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Mittwoch, 13. August 2014, 16:17

Dreistes Vorgehen der Bank? und Frage zu Wiederverkauf

Hallo miteinander,

mein Vater (Rentner) und ziemlich knapp bei Kasse hat vor 4 Jahren einen Kredit aufgenommen. Die Beraterin/Verkäuferin hat ihm gleichzeitig aber auch noch eine Kapitallebensversicherung aufgeschwatzt. Dabei hatte er schon bei einem anderen Versicherer einen Vertrag + erst 3 Jahre vorher bei der gleichen Bank eine Lebensversicherung abgeschlossen. Die Begründung war, das brauche man halt, sonst könne man den Kredit nicht geben. Ist das eigentlich legitim? Ach ja, einen Bausparvertrag hatte er auch gleich noch abgeschlossen :rolleyes:

Zweite Frage: Aufgrund besagter Geldprobleme sehen wir uns gezwungen die Versicherungen zu kündigen. Oder kennt jemand eine Plattform auf der man auch solche Miniverträge von ein paar hundert Euro Rückkaufswert weiterverkaufen kann? Wenn nein, wieso macht das eigentlich niemand? Könnte man ja vielleicht so eine Art Flohmarkthandel betreiben ^^ Oder findet jemand, dass man lieber das Auto (BJ 96) verkaufen sollte etc und den Vertrag weiterlaufen lassen sollte oä? Der Kredit läuft noch 3 Jahre und er macht momentan so knapp über 100 Euro Miese jeden Monat. :S Ohje, jetzt wird das halb zur Schuldnerberatung...

Viele Grüße,
Benjamin

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Beruf: Dipl. Betriebswirt (FH), Versicherungskaufmann (IHK)

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2

Mittwoch, 13. August 2014, 17:14

Hallo Oxmox,

nun ja erstmal gilt, was man unterschreibt hat man verstanden und möchte man auch haben. Ob es alles notwendig ist, ist eine andere Frage.

Grundsätzlich gilt aber ein Kopplungsverbot zwischen Bank- und Versicherungsprodukten, also den "Kredit gibt es nur mit Abschluss einer Kapitallebensversicherung" oder "der bessere Zins gilt nur wenn Sie eine Kapitallebensversicherung mit abschließen" ist schon mal nicht erlaubt. Hier muss ihr Vater aber nachweisen, dass es so war. Wenn es Beratungsprotokolle gibt, wird das aber wahrscheinlich nicht drin stehen.

Aber selbstverständlich kann die Bank eine Sicherheit verlangen wie eine Risikolebensversicherung. Diese muß dann aber nicht gezwungener maßen bei der gleichen Bank abgeschlossen werden.

Ich erlebe solches Vorgehen sehr häufig bei Banken. Erst letzte Woche hatte ich eine Kundin mit 5 verschieden Lebensversicherungen sowie einem Wohnriester und einem VWL-Bausparer von der gleichen Bank. Gem. Beratungsprotokoll wurde sogar von einer betrieblichen Altersvorsorge abgeraten. Warum abgeraten wurde, hat die Kundin nun schriftlich angefragt.

Wenn es kleine Verträge sind, werden Sie diese auf dem Policen Zweitmarkt wahrscheinlich wirklich nicht los.

Alles Gute
Michael Götz
Versicherungen sind meine berufliche und private Leidenschaft, denn zuviele Menschen lassen sich zu oft besch... von Versicherern und Vermittlern. Das darf nicht sein! So helfe ich gerne weiter.
Aber natürlich sind meine Beiträge keine Rechtsberatung und ohne Gewähr.


Michael Götz von der Albert Götz GmbH Versicherungsmakler mit Herz und Verstand
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3

Donnerstag, 14. August 2014, 08:47

Und weil es so schön dazu passt

Passend zu Ihrer Geschichte, heute morgen eine Meldung in einem Onlineportal:


Bank vermittelt 82 jähriger Rentnerin eine Geldanlage mit 14 Jahren Laufzeit
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Donnerstag, 14. August 2014, 14:11

