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Freitag, 24. Juli 2015, 16:10

Zig Versicherungen, aber keine will Kosten übernehmen

Hallo!

Ich hoffe, dass dies der richtige Ort ist, um meine Fragen und Probleme zu schildern.

Ich bin selbstständig (Autor, Verleger von Büchern) und hatte mich Anfang 2013 versichern lassen.
Ich ließ mich beraten und schloss 4 Versicherungen ab.
1. Rechtsschutz-Special
2. Vermögensschaden-Haftpflicht als Autor
3. Betriebshaftpflicht
4. Vermögensschaden-Haftpflicht

Nach einem Jahr ca., kam der erste Fall auf mich zu.
Ich hatte Konzertbilder aus dem Jahr 2011 auf meiner Homepage reingestellt und jemand verlangte Schadensersatz. Den Anwalt durfte ich allerdings selber bezahlen (600 Euro!). Bis heute sind die sich irgendwie nicht einig geworden.
Der zweite Fall: Schriftverkehr mit der ARGE - sollte der Anwalt übernehmen, aber wurde ebenfalls nicht übernommen. Wieder war ich Hunderte von Euros los.
Dritter Fall: Ich wollte aus einem Verlagsvertrag aussteigen, konnte es aber nicht, da die Anwaltskosten von rund 400 Euro nicht übernommen wurden.
Vierter Fall: Ware wurde durch Regenwasser (das Dachfenster war undicht) beschädigt. Diese kann ich nicht mehr verkaufen, aber die Versicherung übernimmt nicht einen Cent, schreiben aber gleichzeitig, dass es eine SB von 350 Euro, obwohl in den Verträgen zwischen 150 - 250 Euro steht.

Gegen all solche Sachen und vieles mehr wollte ich versichert sein und laut Vertreter sei ich es auch (er behauptete dies bei Vertragsabschluss). Deswegen hätte ich auch so viele Versicherungen benötigt. Tja, und jetzt stehe ich da.

Ich benötige Versicherungen, die bei einem Schaden - vor allem das mit der Ware regt mich auf - nicht abwinken, weiß nur nicht, welche ich da nehmen soll.
Als Selbstständiger ist dies ja eh so eine Sache.

Kann mir da jemand zu irgendetwas Gutem raten? Vertreter trau ich nicht mehr überm Weg.

RocklandSports

Versicherungsprofi

Beiträge: 53

Beruf: Versicherungskaufmann

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2

Freitag, 24. Juli 2015, 20:39

Hallo,

zuerst einmal: Wir sind alle Vertreter/Berater/Makler - ich hoffe wir dürfen Ihnen trotzdem antworten ;)

Sehr ärgerlich für Sie, vorallem da Sie offensichtlich dem Kollegen blind vertraut haben.

Die von Ihnen angesprochenen Probleme bzw. Ablehnungen können wir natürlich so nicht nachvollziehen bzw. kommentieren, da wir weder wissen wo Sie versichert sind, noch welche Tarife Sie haben.

Ich kann Ihnen nur wärmstens empfehlen, einen Kollegen in Ihrer Nähe zu suchen, der Sie ganzheitlich berät und das ganze Chaos mal beseitigt. Nur durch ein persönliches Gespräch und einer umfassenden Aufnahme der IST-Situation kann man dann abwägen, welcher Schutz gewünscht und benötigt wird.

Viele Grüße

pas-ko

V.I.P.

Beiträge: 604

Wohnort: Nauort

Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

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3

Samstag, 25. Juli 2015, 01:59

Zitat

Kann mir da jemand zu irgendetwas Gutem raten?


Ja, zu einer vernünftigen Beratung, die

a) eine Risikoanalyse durchführt
b) die analysierten Risiken aufzeigt
c) mit Ihnen bespricht, welche Risiken versicherbar sind
d) mit Ihnen erarbeitet, welche dieser Risiken Sie auch tatsächlich in Versicherungsschutz geben möchten
e) Ihnen dann den abgeschlossenen Versicherungsschutz entsprechend erläutert.

Dies leistet sehr gut ein Profi, der sich überwiegend oder ausschließlich mit der Absicherung gewerblicher Risiken befasst.

