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Freitag, 16. März 2018, 20:29

PKV für einige Monate unterbrechen - Anwartschaft - klein oder groß?

Grüße,

ich bin momentan nach abgeschlossenem Studium noch PKV bei meinem Vater mitversichert (bin ü25).
Ich werde nun eine Arbeitsstelle für einige Monate annehmen und muss damit ja aus der PKV raus und die GKV. Im Sommer werde ich voraussichtlich mein Referendariat (Lehramt) anfangen und bin damit ja wieder beihilfeberechtigt und kann damit zurück in die PKV.

Ich habe nun zwei Schreiben bekommen (LKH) und kann mir die große oder kleine Anwartschaft aussuchen.
Die Bedingungen sind allerdings nicht so klar formuliert, deshalb die Nachfrage.

Zitat


Große Anwartschaft:
Anspruch auf Wiederaufleben der vorübergehend ausgesetzten Vertragswirkungen oder Inkraftsetzung einer Versicherung nach den Tarifen, für die diese GAW abgeschlossen wurde.
Der Beitragsberechnung wird bei Wiederaufleben das zuletzt gültige Eintrittsalter und bei Inkraftsetzung einer Versicherung das bei Beginn der GAW maßgebende Eintrittsalter zugrunde gelegt (s.a. Ziffer 8).

Zitat


Kleine Anwartschaft:
Durch die KAW erhält die versicherte Person einen Anspruch auf Wiederaufleben der vorübergehend ausgesetzten Vertragswirkungen der Versicherung nach allen Tarifen, für die die KAW abgeschlossen war.
Bei Wiederaufleben der Tarife, für die diese KAW abgeschlossen ist, wird deren zum Zeitpunkt des Wiederauflebens gültiger Neugeschäftsbeitrag zum erreichten Alter zuzüglich der vor Beginn der KAW vereinbarten Beitragszuschläge, die ggf. angepasst wurden (vgl. 7.), erhoben. Hiervon werden die Anrechnungsbeträge aus dem Jahr vor Beginn der KAW gemäß den in den Technischen Berechnungsgrundlagen festgelegten Grundsätzen abgezogen.

So, was bedeutet das nun?
1) Was ist der Unterschied zwischen Wiederaufleben und Inkraftsetzung? Bedeutet Wiederaufleben, das Fortführen meiner alten Tarife, wohingegen Inkraftsetzung der Abschluss neuer Tarife wäre? In meinem Fall müssten ja die Tarife geändert werden, da es ja dann Beamtentarife sind - wäre das also kein Wiederaufleben mehr (damit wäre eine KAW komplett sinnlos)?

2) Bei GAW ist mein zuletzt gültiges Eintrittsalter das, wo ich erstmals dort versicht war, korrekt? Ich gehe davon aus, dass man dies erfragen kann, da es in den Abrechnungen nirgends steht...

3) Was ist der "Neugeschäftsbeitrag zum erreichten Alter"? Der Betrag den ich zahlen müsste, würde ich dann neu erstmalig den Vertrag abschließen?

4) Was ganz anderes, ich las von einer Dreijahresfrist bei GKV - die gilt aber nur für Angestellte, korrekt? Also wenn ich mit Beginn des Referendariats Beamtenstatus habe, gilt das nicht für mich und ich kann in die PKV?

Soll ich jetzt für die paar Monate die kleine oder große nehmen? Vom Preis her ist das so das 10x, also muss nicht unbedingt...

Danke

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Valenga« (16. März 2018, 20:32)


Barmer

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2

Samstag, 17. März 2018, 00:40

Hallo,

die LKH ist ein guter alter konservativer Verein und daher ist das neumodische Zeugs mit der Verständlichkeit der Bedingungen dort noch nicht angekommen.

In Ihrem Fall handelt es sich um Wiederaufleben; Inkraftsetzung kommt vor, wenn der Vertrag sofort als AW abgeschlossen wird. Ein Wechsel von echten Voll-auf Beihilfetarife ändert nichts am Wiederaufleben.

