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Sonntag, 18. August 2019, 10:13

Rohrbruch: undicht vs. gebrochen

Hallo,

wir haben in unserem EFH, 45J alt, einen Wasserschaden im Bereich der Decke / Zimmerecke.
Wasseraustritt in einem Abflußrohr, 100mm, Eternit, schräg verlaufend (ca. 30°).
Soweit man es sehen kann, kommt das Wasser aus der Verbindung zweier Rohrstücke, welche durch eine graue Dichtung abgedichtet ist.
Es liegt m.E. kein Muffenversatz vor. Vielmehr ist die Dichtung zerbröselt, gebrochen.

Liegt nun ein Versicherungsfall vor (Rohrbruch) oder nicht (Undichtigkeit) ?


von "undicht" hat der versicherungsbeauftragte Gutachter gesprochen, der wiederum Kontakt zur Leckortungsfirma hatte... aber das muss ja nichts heissen....
Allerdings wäre dann sicherlich ein Gegengutachten erforderlich, nehme ich an.

Es geht mir nicht um die Folgeschädenregulierung; die Folgeschäden sind gering. Vielmehr um die Reparatur der Rohre.

Ich fand noch folgende Versicherungsdefinition. Hilft mir immer noch nicht weiter, siehe insbes in rot

Gruß
unterWasser

Rohrbruch oder Undichtigkeit?
Versichert im Rahmen der Leitungswasserversicherung sind unter anderem Frost– und sonstige Bruchschäden an Rohren der Wasserversorgung. Versichert sind Rohrbrüche durch beliebige Ursache (Allgefahrendeckung).
Ein Rohr bricht, wenn durch eine nachteilige Veränderung (Schädigung am häufigsten in Form von Löchern oder Rissen) des Werkstoffes die Funktion des Rohres in der Weise beeinträchtigt wird, dass die im Rohr befindlichen Flüssigkeiten bestimmungswidrig austreten können.
Bloße Undichtigkeiten an Rohrverbindungen, Anschlussstellen und Ähnlichem, die nicht auf Beschädigungen des Rohrmaterials zurückzuführen sind, sind keine Rohrbrüche. Sie fallen nicht unter den Versicherungsschutz der Rohrbruchversicherung. Fälle sind z. B. das Lockern von Rohrverbindungen oder poröse bzw. undichte Dichtungen. In diesem Falle sind die Kosten für die Beseitigung der Undichtigkeit nicht versichert. Deckung besteht dann lediglich für etwaige Kosten, die zur Beseitigung von Folgeschäden durch bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser entstehen (z. B. Malerarbeiten in der Wohnung unter dem Schadenort, technische Trocknungsmaßnahmen etc.).
Viele Handwerksbetriebe verwenden auch für einen Rohrbruch den Begriff „Undichtigkeit“, was jedoch u. U. zu einer Kürzung oder gar Ablehnung führen kann. Bitte achten Sie daher genau auf die Rechnungsstellung. Wenn ein Rohrbruch vorlag, sollte dies auch aus der Rechnung hervorgehen.

Definition:
Bruchschäden an Rohren bzw. was gehört zu den Rohren der Wasserversorgung?
Rohre sind nach der Verkehrsauffassung feste (starre) Hohlkörper von zumeist rundem Querschnitt, die zur Leitung von Flüssigkeiten bestimmt sind. Das Material, aus dem die Rohre bestehen, muss fest und fest verarbeitet sein (vgl. A 4.41 ff).
Zum Rohr zählen Rohrstücke bzw. Rohrstränge, Rohrbogen, Rohrknie und Rohrverbindungsstücke (Verschraubungen), Flanschen, Muffen, Dichtungen und Druckausgleicher. Alle sonstigen wasserführenden Installationen sind keine Rohre im Sinne der VGB, sondern zählen zu den in § 3 Nr. 1 b) VGB 2010 (A) einzeln aufgeführten Einrichtungen, Anlagen und ähnlichen Installationen.
Ausdrücklich als sog. Armaturen, die nicht zum Rohr gehören, genannt sind in § 3 Nr. 1 b) aa) VGB 2010 (A) Wasser- und Absperrhähne, Ventile Geruchsverschlüsse (Siphons) und Wassermesser (Wasserzähler bzw. Wasseruhren). Druckminderer sind ebenfalls Armaturen. Auch Kompensatoren (Dehnungsausgleicher) gehören nicht zum Rohr. Sie sind flexible Verbindungsstücke, die bei großen Rohrlängen zwischen den Rohren installiert werden, um die bei Temperaturschwankungen auftretenden Dehnungen zwischen den Rohren auszugleichen. Sie sind im Gegensatz zu Rohren nicht starr, sondern flexibel und daher nicht als Rohr einzustufen. Ein Wasserabstellschieber im Zuleitungsrohr der Wasserversorgung gehört zwar auch zum Rohrleitungssystem und ist Teil desselben, da er den Rohren zwischengeschaltet ist. Er kann vom Sprachgebrauch und von seiner Funktion her aber nicht mehr als Zuleitungsrohr angesehen werden. Auch er ist den Armaturen zuzurechnen (LG Stuttgart VersR 93 S.474 und r+s 93 S. 389).
Verschiedentlich können bei diversen Wohngebäudeversicherern mit der Klausel 7265 „Sonstige Bruchschäden an Armaturen“ auch die jeweils aufgezählten Armaturen in den Versicherungsschutz mit einbezogen werden. Ohne derartige Vereinbarungen sind Bruchschäden an Armaturen jedoch weiterhin nicht versichert.
(Quelle: Wohngebäudeversicherung, Kommentar, 3. Auflage, Dietz I Fischer I Gierschek)

Beiträge: 1 607

Wohnort: Bergisches Land

Beruf: Versicherungsmakler, Finanzberater

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2

Dienstag, 20. August 2019, 09:45

Hallo,

so leid es mir tut, aber ein Rohrbruch - so sagt es schon das Wort - ist der Bruch einer Rohres. Das ist hier wohl nicht der Fall. Die Dichtung unterliegt einem gewissen Verschleiß. Das muss man als Hauseigentümer berücksichtigen.

Trotzdem handelt es sich um bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser. Das würde Ihnen aber nur im Bezug auf die Folgeschäden helfen.

Grüße

3

Mittwoch, 21. August 2019, 06:38

vielen Dank für die Einschätzung !

Auf der anderen Seite wird ja auch erwähnt:

Rohre sind nach der Verkehrsauffassung feste (starre) Hohlkörper von zumeist rundem Querschnitt, die zur Leitung von Flüssigkeiten bestimmt sind. Das Material, aus dem die Rohre bestehen, muss fest und fest verarbeitet sein
Zum Rohr zählen Rohrstücke bzw. Rohrstränge, Rohrbogen, Rohrknie und Rohrverbindungsstücke (Verschraubungen), Flanschen, Muffen, Dichtungen

Also ist ein Rohrbruch doch etwas weiter gefasst ... ?

Gruß

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »unterWasser« (21. August 2019, 06:41)


4

Montag, 2. September 2019, 07:26

gibts noch weitere Meinungen dazu ?

Macht es Sinn den Ombudsmann der Versicherung einzuschalten
oder ggf einen gerichtlichen Weg ?

Gruß

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