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Donnerstag, 11. April 2019, 21:17

BU Alte Leipziger FR70 + BZ21

Hallo zusammen,

ich fühle mich aktuell nicht so ganz komfortabel mit meinem Alte Leipziger BU + Renten- Versicherungsstatus.
Ich weiß nicht, ob ich hier Mist bei MLP unterschrieben habe.

Zu mir:

30, verheiratet
Jahresfixgehalt: 114k€ plus Firmenwagen
Job: Management bei einem Mittelständler (100% Büro)
Einkommen der Frau >70k€, bald aber Elterngeld

Versicherungsbeginn: 01.11.2016
Altersrentenbeginn: 01.11.2055 (67)
Produkt: Alter Leipziger FR70 (Fondsgebundene Basisrente) inkl. BZ21 (Berufsunfähigkeitsversicherung)
Monatsbeitrag: 204,05
Dynamik: 10%/Jahr (werde aber zukünftig immer widersprechen)
Einbezogene Fonds: Flossbach von Storch SICAV Multiple Opportunities und Frnakfurter Aktienfonds für Stiftungen
Ich bekomme eine garantierte monatliche BU von 3.012,72€

wenn ich bei Check24 eine BU raussuche, die 3k€ abbildet, dann würde mich diese zwischen 90-110€/Monat kosten.
Dadruch, dass die Beiträge in der Kombi steuerlich absetzbar sind und ich noch einen gewissen Bodensatz anspare klungt der Deal für 204 € für mich als Laie erst mal nicht schlecht.
Dennoch denke ich, dass ich übers Ohr gehauen wurde.

Wie lautet eure Meinung?

Vielen lieben Dank

2

Freitag, 12. April 2019, 10:08

Hallo,

Sie haben einen Vertrag unterschrieben und fragen sich im Nachhinein, ob dieser Mist ist? Machen Sie das in Ihrem Berufsleben ebenso?

Und weshalb fühlen Sie sich übers Ohr gehauen? Weil auf irgendeiner Internetseite irgendein Produkt günstiger ist?

Man kann zu MLP stehen wie man möchte, aber Ihre Bedarf und Ihre Wünsche wurden sicherlich im Vorfeld aufgenommen und dann haben Sie sich gemeinsam für die gewählte Variante entschieden.
Aber auch hier gibt es kein richtig oder falsch - je nachdem kann diese Variante sehr sinnvoll und empfehlenswert sein - oder eben auch nicht. Alleine anhand Ihrer wenigen Eckdaten würde ich aber an Ihrer Stelle sehr vorsichtig mit der Aussage sein, dass man Sie übers Ohr gehauen hat.

Grundsätzlich ist alleine die Wahl des richtigen BU-Versicherers eine Aufgabe, welche in "Expertenhände" gehört und nicht mit drei Klicks erledigt wird. Und wenn man dann nur die Prämie vergleicht - viel Spaß.

Wenn Sie sich mit Ihrer damaligen Entscheidung nach nichteinmalmal drei Jahren unwohl fühlen - sprechen Sie Ihren Vermittler darauf an und wenn es Ihnen danach besser geht, ändern Sie was. Ich empfinde es immer als sehr unbefriedigend, wenn man in einer Geschäftsbeziehung sich nicht auf Augenhöhe bewegt und eine Partei sich hierbei unwohl fühlt. Dies ist keine Grundlage für eine dauerhafte (Vertrags)Beziehung.

Und ach ja, bei Versicherungen / Versicherungsvertretern wird man grundsätzlich übers Ohr gehauen. Alles >zensiertes Wort< und wenn man einmal was braucht, zahlen die nie.

Unabhängig hiervon --> alles gute für die Geburt!



Beste Grüße
Andreas Matin
-Versicherungsfachwirt-
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Versicherungen, Vorsorge & mehr ...

Roland Gutsch

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3

Donnerstag, 18. April 2019, 13:33

Hallo. Kollege,
Sie haben einen Vertrag unterschrieben und fragen sich im Nachhinein, ob dieser Mist ist? Machen Sie das in Ihrem Berufsleben ebenso?
da bekommt der Fragesteller ja erst mal einen ordentlichen Rüffel ;) (doch das nur nebenbei)

@ Simon 1988:


Die Alte Leipziger gehört für Ihre Berufsgruppe (Management, 100% Büro) zu den sehr guten, sowohl was das Preis- Leistungsverhältnis, das Bedingungeswerk der BU als auch die Unternehmenskennzahlen betrifft.


Die Variante Basis-Rente + BUZ kommt nach meiner Erfahrung bei der Beratung von MLP sehr häufig vor - die Motive des Vermittlers kann man schon mal berechtigter Weise hinterfragen. Wenn Sie die Entscheidung für wenig Flexibilität gegen Steuervorteile in der Ansparphase und ggf. Steuernachteile im BU-Fall gut abgewogen haben, kann das für Ihren Fall passen. Das können wir hier im Forum nicht sinnvoll beantworten. Die Alternative wäre: Selbständige BU-Versicherung und Spar- / Anlagevorgang in Schicht 3 (z.b. Rentenversicherung, Fonds-Sparplan - was da besser passt, sollte ebenfalls Gegenstand einer ausführlichen Beratung sein).

