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Dienstag, 19. September 2017, 08:36

Schaden + Haftung bei KFZ Brandstiftung

Hallo liebe Experten, ich benötige eure Hilfe

Kfz wurde durch unbekannten Brandstifter angezündet und Fahrzeug total zerstört.
Kfz als solches wurde durch Teilkasko reguliert.
Der KFz-Haftpfl.Versicherer lehnt jedoch die Umgebungsschäden/Brand-Folgeschäden ab. Es geht hie bei um einen Feuerwehr -Einsatz 300€ und die geschmolzene Asphaltsdecke (4500€)
Begründung des Versicherungsunternehmen: es liegt keine Gefährdungshaftung vor, da nicht aus der Betriebsgefahr des Fahrzeuges entstanden und es liegt keine Verschuldenshaftung des Halters/KFZ-führers vor, da das Auto ja durch unbekannt angezündet wurde.

Das Saarland, Straßenbaubehörde so wie die entsprechende Kreisverwaltung
Haben uns nun privat angeschrieben und eine Zahlungsfrist beziehungsweise Mahnung zugestellt und zur Erstattung der beiden Schäden aufgefordert .
Frage: wie sollen wir uns hier verhalten, ich denke wir müssen / sollten uns der Meinung der Kfz-Versicherung anschließen und hier eine Zahlung ablehnen. (Rechtsschutzfunktion der Haftpflicht Versicherung?)
Über zügige Antworten würden wir uns sehr freuen, da hier Fristen anhängig sind
Vielen Dank und Grüße

pas-ko

V.I.P.

Beiträge: 604

Wohnort: Nauort

Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

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2

Mittwoch, 20. September 2017, 09:48

Konsultieren Sie Ihren KFZ-Haftpflichtversicherer. Übermitteln Sie diesem die Anspruchsschreiben und stimmen sich mit diesem ab. Denn wie Sie schon richtig schreiben, der Haftpflichtversicherer hat eine passive Rechtsschutzfunktion.

Mir ist jetzt nicht bekannt, ob es noch andere Momente gibt, aus denen heraus Sie von der öffentlichen Hand aus in Anspruch genommen werden könnten, als die "privatrechtlichen Inhalts".

Haben die Anspruchssteller nicht begründet, aus welchen Gesetzen oder Verordnungen sich deren Meinung nach der Anspruch ergeben sollte?


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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Freitag, 22. September 2017, 14:31

Konsultieren Sie Ihren KFZ-Haftpflichtversicherer. Übermitteln Sie diesem die Anspruchsschreiben und stimmen sich mit diesem ab. Denn wie Sie schon richtig schreiben, der Haftpflichtversicherer hat eine passive Rechtsschutzfunktion.
Die HUK spricht nicht mehr mit mir, die Schaden-Sachbearbeiterin lässt sich verweigern und lässt ausrichten man hätte die Entscheidung getroffen, weiteren Gesprächsbedarf gäbe es nicht mehr. Letztes Statemen ihrerseits "Verschuldenshaftung und Gefährdungshaftung liegt nicht vor = Keine Haftung der KFZ-Haftpflichtversicherung" over and out

Der KFZ Haftpflichtversicherer, die HUK hat die Ansprüch des Saarlandes (Asphaltdecke) und der betroffenen Gemeinde (Einsatz der Freiw. FW.) abgelehnt. Gründe für Ablehnung kann ich nur mutmaßen (fehlendes Verschulden des Halters und fehlende Gefährdungshaftung) ...vermutlich weil es sich um "höhere Gewalt" = Brandstiftung handelte.

