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1

Mittwoch, 20. Juli 2016, 18:06

Welche Progression für mich und mein Kind? Was ist zu beachten?

Hallo,

ich bin ganz neu hier und hoffe das meine Fragen hier in der richtigen Rubrik sind.



Ich möchte gern eine Unfallversicherung abschließen, weiß aber nicht so recht, worauf ich achten muss und wieviel "Prozent" also 225% oder 350% ich oder mein Sohn brauche.

Ich bin alleinerziehend, mein Sohn ist 5 Jahre alt, ich bin 32, und ich möchte einfach meinen Sohn und mich absichern.

Von Janitos habe ich ein Angebot mit Bestselection mit 100.000 Euro für mich und meinen Sohn inkl. 5000 Euro bei Todesfall. Zum Preis von knapp 20 Euro/Monat.

Bei anderen Anbietern oder Vergleichsportalen habe ich auch gesehen, dass man als Progression 50.000 Euro auswählt mit einer Progression von 350% oder gar 500%

Was haltet ihr davon? oder braucht ihr noch weitere Angaben?

Sollte man den Besten Tarif einer Versicherungsgesellschaft nehmen?



Ich bin auf dem Gebiet dem Gebiet der Versicherungen echt unwissend und würde mich freuen, wenn ihr mich unterstützt.



LG

Maxim

2

Mittwoch, 20. Juli 2016, 19:07

Hallo,

wenn es doch so einfach wäre und man es an der gewählten Progression ausmachen könnte. Doch dem ist es leider nicht so.

Bei einer bedarfsgerechten Unfallversicherung kommt es auf so viel mehr an, als die Wahl der Progression. Gerade bei Kindern ist der Begriff "Vergiftung" zu prüfen. Aber auch andere Zusatzleistungen können sinnvoll sein.
Aber vor allem ist der Leistungsumfang entscheidend. Denn was bringt einem die höchste Progression, wenn der Schaden (z. B. Eigenbewegungen) nicht mitversichert ist.
Auch die Prämie ist völlig zweitrangig. Denn diese steht und fällt hauptsächlich mit der Grundsumme (ohne Progression). Und gerade diese Grundsumme MUSS aus meiner Sicht richtig ermittelt und entsprechend hoch angesetzt werden. Denn die Praxis zeigt, die die absolute Mehrzahl der Schäden aus der Grundsumme erstattet werden. Wenn ich also eine Unfallversicherung wünsche, welche nicht nur das Worst-Case Szenario abdeckt, dann hier bitte nicht sparen.
Jedoch sollten auch weitere Punkte wie z. B. Gliedertaxe beachtet werden. Die Liste der wesentlichen Leistungspunkte ist jedoch so lang, dass dies den Rahmen hier sprengen würde. Auch besteht die Möglichkeit diverse Krebserkrankungen (z. B. Brustkrebs) unabhängig von einem Unfall über diese Verträge abzusichern.

Zuerst muss jedoch immer der eigene Bedarf ermittelt werden. Dann welche Leistungen am Markt existieren und welche hiervon für Sie interessant sind usw. Auch kann das Thema Gesundheitsfragen ein Problem darstellen.

Daher ist eine pauschale Aussage sehr schwierig.

Sollte man den Besten Tarif einer Versicherungsgesellschaft nehmen?

Muss nicht- macht aber oft Sinn. Wieso? Weil die Leistungen, welche in der Praxis häufig vorkommen und somit den Versicherer Geld kosten oft in den "Top"-Paketen als mitversichert gelten. Und aus meiner Sicht kann etwas kaum ärgerlich sein als einen "günstigeren" Vertrag zu haben, welche gerade das nicht abdeckt was mir zugestoßen ist. Denn dann ist der Ärger oft sehr groß und natürlich ist dann der Versicherer oder Vermittler der schuldige. Aber auch hier, das kommt auf den persönlichen Bedarf darauf an. Meine Empfehlung ist jedoch eher ja.

Jeder Vermittler hat diverse Tarife, welche er aus unterschiedlichen Gründen favorisiert - so auch bei mir. Und die Janitos gehört aus persönlichen Gründen nicht dazu.