Zitat

Gegen all solche Sachen und vieles mehr wollte ich versichert sein und laut Vertreter sei ich es auch (er behauptete dies bei Vertragsabschluss).


Nun ja, nicht gegen all diese von Ihnen benannte Sachen kann man Versicherungsschutz einkaufen (siehe c), und nicht gegen all diese Sachen will man Versicherungsschutz einkaufen (siehe d), es muss alles noch bezahlbar bleiben.

Es gibt keinen Versicherungsschutz, der jedwedes Risiko abdeckt. Auch von diesem Gedanken muss man sich verabschieden, ein Restrisiko bleibt immer im Eigenbehalt.

Zitat

Ich ließ mich beraten und schloss 4 Versicherungen ab.
1. Rechtsschutz-Special
2. Vermögensschaden-Haftpflicht als Autor
3. Betriebshaftpflicht
4. Vermögensschaden-Haftpflicht


Ich kann mir unter "Rechtsschutz-Special" nichts vorstellen, erinnert mich aber irgendwie an Döner-Spezial. Darunter versteht der eine Döner-Laden etwas anderes als der nächste. Und da sind wir schon bei Thema: Namen sind Schall und Rauch, was drin steckt, darauf kommt es an. Was ist versichert?
- Privat?
- Firma?
- Beruf? betrieblicher Arbeits-RS?
- Verkehr?
- Wohnungs- und Grundstücks-RS?
- Beratungsbausteine?
- Spezial-Straf-RS?
- ...

Warum es zweimal eine Vermögensschaden-Haftpflicht gibt, entzieht sich meiner Kenntnis - welches Risiko Sie für einen Vermögensschaden haben, gleich ebenfalls. Was Autoren Sie, wie kann ich mir das Verlegen von Büchern in Ihrem Fall vorstellen? Drei Menschen, die behaupten, Autor zu sein und Bücher zu verlegen, können ihren Betrieb doch jeweils verschieden voneinander gestalten und etwas völlig anderes tun.


Zitat

Ich hatte Konzertbilder aus dem Jahr 2011 auf meiner Homepage reingestellt und jemand verlangte Schadensersatz. Den Anwalt durfte ich allerdings selber bezahlen (600 Euro!). Bis heute sind die sich irgendwie nicht einig geworden.


Worum ging es da genau? Urheber-Rechtsverletzung? Recht am eigenen Bild? Unterlassung? Wirklich Schadenersatz?
Will jemand Schadenersatz, dann geht es um Abwehr unbegründeter Ansprüche - Ausschluss in der Rechtsschutz-Versicherung. Könnte ggf. über Haftpflicht versicherbar sein.

Und wer sind "DIE", die sich bis heute nicht einig geworden sind?

Eine konkrete Aussage ist hier mangels Informationen zum Rechtsfall wie auch der Konstellation sowie beteiligter Personen nicht möglich.


Zitat

Der zweite Fall: Schriftverkehr mit der ARGE - sollte der Anwalt übernehmen, aber wurde ebenfalls nicht übernommen. Wieder war ich Hunderte von Euros los.


Auch hier: Um was ging es bei dem Schriftverkehr? Wollte Sie etwas von der ARGE oder wollte die ARGE etwas von Ihnen, und was genau? Von Ihnen in der Eigenschaft eines Unternehmers oder als Privatperson?

Hier wären Szenarien denkbar, die versicherbar wären, und andere, die gänzlich aus dem Versicherungsschutz fallen.

Grundsätzlich gilt:
Bei der Leistungsart Sozial-RS versichert der eine Anbieter erst ab Gericht, der andere bereits in Ein- und Widerspruchsverfahren (also auch vorgerichtlich), oder aber man kann Bausteine zuwählen, die auch das vorgerichtliche Verfahren abdecken.

Ich vermute, dass des sich um eine vorgerichtliche Angelegenheit handelte und der Versicherer bei Ihrer Vertragsgestaltung Versicherungsschutz erst ab dem gerichtlichen Verfahren gewährt.


Zitat

Dritter Fall: Ich wollte aus einem Verlagsvertrag aussteigen, konnte es aber nicht, da die Anwaltskosten von rund 400 Euro nicht übernommen wurden.


Nun, die Anwaltskosten hätten Sie auch selbst tragen können...