Man hat Ihnen den Tarif FR70 empfohlen, wahrscheinlich aber nicht auch den Tarif HFR70 (Honorartarif ohnen Provision)) oder eine rabattierte Version angeboten. Dabei verdient der Vermittler wenig bzw. erhält vom Versicherer nichts. Beide Varianten rechnen sich für den Versicherten besser, für den Vermittler nicht (wenn er Honorarvermittlung nicht als Beratungskonzept implementiert hat - was MLP meines Wissens nicht hat).

Zur Fondsanlage: Sie haben sich für zwei gemanagte Fonds enstchieden: den Flossbach von Storch SICAV Multiple Opportunities (mit aktuell 1,63% laufenden Kosten ist der relativ teuer). Auch Ihr zweiter Fonds ist mit 1,24% Kosten noch ein gutes Stück über den Kosten vergleichbarer ETFs, die Sie bei der Alte Leipziger ebenfalls wählen können. Hier steht bei den Kosten immer eine "0" vor dem Komma.

Mein grundsätzliches Fazit: Sie sollten ggf. überprüfen, ob die Kombi Basis-Rent mit BUZ Ihrem Wunsch tatsächlich entspricht (Flexibilität, Steuer) sowie die gewählten Fonds möglichen anderen Varianten gegenüberstellen. Dabei sollten (neben dem Risikoprofil und Ihren Zielen) die Kosten genau angeschaut werden. Prüfen Sie auch, ob ein Honorartarif für Sie besser passt und ein besseres Endergebnis bringt.
Gutsch GmbH
Roland Gutsch
Spezialmakler PKV-BU-AV
www.gutsch-gmbh.de
rg@gutsch-gmbh.de
Tel: (06103) 831 75 18

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Roland Gutsch

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4

Donnerstag, 18. April 2019, 13:42

... der 10%igen Dynamik können Sie ruhig widersprechen, wenn es nicht passt. Sie können bei der AL das Dynamikangebot jederzeit - auch z.B. nach 10 Jahren - wieder annehmen. Bei vielen anderen muss die Dynamik nach 2 bis 3mal Ablehnung wieder wahrgenommen werden, sonst "verfällt" sie. Für die Anpassung der BU-Höhe macht eine Dynamik durchaus Sinn, da keine neue Risikoprüfung stattfindet. Außerdem haben Sie die Dynamik wohl auch für den BU-Leistungsfall gewählt - da wird der Sparanteil für Ihre Altersrente mit 10% dynamisiert.
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Roland Gutsch
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5

Donnerstag, 18. April 2019, 14:45

da bekommt der Fragesteller ja erst mal einen ordentlichen Rüffel ;) (doch das nur nebenbei)


Hallo, ja tut er.

Denn eine Vertragsbeziehung ist keine Einbahnstraße. Ebenso wenig wie eine Beratung auf Augenhöhe. Und ich erwarte nicht nur von Versicherungskunden, dass diese sich aktiv am Prozess beteiligen. Zudem möchte ich weg von diesem "oh, alles ist schlecht. Das wird schon einer richten. Und wenn nicht - ist er der Depp" und die Leute durchaus zu mehr Eigenverantwortung bringen. Und gerade bei einer kaufmännischen Tätigkeit in diesem Gehaltsbereich darf man doch einiges mehr erwarten und voraussetzen.
Ich behaupte hier einfach, dass das Thema Steuervorteil gezogen hat. Und kurz vor Schluss, ich bin kein ETF Jünger und empfinde blinde Kostengegenüberstellung genauso gefährlich.

Doch bevor dies zu weit führt.. schöne Ostern an alle.
Andreas Matin
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Roland Gutsch

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Donnerstag, 18. April 2019, 15:54

Hallo Herr Matin,
ich bin teilweise bei Ihnen vor allem was die Vertragsbeziehung und die aktive Beteiligung am Beratungsprozess betrifft. Ich gehöre aber wohl eher zur Fraktion der "Verständnisvollen" ;), auch wenn Simon etwas flapsig meint, er sei "übers Ohr gehauen" worden. Kann man ja sachlich aufdröseln. Und im Ernst: Ich habe schon öfter MLP-Kunden beraten, die über Details ihrer Verträge ziemlich im Dunklen waren (gelassen worden waren?).

Natürlich hat ein erwachsener Kunde mit möglicher Weise akademischer Vorbildung die Verpflichtung, selber mit zu arbeiten. Ich sehe den Makler aber schon hauptsächlich in der Bringschuld was Details betrifft. Ich will auch nicht verstehen (müssen) wie mein ABS funktioniert - das soll der Fachmann wissen und richten!

Zu ETFs: Ich bin Niemandes Jünger - aber für einen 28jährigen Kunden, der in einer Fondspolice für die Rente anspart gibt es m.E. keine objektiv nachvollziehbare Alternative. Langfristig schlägt kein gemanagter Fonds seinen Index. Kosten sind der Haupt-Rendite-Killer. Und gerade bei der Alte Leipziger gibt es genügend Alternativen. Z.B: ishares S&P 500 hat eine Kostenquote von 0,07% - da muss der Flossbach schon mal 1,56% p.a. höhere Rendite haben, wenn er nur gleichziehen will.


Das Gleiche gilt für Provisionsberatung versus Honorartarife mit Vermittlungsgebühr. Wer korrekt nachrechnet, kann nur zu einem Ergebnis kommen.
Schöne Ostern auch von mir!
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