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Freitag, 22. Februar 2019, 13:44

BU trotz/bei "Knochentumor"

Hallo zusammen,


ich bin neu hier un würde gerne um eine Einschätzung meiner "Geschichte" bitten.
Ich versuche mich kurz zu fassen:



Zu mir: Student, Mitte 20, bisher keine nennenswerten Erkrankungen. Da mein Studium sich dem Ende zuneigt, wollte ich auf anraten eine BU abschließen.
Die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge:


Woche 1: Anfrage beim Versicherungsvertreter zu einem BU-Angebot, um abzuschätzen von welcher Preisklasse wir überhaupt reden.

Mitte, Woche 2: Besuch beim Hausarzt, Hatte eine Verhärtung/Ausbeulung an einem Knochen. Keine Schmerzen, keine "nennenswerten" Beschwerden, allein die ungewöhnliche Verformung hat mich zum Arztbesuch veranlasst. Die Diagnose des Azrztes war lediglich "ist ungewöhnlich und verhärtet, muss geröntgt werden".



Mitte, Woche 2: Besuch beim Versicherungsvertreter, Angebot sollte fertig gemacht werden, es kamen allgemeine Gesundheitsfragen, ob was außergewöhnliches war. Dies verneinte ich (bisher war auch nichts gewesen). Den Besuch beim Hausarzt (s.o.) hatte ich nicht erwähnt, da es für mich keine Diagnose gab und ich es nicht so einschätzte. Ich habe den Antrag ein paar Tage später erhalten, jedoch noch nicht unterschrieben.

Ende, Woche 3: Besuch beim Röntgenarzt. Dieser stellte einen "Tumor" fest. Klingt jetzt natürlich böse, ist es aber nicht zwingend in der Form. Es steht im letzten Schritt noch nicht fest, um welche Art Tumor es sich genau handelt, aufgrund der Symptomatik wird derzeit angenommen, dass es sich um ein sog. Osteom handelt (gutartig). Unterstellen wir das an dieser Stelle einfach mal. Weitere Untersuchungen stehen natürlich an.


Nebst den ganzen gesundheitlichen Ängsten, Sorgen und Nöten, die mich jetzt ereilen, stehen da natürlich auch die langfristigen, finanziellen.
Vorab: was man so ließt ist diese Art des Tumors eher unproblematisch und mit sehr guten Genesungsprognosen.



Deshalb meine Frage nach eurer Einschätzung:


- ist ein Abschluss der BU noch möglich, oder war die zwischenzeitlich eingegangene Diagnose eine Art KO-Kriterium
- wie sieht es zukünftig aus, mit z.B. Risikolebensversicherungen?
- Mache ich mir einfach zu viele Sorgen, oder ist das alles berechtigt? Ich nehme an dieser Stelle mal stark an, dass verschweigen und hoffen jetzt die schlechteste Idee wäre und im Zweifel die Leistungen der BU nicht eintreten werden.

Vielleicht kann mir ja jemand ein paar Tipps und Anregunden mitteilen?



Danke Jordan

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »jordanjordan« (22. Februar 2019, 13:48)


Beiträge: 1 598

Wohnort: Bergisches Land

Beruf: Versicherungsmakler, Finanzberater

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Freitag, 22. Februar 2019, 16:36

Hallo,

ich würde erstmal nicht davon ausgehen, dass Sie gar keine BU-Versicherung mehr bekommen. Es gibt nämlich noch mehr Möglichkeiten als ja oder nein, im Wesentlichen wird es hier wohl auf einen Ausschluss hinauslaufen.

Das ist allerdings keine Sache, die man mal eben bei einem einzigen Versicherer anfragt und abschließt, ggf. mit der Konsequenz, dass dieser "nein" sagt, was Ihnen weitere Anfragen nur unnötig erschwert.

