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Montag, 2. November 2015, 13:10

Vollkaskoschaden fiktive Abrechnung

Hallo,

Ich hätte eine Frage zu folgendem Szenario.

Motorrad duch eigenes Verschulden Beschädigt.

Gutachter der eigenen Vers.ermittelte:

Wiederbeschaffungwert 18000 inkl MwSt
Restwert 9500 ( mit oder ohne MwSt ist nicht angegeben )
Reparaturkosten 10000 inkl MwSt

Ich hätte vor das Motorrad selbst zu reparieren und weiter zu nutzen.
Kann ich in dem Fall fiktiv abrechnen ( geht ja nur ohne MwSt)und die Ersatzteile (8000 Euro!!) selber kaufen und diese Rechnung dann der Versicherung zu zeigen um davon auch noch die MwSt zu bekommen?

Wahrscheinlich bekommen ich aber nur Wiederbeschaffunswert minus Restwet= 8500.- falls der Restwert auch mit MwSt getechnet wird.

Da die MwSt auf die Ersatzteile aber 1520euro wären. Würfe ich ja 8500+1520 = 10020.- bekommen??

Lg

pas-ko

V.I.P.

Beiträge: 604

Wohnort: Nauort

Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

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Dienstag, 3. November 2015, 20:02

Hallo,

die Rechnung läuft so:

Da der WBW bei 18.000 EUR liegt, die Reparaturkosten laut Gutachter 10.000 EUR inkl. MwSt. betragen, handelt es sich nicht um einen wirtschaftlichen Totalschaden. Der Restwert liegt nach Gutachten bei 9.500 EUR.

Wollen Sie nach Gutachten (also fiktiv) abrechnen, bildet WBW ./. RW die Obergrenze der Regulierung:

18.000 EUR ./. 9.500 EUR = 8.500 EUR. Da Sie selbst nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, spielt es hier keine Rolle, ob WBW oder RW mit oder ohne MwSt gerechnet wurden.

Da die Reparaturkosten 10.000 EUR inkl. MwSt betragen, wird hieraus bei Abrechnung nach Gutachten die MwSt. abgezogen. Hieraus ergibt sich also netto ein Betrag von 8.403,36 EUR = Schadenbetrag ohne MwSt. Da dieser Wert kleiner ist, als die Obergrenze der Regulierung, bekommen Sie also 8.403,36 EUR erstattet, abzüglich der vertraglich vereinbarten Selbstbeteiligung bei Vollkaskoschäden.


Mehr als die vorgenannten 8.500 EUR bekommen Sie nur erstattet, wenn Sie die Wiederherstellung nachweisen (z.B. durch Vorführung beim Gutachter) und die verauslagten Kosten (inkl. Arbeitszeit) auch höher liegen. Nachgewiesene, tatsächlich verauslagte MwSt gehört selbstverständlich dann auch dazu und kommt auf die 8.403,36 EUR drauf.

Sofern Sie selbst instandsetzen, sind die hier vorliegenden, summenmäßigen Verhältnisse (hoher Restwert, hoher Matrialanteil an den Reparaturkosten) natürlich schwierig. Ihre Arbeit ist auch zu entlohnen. Wie Sie die Arbeitsstunden nachweisen und mit welchem Satz der Versicherer gewillt ist, Ihre Arbeitsstunden zu vergüten, sollten Sie mit der Schadenabteilung schriftlich klären und absprechen. Die Regulierungssumme sähe dann so aus:

verauslagte Kosten für Teile zzgl. verauslagter MwSt zzgl. (Arbeitsstunden x Stundensatz) ./. vertragliche Selbstbeteiligung = tatsächliche Regulierung bei erfolgter Wiederherstellung / Reparatur. Liegt die Summe unter 8.403,36 EUR ./. Selbstbeteiligung passiert nichts. Liegt die Summe höher, kommt es zu einer Nachvergütung.


Ob sich das ganze Prozdere bei dem verhältnismäßig niedrigen Lohnanteil für Sie tatsächlich lohnt, sei mal dahingestellt.


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pas-ko« (3. November 2015, 20:22)


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