gibt durchaus Schadenfälle, wo der Frachtführer eine Haftung zu Recht ablehnt und Du als Versender der Ware auf Deinem Schaden sitzen bleibst.

Die Waren-Transportversicherung soll Dir eine Entschädigung leisten, egal, ob den Frachtführer ein Verschulden trifft oder nicht. Daher reichst Du Transportschäden dann beim Versicherer ein und erhältst von diesem eine Entschädigung. Sollte der Frachtführer für den Schaden haften, regressiert der Versicherer dann beim Frachtführer - damit hast Du jedoch nichts mehr zu tun.

Des Weiteren, wie Du schon selbst bemerkt hast, haftet der Frachtführer nur beschränkt. Bei Paketdiensten liegt die Beschränkung bei 500 EUR je Packstück. Auch dieses Problem löst Dir die Waren-Transportversicherung.

Auch bestimmt der Frachtführer, dass bestimmte Güter nicht transportiert werden und somit für deren Beschädigung / Verlust keine Entschädigung zu erwarten ist. Dies bezieht sich in erster Linie auf sehr werthaltige Güter, wie z.B. Edelmetalle (Gold...). Ob Whiskey (Spirituosen etc.) darunter fallen, entzieht sich gerader meiner Kenntnis. Schau einfach in den AGB von DHL nach und prüfe. Auch dieses Problem löst Dir die Waren-Transportversicherung.

Für eines jedoch trägst Du die Verantwortung: die sach- und fachgerechte Verpackung Deiner Whiskey-Flaschen. Hier kann eine Absprache mit dem Versicherer jedoch helfen.

Das Produkt gestaltet sich also wie folgt:

1.) Versicherte Transporte

Hier kannst Du bestimmen, welche Transporte unter den Versicherungsschutz fallen sollen. Allgemein findet sich die Vereinbarung auf:
- Warenbezüge
- Warenversendungen
- Retouren

Möglicherweise empfiehlt es sich, innerbetriebliche Transporte mit aufzunehmen.

2.) Versicherte Waren

Versichert gelten sämtliche Waren des Produktions- und Lieferungsprogramms des Versicherungsnehmers.

Investitionsgüter (z.B. Maschinen, Geschäftsausstattung o.ä.) sind meist nur gegen Einzelanmeldung versichert.

3.) Geltungsbereich

Hier kannst Du überlegen, ob die versicherten Transporte und Güter nur in Deutschland bewegt werden, ob Anrainerstaaten, EU, GUS / Russland, oder gar weltweite Deckung benötigt wird.

4.) Versicherungssummen / Limits

Hier wird bestimmt, auf welche Weise Transporte durchgeführt werden. Hier ist es wichtig, dass neben allgemein üblichen Transportmittel auf jeden Fall folgend definiert ist:

- bei Versendungen mit Paketdiensten je Packstück: 5.000 EUR (oder mehr)

In der Regel wollen die Versicherer Summen nur bis 10.000 EUR je Packstück versichern. Hängt auf jeden Fall auch von der Warengattung ab. Spirituosen fallen auf jeden Fall unter bruchgefährdete sowie diebstahlgefährdete Güter; hier dürften sich die Anbieter etwas zurückhaltend verhalten.

5.) Selbstbeteiligung

In der Regel wird eine Selbstbeteiligung vereinbart, meist 250 EUR je Transportschaden. Für Deine Zwecke wäre es optimal, Versicherungsschutz ohne Selbstbeteiligung zu erhalten. Bei der Warengattung jedoch befürchte ich, dass Du keinen Anbieter findest, der auf eine Selbstbeteiligung verzichtet.

6,) Beitragsberechnung

Der Jahresbeitrag errechnet sich aus Deinem fakturierten Umsatz sowie Beitragssatz pro Umsatz. Es wird ein Mindestbeitrag ermittelt, den Du im Voraus zu bezahlen hast. Nach Ablauf des Versicherungsjahres meldest Du dem Versicherer dann Deinen tatsächlichen Umsatz. Je nach Umsatz musst Du dann halt nachbezahlen.

