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  • »joker121« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 26. März 2013, 22:49

Extra Rechtsschutz für den Hund?

Hallo Zusammen,

kürzlich spach mich eine Bekannte an, die einen großen Rüden hat, der nicht immer so ganz grade drauf ist. Sie sagte mir, sie hätte für ihn eine Haftpflicht und zusätzlich noch eine Tier-Rechtsschutz.
Meine Meinung war immer, die Hundehaftpflicht bezahlt immer bei Schäden, die vom eigenen Hund ausgehen. Mir hatte man erklärt, dass hier keine Schuldfrage zugrunde gelegt wird, sondern entstandener Schaden reguliert wird.

Wozu dann aber zusätzlich die Rechtsschutz? Wenn eine Schuldfrage ohnehin nicht im Raum steht?

:?: :?: :?:

pas-ko

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2

Dienstag, 26. März 2013, 23:49

Welch seltsame Blüten die Versicherungs-"Wirtschaft" doch manchesmal austreiben lässt... tststs... Zunächst einmal sei gesagt, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Insbesondere nicht in der Versicherungswirtschaft. X(

Um dem Rätsel auf den Grund zu gehen:

Zitat

Mir hatte man erklärt, dass hier keine Schuldfrage zugrunde gelegt wird, sondern entstandener Schaden reguliert wird.


Bei der Tierhaltung und der daraus resultierenden gesetzlichen Pflicht zur Haftung unterscheidet der Gesetzgeber zwischen:
a) Luxustieren und
b) Nutztieren.

Ihre Aussage, unabhängig einer Schuld haften zu müssen, bezieht sich auf Luxustiere. Der Maßstab, ob ein Luxustier ein solches ist, bezieht sich nicht auf den (*hüstel*) materiellen Wert des Tieres, sondern ausschließlich auf den Zweck der Verwendung.

Ein Luxustier wird ausschließlich zum Zwecke des Wohlstandes, sprich persönliches Vergnügen, man mag es einfach zu haben, geführt, während ein Nutztier immer einen Zweck erfüllt (sei es die Zucht, um damit Teile des Lebensunterhaltes zu erwirtschaften, oder das Leben signifikant zu erleichern, z.B. bei einem Blindenhund).

Während der Luxus-Tierhalter haftet, sobald sein Tier an einem Schaden beteiligt ist (das nennt man Haftung aus Gefährdung, das ist das, was Sie beschrieben haben), so muss bei einem Schaden, den ein Nutztier verursacht, ein Verschulden beim Tierhalter liegen.

Insofern ist Ihre Aussage richtig: hält man aus rein vergnüglichem Genuss heraus ein Tier, handelt es sich um ein Luxus-Tier, und somit wird "keine Schuldfrage zugrunde" gelegt, man haftet einfach, wenn das Tier einen Schaden verursacht hat.

Um Schadenersatzansprüche abzuwehren oder durch eine Versicherung bezahlen zu lassen, benötigen Sie eine Tier-Halter-Haftpflichtversicherung. Eine Rechtsschutz-Versicherung wäre hier fehl am Platz, weil eben die Rechtsschutz eine Abwehr unbegründeter Ansprüche ausschließt, weil eben diese Abwehr Gegenstand einer Haftpflichtversicherung ist.

(Anmerkung: Das Risiko aus dem Halten zahmer Haustiere, wozu der Hund eben leider NICHT zählt, ist in der "stinknormalen" privaten Haftpflichtversicherung bereits versichert.)



Eine Rechtsschutzversicherung benötigen Sie jedoch, wenn Sie Ihre Ansprüche gegen jemand anderes durchsetzen wollen. Oder es eben NCIHT um Schadenersatz geht (in dem Pfiffi etwas angestellt hat), sondern jemand Ihnen die Hundehaltung verbieten will oder ähnliches.

Hier spielt (abgesehen von der Tierzüchtung) die Tierhaltung jedoch keine Rolle, da diese entweder aus privaten oder aber aus gewerblichen Zwecken erfolgt. Solche Streitigkeiten sind im Rahmen einer privaten / gewerblichen Rechtsschutzversicherung bereits abgedeckt.

Sollte Ihre Bekannte also keine Züchterin sein oder mit Tieren handeln oder explzit auf andere Art und Weise Geld mit Tieren verdienen, so gibt es keinen ersichtlichen Grund für ein solches Produkt.




