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Mittwoch, 4. März 2020, 16:15

Rechtsstreit BU - Vergleichsquote

Liebes Forum,
nachdem ich im Juli 15 an Krebs erkrankt bin läuft seit 2016 die Klage gegen meinen BU-Versicherer auf Zahlung der Rente.
Nun soll ein Vergleich ausgehandelt werden - und so wie es aussieht, möchte der Versicherer, daß wir den Vertrag dann aufheben.
Das bedeutet für mich, dass ich auf jeden Fall eine Absicherung benötige, bis zum Eintritt meiner regulären Rente.
Hat jemand Erfahrung bezgl. der Höhe ausgehandelter Summen bzw. Quoten?

Ganz herzlichen Dank für Eure Antworten!!

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Mittwoch, 4. März 2020, 21:30

Hallo Sönke,
die Erfahrung sagt, dass die Vergleichsquoten meist sehr niedrig sind, d.h. 75 % ist außergewöhnlich hoch meist eher 50 % oder weniger.

Gegenfrage, warum willst du dich auf einen Vergleich einlassen, gibt es irgendwelche Problem mit den Gutachten die dir Probleme bereiten und weshalb du ein Risiko siehst den Prozess zu verlieren. Die Frage ist ob du mit so einem Vergleich überhaupt dauerhaft deinen Lebensunterhalt ohne Sozialleistungen bestreiten kannst? Die Zinsen sind gerade auf Null, teilweise zahlt man sogar Negativzinsen.
Ich weiß das Klagen nerven und sich ziehen, aber wenn es juristisch keine Probleme gibt würde ich mir das mit dem Vergleich dreimal überlegen sonst bereust du es später bitterlich.

Übrigens es gibt drei Parteien im Prozess die ein massives Interesse an einem Vergleich haben:
1. Dein Anwalt, er bekommt eine Extragebühr bei einem Vergleich
2. Der Richter, er spart viel Arbeit und Zeit (Urteilsbegründung) und steht gut da, da der fall abschließend erledigt ist; keine Berufung mehr möglich
3. Die Gegenseite, die Versicherung spart richtig viel Geld und da ist ihr die Extragebühr für den Vergleich völlig egal.

Viel Erfolg

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Donnerstag, 5. März 2020, 09:26

Hallo Standardkunde,
die Frage woher meine Vergleichsbereitschaft kommt, kann ich leicht beantworten:
das Gericht tut nix, der Gutachter schreibt das Gutachten nicht, das Gericht mahnt ihn auch nicht, im Verfahren gibt es jetzt den 3 (oder schon 4) zuständigen Richter, wobei die letzten sich gar nicht die Mühe zu machen scheinen, die Akte überhaupt zu öffnen.
Und dann denke ich, dass selbst wenn im Laufe der nächsten 3 Monate eine Gutachten vorliegen würde, ja wieder das hin- und her um Glaubwürdigkeit usw. beginnt und danach, selbst wenn das Gutachten eindeutig wäre, das Gericht aus den von Ihnen aufgefürten Gründen trotzdem einen Vergleich anstreben würde.

Die unwahrscheinliche Variante B wäre, dass das Gericht urteilt ..... und die Gegenseite vermutlich in Revision gehen würde.
Egal wie - es vergehen weitere Jahre......
Ich gebe zu, ich bin inzwischen reichlich desillusioniert.....
Worauf beziehen sich denn die von Ihnen genannten 5-Sätze? auf das maximal-Risiko des Versicherers (d.h. Eintritt der BU bis Aublauf des Vertrages)?
Danke für Ihre Hilfe!

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Freitag, 6. März 2020, 15:34

Hallo Sönke,
ich biete dir mal das Du an und wechsele dazu, das ist in I-Net Foren das übliche. ;)

Also die Frage nach den %-Sätzen, das bezieht sich schon auf das komplette bzw. maximale Risiko des Versicherung, d.h. sowohl die BU-Leistungen als auch die Beitragsfreistellung einer LV bei einer BUZ. Wenn wickeln m.W. die Versicherungen immer alles komplett ab, ich kenne keinen anderen Fall.
Aber die 50-75 % gelten für Fälle die eigentlich klar sind, und bei denen die Versicherungen davon ausgehen dass sie wahrscheinlich zahlen müssen.
Also wenn Beruf und deine letzte Tätigkeit ausreichend belegt und geklärt und wenn du fundierte medizinische Beweise/Gutachten hast und das Gerichtsgutachten auch die BU bestätigt.
Die 25-50 % Abschlag nehmen die Versicherungen bei einem Vergleich einfach für dein Restrisiko, das irgendwas im Prozess formal schief läuft, du die Kraft verlierst das ganze durchzuhalten und vlt. sogar verstirbst. Man kennt auch gut die Suizidraten in solchen Fällen.
Ansonsten beruhen meine Infos auf Einzelfällen über die ich von wenigen Betroffen und Anwälten weiß.

Solange die Gesundheitsfragen noch nicht wirklich geklärt sind wird die Versicherung vermutlich nur ein Vergleichsangebot von wenigen Prozent machen, vlt. im zweistelligen Prozentbereich.

Mein Tipp derzeit mach deinem Anwalt Druck damit er das Gericht anschreibt und dies den Gutachter auffordert das Gutachten innerhalb einer bestimmten Frist abzuliefern. Je länger sich das ganze hinzieht desto komplizierter wird die Geschichte.
Danach kann man dann mal überlegen ob ein Vergleich Sinn macht. Dafür solltest du dir vor allem überlegen wieviel du brauchst um vernünftig über die Runden zu kommen, weniger wie hoch deine Ansprüche an die Versicherung sind.


Und normal musst du die ganze Abfindung auch noch voll versteuern. Ich hab zwar Gerüchte gehört, dass sich da was geändert hat, aber bislang nichts konkretes, also Vorsicht erst mal.


P.S. Ja Richter die sind eben freundlich und tuen nichts und niemanden etwas. Es sind ja keine Hartz IV Empfänger die man zur Arbeit verpflichten kann. :D

Viel Erfolg

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Standardkunde« (6. März 2020, 15:37)


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Freitag, 6. März 2020, 16:17

Super - Danke Dir !

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