Danke für Ihre schnelle Antwort.
Also der Kredit an sich hat schon eine eigene Ausfallversicherung beinhaltet, das wird wahrscheinlich immer so sein. Als ich das letzte Mal dabei war, diesmal bei einem anderen Berater, gab es so etwas ähnliches wie eine Kopplung. Allerdings nur im Bankbereich. Das wird wohl erlaubt sein. Wenn ich mich recht erinnere, hieß es, dass es den günstigeren Zins nur gibt, wenn man 1500 Euro zusätzlich an Kredit aufnimmt. Oder so ähnlich. Wir haben den neuen Kredit nicht aufgenommen. Ich sehe es auch nicht ein, ein paar Tausend Euro mehr und länger zu zahlen, nur damit man 50 Euro im Monat mehr Luft hat. Hat diese Berater übrigens auch nicht, hat stattdessen versucht meinem Vater den Kopf zu waschen in Sachen Miete, Auto etc (guter Mann, endlich sagts auch mal jemand anders, jemand mit Krawatte, vielleicht hört er ja auf den, aber hielt auch nur ungefähr bis zum nächsten Tag). Bei der anderen Beraterin vorher musste man aber das Offensichtliche aus der Nase ziehen und eigene Kausalketten über die Sinnhaftigkeit aufstellen, die dann nur knapp mit "Korrekt." aber ohne eigene Bewertung oder Wimpernzucken kommentiert wurden. Und weiter gings mit dem Verkaufsgespräch. Ich frage mich halt, wie man auf die Idee kommt, jemandem der Geld braucht (deswegen Kredit) eine Geldanlage verkaufen zu wollen, unabhängig davon ob man den Haushaltsstand desjenigen kennt. Aber ich war beim ersten mal eben nicht dabei, deswegen wird das mit dem Beweisen schwer. Ich könnte höchstens auf Unzurechnungsfähigkeit gehen*, aber das wäre würdelos.

* Als ich bei ihr dabei war zumindest, war er kaum bei der Sache und hat auch nicht den Eindruck gemacht als wüsste er um was es geht, hat sich nur gefreut, dass er jetzt 2000 Euro rausbekommt und dass "es" jetzt "abgesichtert" sei, dabei haben wir nur seinen Bausparvertrag aufgelöst.

Entweder die 3000-3500 Euro abschreiben, die mit einer Auflösung verbunden wären, oder eben nochmal insgesamt 2500 reinbuttern (meinerseits, er hat ja nichts), bis sein Kredit abbezahlt ist und er sich diese LVen wieder monatlich leisten könnte. Das ist die Frage. Aber ich lebe momentan auch vom Ersparten und geb schon monatlich was dazu. Letztendlich ist es ja nicht mein Geld. Ich würde halt im Todesfall erben, aber bis dahin verdien ich hoffentlich selber so viel, dass mir das auch egal sein könnte. Alternative wäre selber einen Kredit aufzunehmen um ihn zu stützen. Die Zinsen wären niedriger als der Verlust bei Abschreibung, oder?

Da fällt mir noch was anderes auf. Im Vertrag steht Guthaben inkl. Überschüsse mit 85 Jahren: 8159 Euro (8595 im Todesfall und davon garantiert 4684 = Rückkaufswert). Wenn ich das aber mal nachrechne, 21 Jahre Beitragszahlungsdauer, 35 Euro monatlich, komme ich auf 8820 Euro. Heißt das, wir hätten mit einem Sparbuch am Ende sogar mehr gehabt? Oder versteh ich den Sinn von Lebensversicherungen nicht?

Danke und viele Grüße,
Oxmox

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5

Donnerstag, 14. August 2014, 15:29

Zitat

Da fällt mir noch was anderes auf. Im Vertrag steht Guthaben inkl. Überschüsse mit 85 Jahren: 8159 Euro (8595 im Todesfall und davon garantiert 4684 = Rückkaufswert). Wenn ich das aber mal nachrechne, 21 Jahre Beitragszahlungsdauer, 35 Euro monatlich, komme ich auf 8820 Euro. Heißt das, wir hätten mit einem Sparbuch am Ende sogar mehr gehabt? Oder versteh ich den Sinn von Lebensversicherungen nicht?


Naja, vergessen Sie bitte nicht noch die Kosten des Versicherers abzuziehen und dann.... ja vermutlich wäre das Sparbuch billiger gewesen.

Reden Sie mit der Bank!