Will jemand meinen Hund aus meiner Wohnung verbannen, so wird meine Wohnungs- und Grundstück-Rechtsschutz angesprochen. Hat mein Tier etwas angestellt, kümmert sich die Tierhalter-Haftpflicht darum. Hat man mein Tier beschädigt, sodass ich Schadenersatz verlange, fällt das unter den privaten Rechtsschutz. Will die Ordnungsbehörde mir die Tierzucht verbieten, brauche ich eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung.

Zwar ist insbesondere das Produkt Rechtsschutz nicht gerade "einfach" zu handhaben, aber dennoch fällt mir derzeit kein Grund für ein spezielles Produkt ein, dass sich um rechtliche Belange, die in der Haltung eines Tieres, insbesondere eines Luxustieres, liegen, kümmert.



Vielleicht werden wir schlauer, wenn Sie sich das Verkaufsprospekt anschauen und die Bekannte einmal fragen, was sie meint, abgeschlossen zu haben. Wahrscheinlich wird es jedenfalls keine Rechtsschutzversicherung sein.


Ich schreibe hier als Privatperson. Versicherung ist auch mein Hobby 8o
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pas-ko

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3

Mittwoch, 27. März 2013, 01:19

Ah... sorry... nichts für ungut, aber Vermittler(in) bist Du nicht wirklicht, oder?


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Fairsichert

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4

Mittwoch, 27. März 2013, 06:14

Wahrscheinlich wird es jedenfalls keine Rechtsschutzversicherung sein.
Tierkrankenversicherung mit Rechtsschutz - "Hotline" :D .....wer's braucht...... 8o

5

Mittwoch, 27. März 2013, 08:08

Ah... sorry... nichts für ungut, aber Vermittler(in) bist Du nicht wirklicht, oder?


Genau das fragte ich mich nach den ersten sechs Beiträgen auch und hab ihn mal freundlich angeschrieben!
Sämtliche Antworten, Aussagen und E-Mails werden von mir als Privatperson getätigt und sind ohne jegliches gewerbliches/berufliches Interesse und ohne Anspruch auf Richtigkeit!
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6

Mittwoch, 27. März 2013, 14:40

Ähh, "Sie" :D

BankkaufFRAU stand im Profil :rolleyes:

Antwort hast Du vermutlich noch keine ^^


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7

Mittwoch, 11. September 2013, 12:38

Sagt mal, wie sieht das eigentlich mit Listenhunden aus? Werden die von jedweder Versicherung versichert?
Es gibts nichts Gutes, ausser man tut es.

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8

Mittwoch, 11. September 2013, 19:51

hallo,

ich geh mal davon aus, dass du mit "listenhunden" s.g. kampfhunde meinst.
ich sehe da im bereich rs keine probleme. rechtlich gesehen ist ein hund eine sache. wenn mir eine andere person diese sache beschädigt, ist diese erstmal grundsätzlich zum ersatz verpflichtet (bsp: mein hund wird von einem pkw überfahren, weil der fahrer eine rote ampel überfahren hat) dabei spielt es erstmal keine rolle was für eine sache (oder hunderasse) beschädigt wurde. daher sehe ich eine mitversicherung erstmal grundsätzlich gegeben. ggf ist eine mitschuld durch die gefährdungshaftung zu berücksichtigen.
natürlich kann aber jeder versicherer sein eigenes süppchen kochen.
interessant dürfte es allerdings bei hundebiss werden, v.a. wenn dann der vorwurf einer straftat im raum steht. dann werden einige versicherer im schadenfall relativ fix kündigen.

snake

9

Freitag, 14. März 2014, 00:55

Ich denke er meint wohl eher, ob jede Versicherung Listenhunde in der Haftpflicht versichert. Listenhunde müssen jedoch über eine besondere Haftpflichtversicherung abgesichert werden. Da gibt es spezielle Kampfhund-Haftpflicht-Versicherungen.

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10

Freitag, 14. März 2014, 12:20

Blödsinn.
Auch bei Listenhunden geht es um die ganz normale Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Das macht dann nur nicht jeder Versicherer.

Grüße

11

Samstag, 2. September 2017, 17:46

Grundsätzlich halte ich ja eine Hundehaftpflichtversicherung für sehr sinnvoll und richtig - aber jetzt speziell auch noch eine Tierhalterrechtsschutzversicherung abzuschließen, sehe ich als eher übertrieben an - aber das muss man sicherlich immer im individuellen Einzelfall sehen und betrachten. Es hängt auch immer das von ab, was die Hundehaftpflichtversicherung im einzelnen bereits enthält und was man konkret unter Hund richtig versichern versteht, bzw. wie weit man dabei gehen will.

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