Beide AW erhalten bei der LKH die vorhandenen Alterungsrückstellungen. Bei der großen werden während der AW weitere aufgebaut. Aber: Als Referendar werden Sie sicher einen Sondertarif für Beamtenanwärter wählen und da der wieder ohne Alterungsrückstellung kalkuliert ist, können Sie die AW nur teilweise nutzen. Möglicherweise macht es Sinn, die kleine AW auch parallel zu den Anwärtertarifen zu behalten. Ich weiß nicht, wie die LKH das handhabt. Ich würde die kleine nehmen.

Zum Eintrittsalter: Es ist leider nicht so, dass man das ursprüngliche Eintrittsalter das ganze PKV-Leben behält. Bei jeder Beitragsanpassung oder Vertragsänderung rutscht es (was die Beitragsberechnung betrifft) ein Stückchen nach oben. Das ist wohl das, was bei der GAW mit "zuletzt gültige Eintrittsalter gemeint" ist. Der Neugeschäftsbeitrag ist wie Sie richtig vermuten, der Beitrag zum dann erreichten Alter. Bei der kleinen AW wird es dann aufgrund der vor der AW gebildeten Alterungsrückstellungen etwas billiger d.h. anders ausgedrückt, das Eintrittsalter wird (im Ergebnis für den Beitrag) etwas geringer, aber nicht so niedrig wie nach der großen AW. (Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das zu erklären und darzustellen, auf dem Versicherungsschein kann es also anders aussehen als ich versucht habe, es zu erklären.)

Bei der Dreijahresfrist sind Sie wohl auf einen alten Beitrag aus den Jahren 2007 - 2012 oder so ähnlich hereingefallen. Das galt nur für Angestellte und dank Daniel Bahr jetzt gar nicht mehr (der dafür dann Vorstand bei der Allianz PKV werden durfte).

Viel Glück

Barmer

Peter Wolnitza

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3

Sonntag, 18. März 2018, 10:25

Versuch einer Kurzerklärung

Ja das Versicherungsdeutsch hat es in sich.....

Ich probiers mal mit einer (nicht 100% exakten!!) kurzbeschreibung:

Kleine Anwartschaft : Sichert für die Zukunft den aktuellen Gesundheitszustand in den ausgewählten Tarifen.
Große Anwartschaft : Sichert zusätzlich für die Zukunft das aktuelle Eintrittsalter.

Wenn also die AWV-Dauer nur ein paar Monate betragen wird, kann man mit der kleinen AWV gut leben.

Wegen des Unterschiedes Wiederinkraftsetzung und Aufleben ... oder umgekehrt ^^ solllten Sie sich keine grossen Gedanken machen, ist unerheblich in Ihrem Fall.
Peter Wolnitza
Makler für BU, PKV, Altersvorsorge
Zert_FP (FH Frankfurt)
Tel . : 06187 - 90 29 89
www.wolnitza.de
info@wolnitza.de

4

Dienstag, 17. April 2018, 13:23

Ich danke Ihnen beiden.


Ich las, dass man beim Wechsel der PKV - wenn man einen alten Vertrag hat - alle Altersrückstellungen verliert. Allerdings dank einer Gesetzesänderung bei neuen Verträgen nicht mehr alle. Man behält also welche.

Da man ja, wenn man bei den Eltern mitversichert ist, keine Altersrückstellungen bildet wie ich las (ich habe allerdings noch nicht bei der LKH angefragt ob dies der Fall ist dort für mich), würde es Sinn ergeben den Vertrag komplett aufzulösen und neu zu erstellen, damit man unter diese neue Regelung fällt, falls man später mal die PKV wechseln wollen würde? Bzgl. Gesundheitscheck sollte das schon mal kein Problem sein, ich bin sozusagen Kerngesund.

Danke

Barmer

Versicherungsberater

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Beruf: Rentner, Versicherungsberater 34e Abs.1 i.R.

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5

Mittwoch, 18. April 2018, 10:30

Hallo,

keine gute Idee.

Die Mitgabe der Alterungsrückstellungen gibt es seit 2009 für neue Verträge, beschränkt auf die fiktive Alterungsrückstellung eines Basistarifs. Dafür lohnt sich kein solches Manöver. Und Nachteile gibt es auch.

Prinzipiell sollten bei allen PKV ab Alter 20 Alterungsrückstellungen gebildet werden, außer es handelt sich um einen speziellen Ausbildungstarif. Sie sollten also auch schon welche haben.

Viel Glück

Barmer

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