Es geht hier um die Zumutbarkeit: Ist es denn so, dass der KFZ-Versicherer die Haftung ablehnt und ich dann privat einstehen soll? Das kann ja unmöglich sein, dies würde eine unzumutbare Härte darstellen, niemand könnte mehr KFZ Fahren, wenn bei Ablehnung der KFZ Haftung des Versicherungsunternehmens einfach privatrechtlich gefordert werden kann.
Als VN und Anwender der Versicherungsbedingungen habe ich mich der Haltung meines Haftpflichtversicherers anzuschließen, korrekt?
Private Kostenübernahme (ist mir finanziell gar nicht möglich) käme ja einer Schuldanerkenntnis gleich. Einer Schuld+Haftung die ich ja nicht zu vertreten habe, bei vorsätzlichem Eingriff eines Dritten in den (ruhenden) Verkehr.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Privatkunde« (22. September 2017, 14:35)


pas-ko

V.I.P.

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Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

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4

Freitag, 22. September 2017, 15:18

Ansprüche abzuwehren, ist Aufgabe des KH-Versicherers.

Es geht um die Klärung der Frage, ob noch andere Haftungsmomente existieren, die nicht unter Versicherungsschutz fallen. Wenn nicht, ist es die Aufgabe der HUK, sich um die Abwehr der Ansprüche zu kümmern.

Falls doch, ist es keine Sache der HUK.

Es wäre interessant zu wissen, mit welcher Begründung die öffentliche Hand hier Schadenersatz fordert (diese Info fehlt leider; die Grundlage muss aus dem Anspruchsschreiben hervorgehen). Dann können wir hier auch einen Tip geben, was als nächstes zu tun ist.

Die Begründung der HUK zur Abwehr des Schadens an sich nach Verschuldungs- und Gefährdungshaftung ist plausibel und hinlänglich bekannt.

Es ist aber interessant, dass Ihr Versicherer nicht mehr mit Ihnen spricht und den eigenen Kunden ohne weitere Hilfestellung oder Hinweise quasi im Regen stehen lässt. Aber mit dem Haus gibt es immer wieder "interessante" Schadenerfahrungen...


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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5

Sonntag, 24. September 2017, 15:04

  1. Haben die Anspruchssteller nicht begründet, aus welchen Gesetzen oder
    Verordnungen sich deren Meinung nach der Anspruch ergeben sollte?
  2. Es geht um die Klärung der Frage, ob noch andere Haftungsmomente existieren, die nicht unter Versicherungsschutz fallen. Wenn nicht, ist es die Aufgabe der HUK, sich um die Abwehr der Ansprüche zu kümmern.
Okay, der Frage sollten wir tatsächlich auf den Grund gehen, ein Jurist stellt ja auch sofort die Frage nach der (gesetzlichen) Anspruchsgrundlage.

Im Schreiben des Landesamtes f. Straßenbau liest sich das wie folgt (Originalzitat) "Die Haftpflichtversicherung, HUK Coburg, bei der das v.g. Fahrzeug am Tag des Brandes versichert war, lehnt die Übernahme der Kosten ab. Da Sie als Halterin des Fahrzeuges für die entstandenen Kosten schadenersatzpflichtig sind, mache ich hiermit meinen Anspruch bei Ihnen geltend und bitte Sie, den Betrag ....bis zum.... auf folgende Bankverbindung zu überweisen."

Also: Zu Punkt1. Eine Begründung, welche gesetzliche Anspruchsgrundlage greife, wird nicht genannt.
Zu 2. Die HUK kümmert sich nicht um Abwehr von an mich gestellte Ansprüche. Man hat einfach als KFZ-Versicherer die Haftung für geschmolzenen Asphalt und FW-Einsatz schriftl. abgelehnt und lässt mich jetzt im Regen stehen - Devise "Kümmere dich selbst".
>>HUK: Haben fertig, die K-Haftpfl. haftet nicht.<<

Falls es nun auf Grund der ablehnenden Haltung zur gerichtlichen Auseinandersetzung kommt: Wer ist für die Verfahrenskosten einstandspflichtig? Ich meine, kann es sein, dass ich als Versicherungskunde in ein Verfahren genötigt werde, weil das K-Haftpfl.VU die Haftung entsagt und Anspruchsteller glauben "okay, dann eben durch die Hintertür beim Halter, dann zahlt der eben privat, aus Privatvermögen"

Dies kann doch nicht sein, solch eine finanziell unkalkulierbare Haftungsfalle kann es doch nicht geben? Dann könnte sich ja niemand mehr privates Autofahren erlauben, wenn man da im Zweifel prrivat einstandspflichtig wäre...