Aber hier ist es etwas einfacher:

Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht gibt es grundsätzlich nur im privaten, nichtselbständigen Bereich. Im gewerblichen Bereich sind diese Streitigkeiten (mit Ausnahme von Arbeitsverträgen, Mietverträgen Geschäftsräume, Hilfsgeschäfte, Verkehr) grundsätzlich ausgeschlossen. Hier kann mittlerweile wieder ein Firmenvertrags-Rechtsschutz abgeschlossen werden - sofern man die horrenden Beiträge dafür bezahlen will.

Aber selbst wenn Sie diesen abgeschlossen hätten, bezweifle ich, dass Sie Leistung erhalten hätten. Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist das Vorliegen eines Rechtsschutzfalles, und dies bedingt das rechtswidrige Verhalten einer Person / Partei. Ich vermute, dass dieses hier nicht vorgelegen hat. Und daneben gibt es von Anbieter zu Anbieter auch hier wieder die Falle, ob Versicherungsschutz erst ab Gericht oder schon im vorgerichtlichen Bereich gewährt wird.

Zitat

Vierter Fall: Ware wurde durch Regenwasser (das Dachfenster war undicht) beschädigt. Diese kann ich nicht mehr verkaufen, aber die Versicherung übernimmt nicht einen Cent, schreiben aber gleichzeitig, dass es eine SB von 350 Euro, obwohl in den Verträgen zwischen 150 - 250 Euro steht.


Nun... keiner der vorgenannten, vier Verträge wäre hierfür zuständig.

Variante A: Die Ware war Ihr Eigentum.

Ihre eigene Handelaware wäre versicherte Sache einer Geschäfts-Versicherung ("Hausrat"-Versicherung des Gewerbetreibenden). Hierin sind die möglichen Gefahren aber abschließend definiert:
- Feuer
- Einbruch-Diebstahl
- Leitungswasser
- Sturm/Hagel
- Elementar
- Fahrzeuganprall, Rauch, (Über-)Schall
- innere Unruhen, Streik, Aussperrung, böswillige Beschädigung,
- unbenannte Gefahren

Bei dem undichten Fenster könnte man allenfalls noch die Gruppe der "unbenannten Gefahren" zum Versicherungsschutz beim undichten Fenster heranziehen. Fraglich ist jedoch, ob nicht ein darin definierter Ausschluss (z.B. Konstruktionsmängel, Verschleiß) gegriffen hätte. Abgesehen davon, dass diese Gefahrengruppe nur mit erheblicher Selbstbeteiligung versichert wird.




Variante B: Die Ware war nicht Ihr Eigentum, Sie haben sie in Obhut genommen

Auch dann wäre die Ware versicherte Sache einer Geschäftsversicherung.

Darüber hinaus gibt es die anbieterabhängig die Möglichkeit, in einer Betriebs-Haftpflichtversicherung Schäden an Sachen mitzuversichern, die Sie zur Verwahrung in Obhut genommen haben. Eine Versicherungsleistung setzt hier aber voraus, dass Sie irgendwie fahrlässig gehandelt haben, also SCHULD an diesem Schaden tragen. Abgesehen davon, dass solche Positionen mit erheblichen Selbstbeteiligungen belegt werden.

Das ist das Wesen der Haftpflicht: Ohne SCHULD kein Schadenersatzanspruch seitens des Geschädigten, ohne einen solchen Anspruch keine Geldleistung.




Ich weiß, dass Ihnen das hier nicht konkret weitergeholfen hat. Aber auch bei Provisions- oder Courtage-Empfängern können Sie eine anständige Beratung erhalten.

Lassen Sie sich die Zusammenhänge erklären, fragen Sie kritisch nach. Wenn Sie genau zuhören, werden Sie schnell erkennen, ob derjenige, der Sie berät, versiert und sicher in seinem Fach ist, oder ob Sie sich schnell jemand anderes suchen sollten.


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pas-ko« (25. Juli 2015, 02:02)


4

Sonntag, 2. August 2015, 15:21

Zitat

Kann mir da jemand zu irgendetwas Gutem raten?