Herzlicher Gruß
Michael Götz
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Donnerstag, 14. August 2014, 15:47

Mit Kosten abziehen, meinen Sie, es blieben in Wirklichkeit sogar noch weniger als die 8159 Euro? Diese Überschüsse sind ja auch schon mit eingerechnet und nicht mal garantiert. Ich dachte eigentlich, so ein Instrument zur Altersversorge soll das Vermögen vermehren. Mit viel hab ich ja nicht gerechnet, aber dass die sich aus der Substanz bezahlen, macht die Sache bis auf den "Todesfallschutz" ja eher kontraproduktiv. Der sich nach meinen Berechnungen auch nur "auszahlt", wenn mein Vater 10 Jahre vor der Lebenserwartung stirbt. Aber gut, der Sinn einer Versicherung ist ja, im Fall der Fälle nicht vor dem Ruin zu stehen. Ist bei mir so oder so nicht (mehr) gegeben, habe einen Abschluss. Damit sollte ich aus dem Gröbsten raus sein, Eigentum gibts auch nicht großartig. Höchstens Beerdigungskosten und Räumung der Wohnung würden auf mich zukommen. Aber dafür gibts einen beitgragsfrei gestellten älteren Vertrag.

Ich werde trotzdem nochmal mit der Bank reden. Der Monat ist ja noch lang.

Herzliche Grüße,
Oxmox

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7

Donnerstag, 14. August 2014, 15:57

Hallo,

irgendwo steht garantierte Rente oder garantierte Kapitalabfindung. Auf diesen Betrag können Sie sich verlassen, alles andere ist/wird nicht garantiert. Ich geh mal davon aus, dass es eine klassische Lebensversicherung ist, ohne Fonds etc.

Gruß
Michael GÖtz
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Donnerstag, 14. August 2014, 17:34

Hallo,

Beitragsfreie Summe meinen Sie nicht, oder? Einen ähnlichen Begriff habe ich beim Überfliegen nicht gefunden, müsste mir den Vertrag nochmal genauer ansehen. Sie wissen ja wieviele Seiten so ein Ding hat.
Jedenfalls ist im Anhang durchaus von einem Fondsbasket die Rede. Und auch im Beratungsprotokoll wird unter "Allgemeine Hinweise" im ersten Satz erwähnt, dass Lebens- und Rentenversicherungen dem langfristigen Vermögensaufbau und der Absicherung biometrischer Risiken dient. Allerdings lese ich nirgends explizit das Wort Kapitallebensversicherung.

- Oxmox

edit: Im Beratungsprotokoll steht Vermögensaufbau und Altersvorsorge: abgelehnt, Existenzabsicherung: besprochen. Also wohl doch eine normale Lebensversicherung?
off topic: Im Beratungsprotokoll steht ebenfalls Bausparvertrag: abgelehnt. Er hatte ihn am Ende aber trotzdem. Und auf dem Vertrag war nur die Unterschrift der Beraterin. Gut, sind ja nur unsere Unterlagen. Eigentlich sollte sein Arbeitgeber den zahlen, hat ihm das aber wieder vom Gehalt abgezogen. Ist das normal bei der Arbeitgebersparzulage? Ich mein, dann kann mans ja auch gleich selber zahlen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Oxmox« (14. August 2014, 18:03)


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9

Freitag, 15. August 2014, 10:24

Guten Morgen Oxmox,

ich denke Sie sollten sich mal einen unabhängigen Berater suchen, der sich das ganze anschaut und Ordnung rein bringt. Alles was Sie schreiben, ergibt so gar keinen Sinn und ohne einen Blick auf die gesammelten Werke ist eine Auskunft weder möglich noch sinnvoll.

edit: Ach ja, falls es tatsächlich eine fondsgebundene Lebensversicherung ist, werden Sie diese wohl wirklich nicht verkaufen können.

Viel Erfolg
Michael Götz
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »AGVM« (15. August 2014, 11:23)


Barmer

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Freitag, 15. August 2014, 18:44

Hallo,

eine Lebensversicherung ist kein Sparvertrag und daher kann insbesondere in höherem Alter nicht davon ausgegangen werden, dass am Ende mehr da ist als eingezahlt wurde. Das war sogar zu Zeiten höherer Zinsen so.

Nicht nur wegen der Kosten (die haben andere Geldanlagen auch), sondern wegen der Risikoanteile für den Todesfallschutz.

Ohne Verlust wird man da nicht rauskommen.

Viel Glück

Barmer

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