Lassen Sie von einem Versicherungsmakler anonyme Voranfragen stellen, auf deren Basis verschiedene Versicherer, die zu Ihrer Situation passen, eine Einschätzung abgeben. Auf diese Weise kann man das bestmögliche Angebot finden.
Ideal, aber vermutlich schwer zu erreichen, wäre natürlich eine normale Annahme. Sollte es ein Ausschluss werden, dann ist es wichtig, dass der Versicherer Ihnen eine Möglichkeit zur Nachprüfung lässt und der Ausschluss nach z.B. 5 Jahren entfallen kann. Bei einem Risikozuschlag gilt dasselbe.

Bei der Risiko-Lebensversicherung ist das Vorgehen identisch. Es liest sich allerdings so, als würde das erst in Zukunft ein Thema werden. Je mehr Zeit bis dahin vergangen ist, desto besser natürlich. Aber auch hier kann der Versicherer einen Ausschluss oder einen Zuschlag anbieten, anstatt komplett abzulehnen.

Grüße und alles Gute!

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Dienstag, 26. Februar 2019, 13:42

Hallo,

ich würde erstmal nicht davon ausgehen, dass Sie gar keine BU-Versicherung mehr bekommen. Es gibt nämlich noch mehr Möglichkeiten als ja oder nein, im Wesentlichen wird es hier wohl auf einen Ausschluss hinauslaufen.

Das ist allerdings keine Sache, die man mal eben bei einem einzigen Versicherer anfragt und abschließt, ggf. mit der Konsequenz, dass dieser "nein" sagt, was Ihnen weitere Anfragen nur unnötig erschwert.

Lassen Sie von einem Versicherungsmakler anonyme Voranfragen stellen, auf deren Basis verschiedene Versicherer, die zu Ihrer Situation passen, eine Einschätzung abgeben. Auf diese Weise kann man das bestmögliche Angebot finden.
Ideal, aber vermutlich schwer zu erreichen, wäre natürlich eine normale Annahme. Sollte es ein Ausschluss werden, dann ist es wichtig, dass der Versicherer Ihnen eine Möglichkeit zur Nachprüfung lässt und der Ausschluss nach z.B. 5 Jahren entfallen kann. Bei einem Risikozuschlag gilt dasselbe.

Bei der Risiko-Lebensversicherung ist das Vorgehen identisch. Es liest sich allerdings so, als würde das erst in Zukunft ein Thema werden. Je mehr Zeit bis dahin vergangen ist, desto besser natürlich. Aber auch hier kann der Versicherer einen Ausschluss oder einen Zuschlag anbieten, anstatt komplett abzulehnen.

Grüße und alles Gute!
Herr Hacke,

vielen Dank für Ihren Post!

Eine Frage hätte ich da noch, an Sie bzw. an jemand anderen der hier mitließt: Wie finde ich am besten einen geeigneten Versicherungsmakler? Ist es ratsam jemanden zu Suchen, der nach festem Honorar und nicht nach Provision arbeitet? Gibt es so etwas überhaupt?

Bei allem, was ich jetzt gelesen bzw. auch durch die Ärzte erfahren habe, ist meine vollständige Heilungschance als sehr gut anzusehen. Aber ich denke für die Versicherungen bleibt natürlich immer ein erhöhtes Risiko bestehen.
Wie stellt sich das generell dar? Mal angenommen, eine Versicherung würde mich, ggf. mit einem Risikozuschlag, dennoch ohne Einschränkungen annehmen, ist das dann wirklich "idiotensicher", oder gibt es da für die Versicherung noch außerordentliche Schlupflöcher? Sprich: Gemäß dem Falle genau dieser Tumor (oder eine Folge dessen) würde mich später berufsunfähig machen, würde die Versicherung dann ausnahmslos einspringen?

Angenommen, ich bekäme eine Versicherung mit Ausnahme des Tumors angeboten, wie stellt sich das dann dar? Sprich: Was ist üblicherweise ausgeschlossen? Genau dieser Tumor, oder alle Arten von Tumor/Krebs? Um mal bei meinem Fall zu bleiben: dieser Tumor betrifft jetzt Körperteil A. Wie das mit Tumoren aber so ist, kann er, wenn auch unwahrscheinlich, steuen. Angenommen ich erkranke irgendwann an Körperteil B und werde BU. Ist ein solcher Fall dann ausgeschlossen, oder ist er es nicht, weil es eben ein anderes Körperteil ist? Spekulieren wir mal weiter: Angenommen ich würde psychisch BU. Das kann ja viele Ursachen haben, z.B. auch die "Angst" vor Krebs, die natürlich dann ggf. auch auf diesem Ereignis beruht.
Ich hoffe, sie verstehen was ich meine und, dass meine Fragen jetzt nicht schon zu speziell sind.