Ja, zu einer vernünftigen Beratung, die

a) eine Risikoanalyse durchführt
b) die analysierten Risiken aufzeigt
c) mit Ihnen bespricht, welche Risiken versicherbar sind
d) mit Ihnen erarbeitet, welche dieser Risiken Sie auch tatsächlich in Versicherungsschutz geben möchten
e) Ihnen dann den abgeschlossenen Versicherungsschutz entsprechend erläutert.

Dies leistet sehr gut ein Profi, der sich überwiegend oder ausschließlich mit der Absicherung gewerblicher Risiken befasst.

Zitat

Gegen all solche Sachen und vieles mehr wollte ich versichert sein und laut Vertreter sei ich es auch (er behauptete dies bei Vertragsabschluss).


Nun ja, nicht gegen all diese von Ihnen benannte Sachen kann man Versicherungsschutz einkaufen (siehe c), und nicht gegen all diese Sachen will man Versicherungsschutz einkaufen (siehe d), es muss alles noch bezahlbar bleiben.

Es gibt keinen Versicherungsschutz, der jedwedes Risiko abdeckt. Auch von diesem Gedanken muss man sich verabschieden, ein Restrisiko bleibt immer im Eigenbehalt.

Es war ausdrücklich gewünscht, das meine Ware versichert wird. Gestern musste ich erfahren, dass ich dazu eine Inhaltsversicherung benötige, und wenn der Heini mir erzählt, ich sei gegen all meine Sorgen versichert, die ich eben damals hatte, dann glaubte ich ihm das auch. So als Unwissender, junger Knabe, sage ich jetzt mal, kennt man sich damit absolut nicht aus.

Zitat

Ich ließ mich beraten und schloss 4 Versicherungen ab.
1. Rechtsschutz-Special
2. Vermögensschaden-Haftpflicht als Autor
3. Betriebshaftpflicht
4. Vermögensschaden-Haftpflicht
Bin bei R+V ... da gibt es halt ein Rechtsschutz-Special (privat / beruf)
Vermögensschaden einmal als Autor und einmal als Verleger - hier dachte ich, wäre meine Ware versichert.


Ich kann mir unter "Rechtsschutz-Special" nichts vorstellen, erinnert mich aber irgendwie an Döner-Spezial. Darunter versteht der eine Döner-Laden etwas anderes als der nächste. Und da sind wir schon bei Thema: Namen sind Schall und Rauch, was drin steckt, darauf kommt es an. Was ist versichert?
- Privat?
- Firma?
- Beruf? betrieblicher Arbeits-RS?
- Verkehr?
- Wohnungs- und Grundstücks-RS?
- Beratungsbausteine?
- Spezial-Straf-RS?
- ...

Warum es zweimal eine Vermögensschaden-Haftpflicht gibt, entzieht sich meiner Kenntnis - welches Risiko Sie für einen Vermögensschaden haben, gleich ebenfalls. Was Autoren Sie, wie kann ich mir das Verlegen von Büchern in Ihrem Fall vorstellen? Drei Menschen, die behaupten, Autor zu sein und Bücher zu verlegen, können ihren Betrieb doch jeweils verschieden voneinander gestalten und etwas völlig anderes tun.

Ich bin kein Reicher Schnösel, der Hunderttausende umsetzt, sondern ein Kleinunternehmer - unter 17,500 im Jahr.

Zitat

Ich hatte Konzertbilder aus dem Jahr 2011 auf meiner Homepage reingestellt und jemand verlangte Schadensersatz. Den Anwalt durfte ich allerdings selber bezahlen (600 Euro!). Bis heute sind die sich irgendwie nicht einig geworden.
Die wollten 1200 Euro Schadensersatz haben, weil ich 3 Jahre alte Bilder von einem Konzert auf meiner Webseite hatte. Ich hätte nicht die Rechte daran und dürfte keine Konzertbilder irgendwo zeigen. War wieder einmal so eine Abmahnwelle wo Anwälte gezielt nach Opfern suchen. Die wollten eine Unterlassung und eben den "Schaden" bezahlt kriegen. Nur: welchen Schaden? lol Die Konzertbilder befanden sich auch tausenden von Seiten - mittlerweile sind sie so gut wie alle weg.