Ich schätze, dass für innerdeutsche Transporte bei Deinen Gütern ein Beitragssatz von 1,5 bis 2,0 ‰ fällig wird. Dies bedeutet, pro 1.000 EUR Umsatz zahlst Du 1,50 bis 2,00 EUR Versicherungsprämie, zzgl.. 19% Versicherungssteuer.

Den Mindestbeitrag schätze ich nicht unter 750,00 EUR pro Jahr, zzgl. Versicherungssteuer.



Aus diesen Daten kannst Du Dir nun errechnen, ob sich der Abschluss einer Waren-Transportversicherung für Dich lohnt.

Es gibt auch die Möglichkeit, statt einer laufenden Police nur bestimmte Sendungen zu versichern; der Mindestbeitrag hierbei liegt jedoch häufig bei 100,00 EUR zzgl. Versicherungssteuer.


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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3

Sonntag, 29. Juni 2014, 15:01

Danke vielmals für die sehr ausführliche Erläuterung :)

Das werde ich mir überlegen müßen, da mein Umsatz vllt. bei höchtens 12- 15.000 € liegen sollte.
Bei 2% Beitragsrechnung käme ich auf nicht mal 300€ pro Jahr, dass würde ich sofort abschließen. Aber da der Mindestbeitrag wohl bei 750€ pro Jahr liegen wird, ist es schon heftig.

Ich werde wohl einige Versicherungen anschreiben. Ich hoffe ich finde eine, welche preislich passen wird.

pas-ko

V.I.P.

Beiträge: 604

Wohnort: Nauort

Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

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4

Sonntag, 29. Juni 2014, 15:19

zwei Promille, nicht Prozente...

Sind reine Schätzwerte... !


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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5

Sonntag, 29. Juni 2014, 15:21

Achso... ist ja dann deutlich günstiger.

Werde gleich die Woche mal einige Anfragen.

Danke nochmals :)

Beiträge: 82

Wohnort: Ansbach

Beruf: Dipl. Betriebswirt (FH), Versicherungskaufmann (IHK)

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6

Montag, 30. Juni 2014, 10:11

Guten Morgen,

750 EUR zzgl VST sind schon hoch, es gibt Anbieter, die inzwischen auf den Markt reagiert haben und hier bereits Produkte für den "kleinen" Versandhandel anbieten. Dabei liegt der Mindestbeitrag meißt um die 500 EUR und je nach Zustellungsländern liegt der Beitragssatz deutlich unter 2 Promille OHNE Selbstbehalt.

Also lieber ein paar mehr anfragen.

Gruß
Michael Götz
Versicherungen sind meine berufliche und private Leidenschaft, denn zuviele Menschen lassen sich zu oft besch... von Versicherern und Vermittlern. Das darf nicht sein! So helfe ich gerne weiter.
Aber natürlich sind meine Beiträge keine Rechtsberatung und ohne Gewähr.


Michael Götz von der Albert Götz GmbH Versicherungsmakler mit Herz und Verstand
Dipl. Betriebswirt (FH), Versicherungskaufmann

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »AGVM« (30. Juni 2014, 10:13)


7

Freitag, 4. Juli 2014, 11:12

Vielen Dank für den Hinweis, werde einige gleich Anschreiben.

Gibt es vllt. nen Tipp welche Versicherungshäuser für gewerbliche zu empfehlen sind ?
Oder Frage ich am besten alle großen bekannten ab ?

Beiträge: 1 588

Wohnort: Bergisches Land

Beruf: Versicherungsmakler, Finanzberater

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8

Montag, 7. Juli 2014, 08:52

Hallo,
Gibt es vllt. nen Tipp welche Versicherungshäuser für gewerbliche zu empfehlen sind ?
solche Tipps geben wir hier nicht - sorry
Oder Frage ich am besten alle großen bekannten ab ?
Das hilft nicht viel, es gibt einige Versicherer, die ausschließlich über Makler arbeiten. Das in der Regel eher (relativ) kleine Versicherer. Die finden Sie selbst nicht oder würden sie vermutlich nicht in Betracht ziehen. Diese Versicherer haben aber oftmals sehr ordentliche Produkte. Lassen Sie also, meinetwegen parallel, einen Makler für Sie Angebote einholen.

Grüße

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