Zum Thema RLV: Ja, das ist derzeit kein Thema. Ob es mal eines wird, sei dahingestellt. Geplant ist, innerhalb der Familie zu kaufen, quasi "mit der warmen Hand zu Erben" wie man so schön sagt. Entsprechend wäre jetzt eine verweigerte RLV nicht das allergrößte Problem, aber eben doch ärgerlich.
Ich nehme mal an, dass ein "Basisschutz" immer noch möglich ist. Ich habe Spaßeshalber mal einen recht umfangreichen Kalkulator im Internet bemüht. Nach vielen, teils detaillierten Angaben zur Gesundheit wurde mir ein "Angebot" (natürlich anonym, ohne Eingabe von pers. Daten) für eine RLV angezeigt. Der jährliche Beitrag lag dann zwar bei 100€, anstelle von 50€, aber so etwas wäre ja durchaus zu verkraften.

Wann wäre, Ihrer Meinung nach, ein guter Zeitpunkt sich der Sachen anzunehmen? Eine Operation steht vermutlich bald an. Diese fällt vermutlich sogar noch innerhalb des Studiums. Sollte man also bis nach einer erfolgreichen Operation, und ggf. sogar ein/zwei weitere Jahre, mit hoffentlich guter Prognose, abwarten? Oder lieber jetzt schon versuchen abzuschließen?

Beiträge: 1 598

Wohnort: Bergisches Land

Beruf: Versicherungsmakler, Finanzberater

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4

Mittwoch, 27. Februar 2019, 11:24

Hallo,

es gibt Versicherungsmakler und es gibt Versicherungsberater. Danach unterscheidet sich, ob die Bezahlung über eine Provision oder ein Honorar läuft. Im Prinzip ist das eine Frage Ihrer finanziellen Möglichkeiten, denn das Honorar für so einen Fall wird ein paar tausend Euro betragen und unabhängig vom Erfolg fällig. Wir als Versicherungsmakler z.B. bekommen die Provision nur, wenn wir Ihnen eine Lösung anbieten können. In beiden Lagern gibt es gute und schlechte Berater und Versicherungsberater gibt es ohnehin leider nur sehr, sehr wenige.
Normalerweise ist es am besten, wenn Ihnen jemand aus Ihrem Bekanntenkreis jemanden empfehlen kann. Das hilft in Ihrem Fall allerdings nur, wenn der Empfehlende eine ähnliche Situation hatte. Daneben wäre ein Kriterium, ob Sie sich mit dem Berater an einen Tisch setzen wollen, oder ob Ihnen der telefonische Kontakt oder eine Videoberatung ausreicht. Auch das ist ja heute weit verbreitete Praxis.

Bei einem Risikozuschlag besteht der Vertrag ohne irgendwelche Einschränkungen. Sie bezahlen aufgrund Ihrer individuellen Situation lediglich einen höheren Beitrag.

Beim Ausschluss ist die Frage, wie dieser formuliert ist. Danach richtet sich, wie punktuell dieser gestaltet ist und ob Folgeerkrankungen darunter fallen - das könnte im Zweifelsfall auch die Psyche sein.

Mein Rat ist auf jeden Fall, die Sache möglichst früh in Angriff zu nehmen. Selbst wenn es auf einen Ausschluss hinauslaufen sollte, ist alles andere zumindest schonmal versichert. Da die Versicherer inzwischen ganz genau hinschauen, ist die Gefahr, dass im Laufe der Zeit weitere Baustellen dazu kommen, einfach viel zu groß. Gerade, wenn Sie zwangsläufig regelmäßig beim Arzt sind, kann auch immer mal ein Zufallsbefund (oder auch nur ein Verdacht) alle weiteren Versuche noch schwerer machen.