Worum ging es da genau? Urheber-Rechtsverletzung? Recht am eigenen Bild? Unterlassung? Wirklich Schadenersatz?
Will jemand Schadenersatz, dann geht es um Abwehr unbegründeter Ansprüche - Ausschluss in der Rechtsschutz-Versicherung. Könnte ggf. über Haftpflicht versicherbar sein.

Und wer sind "DIE", die sich bis heute nicht einig geworden sind?

Eine konkrete Aussage ist hier mangels Informationen zum Rechtsfall wie auch der Konstellation sowie beteiligter Personen nicht möglich.


Zitat

Der zweite Fall: Schriftverkehr mit der ARGE - sollte der Anwalt übernehmen, aber wurde ebenfalls nicht übernommen. Wieder war ich Hunderte von Euros los.
Die ARGE wollte etwas von mir, nicht ich von denen.


Auch hier: Um was ging es bei dem Schriftverkehr? Wollte Sie etwas von der ARGE oder wollte die ARGE etwas von Ihnen, und was genau? Von Ihnen in der Eigenschaft eines Unternehmers oder als Privatperson?

Hier wären Szenarien denkbar, die versicherbar wären, und andere, die gänzlich aus dem Versicherungsschutz fallen.

Grundsätzlich gilt:
Bei der Leistungsart Sozial-RS versichert der eine Anbieter erst ab Gericht, der andere bereits in Ein- und Widerspruchsverfahren (also auch vorgerichtlich), oder aber man kann Bausteine zuwählen, die auch das vorgerichtliche Verfahren abdecken.

Ich vermute, dass des sich um eine vorgerichtliche Angelegenheit handelte und der Versicherer bei Ihrer Vertragsgestaltung Versicherungsschutz erst ab dem gerichtlichen Verfahren gewährt.


Zitat

Dritter Fall: Ich wollte aus einem Verlagsvertrag aussteigen, konnte es aber nicht, da die Anwaltskosten von rund 400 Euro nicht übernommen wurden.
Wenn man wenig Geld besitzt, dann halt leider nicht, sonst hätte ich es schon längst getan.


Nun, die Anwaltskosten hätten Sie auch selbst tragen können...

Aber hier ist es etwas einfacher:

Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht gibt es grundsätzlich nur im privaten, nichtselbständigen Bereich. Im gewerblichen Bereich sind diese Streitigkeiten (mit Ausnahme von Arbeitsverträgen, Mietverträgen Geschäftsräume, Hilfsgeschäfte, Verkehr) grundsätzlich ausgeschlossen. Hier kann mittlerweile wieder ein Firmenvertrags-Rechtsschutz abgeschlossen werden - sofern man die horrenden Beiträge dafür bezahlen will.

Aber selbst wenn Sie diesen abgeschlossen hätten, bezweifle ich, dass Sie Leistung erhalten hätten. Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist das Vorliegen eines Rechtsschutzfalles, und dies bedingt das rechtswidrige Verhalten einer Person / Partei. Ich vermute, dass dieses hier nicht vorgelegen hat. Und daneben gibt es von Anbieter zu Anbieter auch hier wieder die Falle, ob Versicherungsschutz erst ab Gericht oder schon im vorgerichtlichen Bereich gewährt wird.

Zitat

Vierter Fall: Ware wurde durch Regenwasser (das Dachfenster war undicht) beschädigt. Diese kann ich nicht mehr verkaufen, aber die Versicherung übernimmt nicht einen Cent, schreiben aber gleichzeitig, dass es eine SB von 350 Euro, obwohl in den Verträgen zwischen 150 - 250 Euro steht.


Nun... keiner der vorgenannten, vier Verträge wäre hierfür zuständig.

Variante A: Die Ware war Ihr Eigentum.

Ihre eigene Handelaware wäre versicherte Sache einer Geschäfts-Versicherung ("Hausrat"-Versicherung des Gewerbetreibenden). Hierin sind die möglichen Gefahren aber abschließend definiert:
- Feuer
- Einbruch-Diebstahl
- Leitungswasser
- Sturm/Hagel
- Elementar
- Fahrzeuganprall, Rauch, (Über-)Schall
- innere Unruhen, Streik, Aussperrung, böswillige Beschädigung,
- unbenannte Gefahren

Bei dem undichten Fenster könnte man allenfalls noch die Gruppe der "unbenannten Gefahren" zum Versicherungsschutz beim undichten Fenster heranziehen. Fraglich ist jedoch, ob nicht ein darin definierter Ausschluss (z.B. Konstruktionsmängel, Verschleiß) gegriffen hätte. Abgesehen davon, dass diese Gefahrengruppe nur mit erheblicher Selbstbeteiligung versichert wird.




