Sie sind nicht angemeldet.

1

Montag, 16. Oktober 2017, 20:01

Auszahlung Riesterversicherung Krankenbeitrags- und Steuerpflichtig?

Hallo und Guten Abend, ich bin neu hier. :) Ich kenne mich leider überhaupt nicht aus in Versicherungsfragen und ich hoffe, ihr könnt mir weiter helfen.




Ich habe 2001 - als ich noch nicht selbständig war - eine kleine Riester-Versicherung abgeschlossen, in die ich monatlich 78,00 € einbezahlt habe. 2008 habe ich sie stillgelegt, weil ich mich da selbständig gemacht habe und deshalb die staatlichen Zulagen nicht mehr bekommen habe.




Jetzt habe ich ein Schreiben von der Versicherung bekommen, der Riesterrentenvertrag sei am 01.10.2017 abgelaufen und ich solle da was ausfüllen und ihnen den Original Versicherungsvertrag zuschicken, damit sie mir den Auszahlungsbetrag von ca. 9200,00 € als Einmalzahlung auszahlen können.




In die gesetzliche Rentenversicherung habe ich ab Beginn der Selbständigkeit (13 Jahre lang) nicht mehr eingezahlt. (Dafür konnte ich aber - außer der kleinen Riester-Versicherung - anderweitig privat vorsorgen, um die Rentenversorgungslücke zu schließen.) Meine gesetzliche Rente ist dadurch recht niedrig und mir wäre lieber, ich könnte diese durch die 42,00 € Rentenzahlung pro Monat von der Versicherung noch etwas aufstocken. Aber angeblich liege ich mit diesen 42,00 € in einem Minimalbereich: „Obwohl Ihr Vertrag die Zahlung einer monatlichen Rente vorsieht, überweisen wir Ihnen das vorhandene Kapital. Das machen wir, da Ihre Rente aktuell die für eine Rentenzahlung erforderliche Mindesthöhe nicht erreicht.“




Fragen: Muss ich damit einverstanden sein, dass mir das Kapital als Einmalzahlung ausbezahlt wird? Und wenn ja, muss ich für diese 9200,00 € aus der Riester-Versicherung Krankenversicherungsbeiträge bezahlen?


Oder gibt es da einen Freibetrag oder eine Bemessungsgrenze oder kommt es drauf an, wie viel ich durch meine Selbständigkeit verdiene?




Bestände die Möglichkeit, mir dieses Kapital nicht auf einmal auszahlen zu lassen, sondern die Hälfte dieses Jahr und die andere Hälfte nächstes Jahr, um Steuern und eventuell Krankenversicherungsbeiträge zu sparen?




Oder was wäre allgemein die bessere Lösung, falls das mit der monatlichen Rentenzahlung von über 42,00 € eventuell doch machbar wäre - sollte ich dieses dann machen oder mir doch lieber das Kapital von 9200,00 € auszahlen lassen? Was würde sich denn finaziell eher für mich lohnen? Ich bin total unschlüssig und unwissend und weiß nicht was ich machen soll. Möchte ja nichts falsch machen.




Vielen Dank schon mal für eure Antworten und Anregungen. Falls ihr noch Fragen dazu habt, beantworte ich sie euch gerne.




Gruß Purvis

Fairsichert

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Wohnort: Bremen

Beruf: Versicherungsmakler

  • Nachricht senden

2

Dienstag, 17. Oktober 2017, 11:55

Hallo !

Ihre Riester-Rente unterliegt in der Auszahlungsphase der vollen Steuerpflicht, d.h. einer Versteuerung mit Ihrem persönlichen Steuersatz.

Eine Verbeitragung in der Gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt nur, wenn sie freiwilliges Mitglied in der Gesetzlichen Krankenversicherung sind.
Sind sie dort pflichtversichert (oder privat versichert), werden keine Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Die Aussage des Anbieters, dass die Rentenzahlung die erforderliche Mindesthöhe nicht erreicht , verwundert mich.
Die Abfindungsmöglichkeit ( das ist eine KANN-Möglichkeit und wird vom Versicherungsnehmer bestimmt) der sogenannten Kleinbetragsrente liegt derzeit
bei 29,75€ monatlich und ich vermute hier einen Irrtum seitens des Anbieters.