Grüße

Peter Wolnitza

Versicherungsprofi

Beiträge: 266

Wohnort: Nidderau

Beruf: Versicherungsmakler

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5

Mittwoch, 27. Februar 2019, 13:58

Frage der Versicherbarkeit

Hallo,

die Frage nach der generellen Versicherbarkeit ist unmöglich aus der Distanz zu beurteilen. Möchte Ihnen da nichts "zerdeppern", möchte da aber auch keine falschen Hoffnungen im Raume stehen lassen.

Eine mögliche Versicherbarkeit (BU) hängt zunächst mal davon ab, ob benigner (gutartiger) oder maligner (bösartiger) Tumor.
Wenn bösartig, sehe ich die Chancen für eine BU Absicherung bei nahezu Null - wird kein Versicherer machen:
Bösartige Knochentumore sind meist nur Metastasen anderer Tumore, also sog. sekundäre Tumore - ganz selten dagegen wohl primäre Tumore.
Bevor das 100% sicher ist, wird das kein Versicherer zeichnen.

Auch bei einem gutartigen Tumor wird der Versicherer frühestens mit Abschluss der Therapie eine Zeichnung prüfen wollen.
Aktuell wird er auch nicht mit Ausschlußklauseln arbeiten: Selbst wenn er sämtliche Tumorerkrankungen ausschliessen würde, hätte er in vielen anderen Bereichen eine
deutlich höhere Leistunsgwahrscheinlichkeit. (Beispiel: Psyche) Hier wäre eine Klausel - auch aus Sicht des Kunden kein guter Tipp, wird daher ein guter Versicherer im jetzigen Stadium nicht machen.

Frühestens mit Ende der Therapie können/sollten Sie BU technisch weiteres veranlassen.

Hier mal ein kurzer Auszug aus den med. Annahmerichtlinien eines namhaften BU Versicherers - so auch zwischenzeitlich in einigen Fällen live erlebt:

Krebserkrankungen
Für Krebserkrankungen gibt es kein generelles Annahmeschema. Eine Aussage zur Versicherbarkeit dieses Risikos kann daher nicht pauschal getroffen werden.
Zur Risikobeurteilung sind die histologischen Befunde sowie die Berichte über die Therapie und bereits durchgeführte Nachuntersuchungen einzureichen.
Die Einschätzung des Risikos erfolgt durch unseren Gesellschaftsarzt.
Die Versicherbarkeit ist abhängig von Art und Ausbreitung des Tumors und der durch-geführten Therapie.
In günstigen Fällen ist sogar eine normale Annahme kurz nach Abschluss der Therapie möglich. Häufig kommt es zu einer Annahme mit Zuschlägen und / oder Ausschlussklauseln.
In ungünstig gelagerten Fällen ist eine Zurückstellung oder eine Ablehnung notwendig.


Heisst: VOR der klaren Diagnose UND VOR Abschluß der Behandlung sehe ich keine Möglichkeit für Sie, an eine BU Versicherung zu kommen.

Auch der bestehende Vertrag, der ggfls. über den Vertreter zustande gekommen ist (war das ein richtiger Antrag? wurde da schon policiert? - geht aus Ihrem Posting nicht so genau hervor) hilft Ihnen leider nicht weiter,
denn der bereits erfolgte Arztbesuch hätte klar angegeben werden müssen - auch wenn Sie selbst das für bedeutungslos gehalten haben.

Verschweigen ist - wie Sie schon richtig vermuten, auch keine Lösung.

Investieren Sie Ihre Kraft lieber in die anstehende Therapie als über BU oder RLV Lösungen nachzugrübeln.Sie werden VOR Diagnose und VOR Therapieende hier nichts machen können.
Sorry, wenn das jetzt alles nicht gerade aufmunternd klingt. Trotzdem: Alles Gute!
Peter Wolnitza
Makler für BU, PKV, Altersvorsorge
Zert_FP (FH Frankfurt)
Tel . : 06187 - 90 29 89
www.wolnitza.de
info@wolnitza.de

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