Variante B: Die Ware war nicht Ihr Eigentum, Sie haben sie in Obhut genommen

Auch dann wäre die Ware versicherte Sache einer Geschäftsversicherung.

Darüber hinaus gibt es die anbieterabhängig die Möglichkeit, in einer Betriebs-Haftpflichtversicherung Schäden an Sachen mitzuversichern, die Sie zur Verwahrung in Obhut genommen haben. Eine Versicherungsleistung setzt hier aber voraus, dass Sie irgendwie fahrlässig gehandelt haben, also SCHULD an diesem Schaden tragen. Abgesehen davon, dass solche Positionen mit erheblichen Selbstbeteiligungen belegt werden.

Das ist das Wesen der Haftpflicht: Ohne SCHULD kein Schadenersatzanspruch seitens des Geschädigten, ohne einen solchen Anspruch keine Geldleistung.




Ich weiß, dass Ihnen das hier nicht konkret weitergeholfen hat. Aber auch bei Provisions- oder Courtage-Empfängern können Sie eine anständige Beratung erhalten.

Lassen Sie sich die Zusammenhänge erklären, fragen Sie kritisch nach. Wenn Sie genau zuhören, werden Sie schnell erkennen, ob derjenige, der Sie berät, versiert und sicher in seinem Fach ist, oder ob Sie sich schnell jemand anderes suchen sollten.

Mal schauen. jetzt habe ich erst einmal alle Versicherung gekündigt, da sie allesamt sinnlose Geldverschwendung sind.

5

Montag, 3. August 2015, 10:22

Tag,

schade dass es so gelaufen ist. Wie es damals bei Vertragsabschluss gelaufen ist, kann hier nun keiner beurteilen. Oft ist es jedoch so, dass der eine vl missverstanden werden möchte und der andere nur das hört, was er hören möchte. Wie dem auch sei, hierzu sollten sicherlich eine Beratungsdokumentation vorliegen. Wurden die Verträge denn über die Bank bei der R+V abgeschlossen? Wenn ja, tja... .

Aber was IMMER das schlechteste ist, ist unüberlegt alles zu kündigen. Diese Trotzreaktion bringt nichts und zeugt nur bedingt von kaufmännischer Reife.Wie der Kollege schon sagte, erst wenn die Bedarfsanlayse gemacht ist, sollten die weiteren Schritte gemacht werden.

Der erste Schritt in einem solchen Fall sollte jedoch sein, sich an die Stelle zu wenden, welche die Verträge vermittlet hat. Also ab zur R+V und dort dies klären. Die Beratungsdokumentation verlangen, Unstimmigkeiten aufzeigen, Ablehungsgründe erläutern lassen, Lösungsvorschläge verlangen.

Und um kurz auf die Überschrift "Zig Versicherungen, aber keine will Kosten übernehmen" einzugehen. Es bringt eben nichts, wenn mir das Haus abbrennt und ich nur eine Kfz-Versicherung habe. Was uns wieder zum Thema Bedarfsanalyse bringt. Denn egal was ist, wenn es sich um einen versicherten Schaden handelt, welcher im Vertragswerk abgedeckt ist, dann ist die Versicherung auch zur Zahlung verpflichtet und kommt Ihrer Verpflichtung i. d. R. auch problemlos nach.

Um Missverständnisse zu vermeiden, hierdruch soll niemandem irgendwelche Vorwürfe oder Schuldzuweisungen gemacht werden. Dies ist ein "alltäglicher" Vorgang, welcher seriös abgewickelt werden soll.



Beste Grüße
Andreas Matin
-Versicherungsfachwirt-
_________________________________________________

Versicherungen, Vorsorge & mehr ...

pas-ko

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Beiträge: 604

Wohnort: Nauort

Beruf: Versicherungsfachwirt (IHK)

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6

Montag, 3. August 2015, 20:16

Na herzlichen Glückwunsch, Sie haben an Sicherheit gewonnen - Sie haben nun mit Sicherheit keinen Anspruch auf Versicherungsschutz, sobald die Kündigungen wirksam sind.