Verweisen Sie den Anbieter auf §93 des EStG mit dem Hinweis , dass die zu zahlende Rente diese Grenze übersteigt.

Sollten Sie sich für die Auszahlung des Kapitals entscheiden, ist dieses ebenfalls zu wie oben angeführt zu versteuern.
Analog gelten auch die Regelungen für die Krankenversicherung.
Ich wäre aber sehr vorsichtig mit dieser Entscheidung. Wird diese Abfindung dann nicht als Kleinbetragsrenten-Abfindung
anerkannt, droht eine Rückzahlung der staatlichen Zulagen sowie eine Rückforderung evtl. gewährter Steuervorteile
aus dem Sonderausgabenabzug.

Eine Stückelung der Auszahlung über zwei Jahre sollte m.E. möglich sein, aber auch hier empfiehlt sich eine Anfrage beim Anbieter.

Welche Entscheidung finanziell schlussendlich für Sie am sinnvollsten ist, obliegt aber der Beantwortung durch einen Steuerberater.

Meines Erachtens können Sie auf die monatliche Rentenzahlung bestehen.

Good luck

3

Dienstag, 17. Oktober 2017, 16:43

Vielen Dank für Ihre Antwort! Das hilft mir nun doch erst mal ein bisschen weiter. Manno, ist das alles kompliziert! ?(

Ja, das mit den 29,75€ Kleinbetragsrente hatte ich auch so gelesen im Internet.

Ich bin leider freiwillig versichert in der gesetzlichen Krankenkasse. :(
Wird diese Abfindung dann nicht als Kleinbetragsrenten-Abfindung
anerkannt, droht eine Rückzahlung der staatlichen Zulagen sowie eine Rückforderung evtl. gewährter Steuervorteile
aus dem Sonderausgabenabzug.
Können Sie mir noch sagen, wie ich das im Voraus in Erfahrung bringen kann, ob eine Abfindung (Auszahlung?) als Kleinbetragsrenten-Abfindung anerkannt wird, bevor ich einer Auszahlung zustimme? Erfahre ich das nur durch den Versicherungsträger?

Ich hoffe, meine Versicherung lässt mir noch etwas Zeit mit einer Entscheidung.


Gruss Purvis

Fairsichert

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Wohnort: Bremen

Beruf: Versicherungsmakler

  • Nachricht senden

4

Dienstag, 17. Oktober 2017, 17:40

Hallo nochmal...

Ich würde an Ihrer Stelle beim Anbieter anrufen und mich explizit mit jemandem verbinden lassen, der sich in dieser Thematik
auskennt und Ihnen auch eine verbindliche schriftliche Stellungnahme dazu liefert, wie der Anbieter den Sachverhalt sieht bzw. deklariert.

Wenn die Kapitalabfindung aus irgendwelchen (und sei es systemtechnischen) Gründen nicht als Kleinbetragsrenten-Abfindung deklariert wird, übermittelt
der Anbieter das automatisch an die ZFA (Zulagenstelle), die dann theoretisch die Zulagen zurückfordert als auch an die zuständige Finanzbehörde
meldet.

Das muss nicht so sein, aber generell wäre es doch sinnvoll, sich einmal mit dem Versicherer in Verbindung zu setzen, zumal ich Sie
ja auch so verstehe, das Sie eine Rentenzahlung bevorzugen und der Versicherer hier eigenmächtig entscheidet.

Ich persönlich gehe hier nach wie vor von einem Irrtum aus.

Ihre Problematik ist somit m.E. nichts für die telefonische "Hotline" des Anbieters.

Viel Erfolg

5

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 09:58

Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort! :)

Das werde ich so machen, wie Sie mir geraten haben. Sie haben mir in jedem Fall jetzt schon etwas weiter geholfen.

Falls ich nochmal was wissen möchte, würde ich gerne noch einmal auf Sie zukommen.

Gruss Purvis

6

Sonntag, 22. Oktober 2017, 23:29

-

Thema bewerten


Home Lebensversicherun Rentenversicherung Berufsunfähigkeitsversicherung Private Krankenversicherung Krankenzusatzversicherung Pflegezusatzversicherung Autoversicherung Motorradversicherung

  My-Versicherung Motorradversicherung Autoversicherung Private-Unfallversicherung Private-Haftpflicht Bausparen  Privatrechtsschutz Pflegepflichtversicherung