Beste Grüße
Andreas Matin
-Versicherungsfachwirt-
_________________________________________________

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uwehaensch

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Beruf: Versicherungsmakler, Finanzanlagenvermittler

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3

Mittwoch, 20. Juli 2016, 20:04

Die Progression ist zweitrangig.

Die Qualität einer Unfallversicherung (UV) hängt vom Unfallbegriff in den jeweiligen Bedingungen (und dessen Erweiterungen - z.B. Stichwort: Eigenbewegungen), den Ausschlüssen, der Gliedertaxe (also was zählt wie viel) und am Ende noch vom Verlauf der Progressionskurve ab (gleiche Ziffer, z.B. 350 % heisst nämlich noch lange nicht gleiche Leistung).
Auch die Frage einer eventuellen Anrechnung von bestehenden Krankheiten (zumindest bei Erwachsenen) und die Gesundheitsfragen können entscheidend sein.

Dann musst Du die Frage beantworten ob hauptsächlich sehr seltene aber natürlich i.d.R. katastrophale Großschäden versichert werden sollen oder es auch bei den viel häufigeren niedrigeren Invaliditätsgraden (unterhalb von 50 %) eine möglichst hohe Leistung geben soll. Im ersten Fall wäre eine etwas niedrigere Grudnsumme und ein hohe Progression (z.B. 500 oder 600 %) zu wählen, im zweiten Fall eine höherer Grundsumme, und wenn der Beitrag in etwa gleich bleiben soll, eine niedrigere Progression.

Dann spielt auch noch die beitragskalkulation bzw. der Verlauf eine Rolle. So steigen bei bestimten Anbietern innerhalb von bestimmten Altersgruppen (und ich spreche nicht vom Wechsel von kind auf Erwachsenen) jedes Jahr die Beiträge während andere Anbieter eine mehr oder weniger durchgehend gleiche Beitragsstruktur aufweisen.

Sehr gut sind z.B. Janitos (Best Selection), VHV (Exklusiv), Haftpflichtkasse Darmstadt (Vollschutz) und vor allem InterRisk XXL mit Plus-Gliedertaxe (die Maxi-Taxe ist schon extrem teuer) und Plus-Progression.
Bei der Janitos gibt es ja auch mehrere Gliedertaxen zur Auswahl.
Uwe Haensch

Alle Aussagen in meinen Beiträgen erfolgen ohne Gewähr und stellen keine (Rechts)Beratung dar.

4

Mittwoch, 20. Juli 2016, 20:33

Vielen Dank für die Antworten.

Beispiel:
Beim Beitragsrechner (online) der VHV, würde ich keinen Exklusiv-Schutz bekommen, da ich bei der mit einem Ja oder Nein anzukreuzenden Frage, ob ich Gesund bin NEIN ankreuzen müsste lt. der Liste, denn liegt eine Herz-Kreislauferkrankung vor. Somit wäre die Eigenbewegung ausgeschlossen. Gibt es Versicherungen, die das nicht so "eng" sehen?

LG
Maxim

uwehaensch

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Beruf: Versicherungsmakler, Finanzanlagenvermittler

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5

Mittwoch, 20. Juli 2016, 20:50

Die Gesundheitsfragen bei Unfallversicherungen sind z.T. sehr unterschiedlich, es kommt darauf an was genau vorliegt und wie die Fragen konkret lauten.
Das ist ein Job für einen peniblen Versicherungsmakler, oder aber für Dich selbst., wenn Du die Nerven hierfür hast. Da muss man sich durch viele Bedingungen wühlen und vergleichen und die Antragsfragen mit einbeziehen.
Uwe Haensch

Alle Aussagen in meinen Beiträgen erfolgen ohne Gewähr und stellen keine (Rechts)Beratung dar.

6

Freitag, 12. August 2016, 01:10

Man sollte auch darauf achten, dass Zeckenbisse und deren Folgen mitversichert sind.
Eine lebenlange Unfall-Rente ist auch vom Vorteil.

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