Sie haben doch selbst von Vermögensschaden-HAFTPFLICHT-Versicherungen gesprochen, wie kommen Sie darauf, dass darüber Ihr Eigentum versichert gilt? Ihren Schaden am Hausrat trägt ja auch nicht die Privat-HAFTPFLICHT-Versicherung...

Den vorgetragenen Schadenfall hätte jedenfalls auch eine Inhaltsversicherung nicht übernommen, die Undichtigkeit eines Fensters mit dadurchlaufendem Regen ist als Gefahr nicht definiert.

Bei allem gebührenden Respekt, letztlich beklagen Sie sich dennoch über Fehler, die Sie selbst begangen haben. Sie können sich doch nicht ernsthaft im allgemeinen Geschäfts- und Rechtsverkehr blind auf Aussagen Anderer verlassen! Spätestens seit 2008 haben die relevanten Unterlagen, so auch die AVB, vor Vertragsschluss auszuliegen. Hier genügt es, des Lesens mächtig zu sein (diese Fähigkeit darf man einem Autor doch sicherlich unterstellen), um sich zumindest einen groben Überblick darüber zu verschaffen, ob das, was man glaubt, gekauft zu haben, auch tatsächlich dem entspricht.

Auch als junger Klein-Unternehmer sind Sie Unternehmer - und damit in den Augen des Gesetzgebers weniger schutzbedürftig als ein Verbraucher. Insofern ist es für Sie gerade existenziell wichtig, zu prüfen, bevor Sie irgendwas unterschreiben. Im HGB gibt es dazu sogar eine entsprechende Vorschrift... lesen Sie mal §377 HGB, Prüf- und Rügepflicht. Ein Verbraucher hat diese Verpflichtung nicht.

Sie glauben doch auch nicht allen Ernstes, sie hätte 1 Mio in einer Internet-Lotterie gewonnen, nur weil Sie ein entsprechendes Email bekommen haben?!


Wo mein Kollege von kaufmännischer Unreife spricht, muss ich leider voll und ganz zustimmen:

Zitat

Die wollten 1200 Euro Schadensersatz haben, weil ich 3 Jahre alte Bilder von einem Konzert auf meiner Webseite hatte. Ich hätte nicht die Rechte daran und dürfte keine Konzertbilder irgendwo zeigen. War wieder einmal so eine Abmahnwelle wo Anwälte gezielt nach Opfern suchen. Die wollten eine Unterlassung und eben den "Schaden" bezahlt kriegen. Nur: welchen Schaden? lol Die Konzertbilder befanden sich auch tausenden von Seiten - mittlerweile sind sie so gut wie alle weg.


Ob sich so ein ordentlicher Kaufmann verhält und denkt, darf bezweifelt werden, immerhin sind dies hier Grundsätze unserer Rechtsordnung und regeln das allgemeine Zusammenleben. Mal ganz davon abgesehen davon, dass Urheberrechtsverletzungen klarer Ausschluss in den Bedingungen zur Rechtsschutzversicherung sind und meiner Kenntnis nach nicht versicherbar sind.

Am besten gewöhnen Sie sich daran, dass Sie in Ihrer Eigenschaft als Unternehmer sich vorsichtiger verhalten sollten und Verpflichtung haben und Folgen in Kauf nehmen müssen, die Sie als Verbraucher möglicherweise weniger kennen und beachten müssen.

Eines aber ist gewiss: Den 100%-Rundum-Sorglos-Glücklich-Alles-Wird-Bezahlt-Versicherungsschutz gibt es nicht.

Die Verträge definieren meistens klar, manchesmal leider weniger klar, was unter Deckung fällt und was nicht. Pauschale Aussagen irgendwelcher Vermittler haben da keinen Bestand.

Vielleicht bringt es Ihnen aber auch etwas mehr Erkenntnis, wenn Sie sich die Beratungsdokumentation nochmals anschauen. Hier wird vermutlich ziemlich genau gestanden haben, worum es sich bei den Policen handelte. Vielleicht lernen Sie daraus. Sie werden es sehen.


Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute.


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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