K-Guru

Master Chief Inspector of K - Affaires

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Wohnort: Wiesbaden

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6

Samstag, 30. September 2017, 14:45

Stelle das Schreiben auf jeden Fall der HUK. Unverzüglich und Beweissicher. Ich würde in dem Fall die 25€ für einen Gerichtsvollzieher bzw. gerichtlich Zustellung in die Hand nehmen.

Ich würde zeitnah den Anspruchsteller konsultieren und um Aufschub bitten, damit Du dies mit Deinem Versicherer klären kannst. Zur Sache selbst äußerst Du Dich bitte nicht. Als rechtlicher Laie kannst Du Dich nur um Kopf und Kragen reden.

Ggf. würde ich eine anwaltliche Erstberatung in Betracht ziehen. Spätestens jedoch wenn die Stadt dich verklagt. Wenn Sie gewinnt müsstest Du zahlen und Dir das Geld von der HUK wiederholen. Die Stadt kann, so ist sie im Recht, das Geld von Dir und Deiner Versicherung fordern. Sie kann es sich aussuchen.

Die Verfahrenskosten wird derjenige tragen, der unterliegt. Hier stehen zwei Verfahren im Raum. Das Verfahren gegen durch von der Stadt. Hier wirst Du wenn die Stadt recht hast und Du verlierst auch die Verfahren kosten tragen müssen. Im Verfahren Du gegen den Versicherer wirst Du dann vermutlich alles wiederbekommen. Es wird aber letztlich sofern die Stadt nicht direkt Euch beide verklagt zu einer Streitverkündigung seitens Deines Rechtsbeistandes kommen. Das führt jetzt aber zu weit.
Freundliche Grüße

K - GURU

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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »K-Guru« (30. September 2017, 14:49)


7

Sonntag, 8. Oktober 2017, 10:52

Neuer Zwischenstand:
Es geht ja um die Forderung der Feuerwehr für die Kosten des Einsatzes und um den geschmolzenen Asphalt.
Feuerwehr hat Forderung zurückgezogen.Begründung: Keine Haftung meinerseits / des K-Haftpfl-versicherers.
FW=Gemeinde Fahrbahnbelag=Bundesland.
Die Gemeinde hat also die Rechtsauffassung der HUK anerkannt, das Land prüft derzeit noch, habe einen Zwischenbescheid, dass Vorgang in Prüfung.
Gutes Resultat, dass die Gemeinde schonmal die Situation exakt wie HUK eingeschätzt hat. Hier liegt keine Verschuldens- & keine Gefährdungshaftung vor, Täter (Brandstifter) konnte nicht ermittelt werden.
Höhere Gewalt.

8

Mittwoch, 25. Oktober 2017, 15:09

Zuständiges landesamt für Straßenbau, Post von heute:"Aufgrund einer nochmaligen
Überprüfung der Angelegenheit teile ich Ihnen mit, dass ich an dem mit
Schreiben vom xx.xx.2017 geltend gemachten Schadenersatzanspruch gegen Sie
nicht weiter festhalte. Der Vorgang wird hier
geschlossen, es werden gegen Sie keine weiteren Ansprüche aus dem Ereignis vom xx.xx.2017 gestellt."
Also gleiche Reaktion wie von betreffender Gemeinde mit Kostenrechnung für Feuerwehreinsatz. Rücknahme der Forderung
Gesamtfazit: Keine zutreffende Verschuldenshaftung + keine Gefährungshaftung(in diesem Fall weil höhere Gewalt) = keine Haftung. Niemand muss hier "privat finanziell einspringen". Das hier ist mal wieder ein Paradebeispiel für die RS-Funktion in Haftpflichtversicherungen. Den wenigsten Kunden ist dies so bewusst,das diese nicht nur in der PHV sondern auch in der K-H wesentliche rechtliche Schutzkomponente ist.

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