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Dienstag, 2. Februar 2016, 20:20

Kapitallebensversicherung Steuerbegünstigung gefährdet nach Kündigung BU?

Hallo zusammen,


ich habe 1997 eine Kapitallebensversicherung mit BU (Kombiprodukt)
bei MLP abgeschlossen. Da die BU Versicherung noch mit einer abstrakten
Verweisung war (Rechtssprechung hat sich geändert, aktuelle Produkte
sind besser) habe ich mir letztes Jahr eine neue BU Versicherung
gesucht. Die Auskunft meiner bisherigen Versicherung war: ich kann sie
ohne Probleme kündigen.


Das habe ich jetzt gemacht und von der Versicherung den Hinweis
bekommen, dass jetzt nach dem Alterseinkünftegesetzt die
Steuerbegünstigung gefährdet ist. Für meinen alten Vertrag hatte ich
immer ein Schreiben von der Versicherung, dass die Versicherung
einkommensteuerrechtlich gebünstigt ist, weil der Todesfallschutz
mindestens 60% der gesamten zu zahlenden Beiträge beträgt.



Mir hat jetzt die Versicherung angeboten, dass ich die BU
ausschließe, diese aber ohne Beitragszahlung weiterläuft aus dem
angesparten Kapital. Das will ich nicht, weil ich ja eine neue habe und
das alte Recht nicht optimal ist.


Wenn ich jetzt komplett einstelle, dann würde sich die
Erlebensfallsumme steigen und das wäre schädlich für die
Steuerbegünstigung. Ich könnte aber beim Finanzamt versuchen wieder eine
Bestätigung zu bekommen. Näher konnte mir die Versicherung den
Sachverhalt nicht erklären. Weder an wenn ich mich beim FA wenden muss
noch was für eine Bestätigung ich genau brauche.



Ich habe es trotzdem beim FA versucht und bin bisher gnadenlos
abgeschmättert worden. Solange ich nicht den Namen der Bestätigung
habe, können sie mir nicht helfen.


Ganz ehrlich, ich verstehe das gesamte Konstrukt noch nicht und habe
das Gefühl, dass die Versicheurng mich nicht wirklich gut berät. Kann
mir jemand Licht ins Dunkel bringen? Ohne das alles zu verstehen, kann
ich schlecht eine vernünftige Entscheidung treffen.
Welche sinnvolle Optionen gibt es und wo kann ich mich neutral beraten lassen?

Fairsichert

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Wohnort: Bremen

Beruf: Versicherungsmakler

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2

Mittwoch, 3. Februar 2016, 11:12

Hallo ,

ohne Einsicht in Unterlagen ist eine Ferndiagnose fast unmöglich , aber ich vermute , das der Versicherer vorschlägt, die BU-Versicherung beitragsfrei zu stellen und die Hauptversicherung
als reine Lebensversicherung weiterlaufen zu lassen. Somit würde sich auch der Beitrag vermindern.

Dann würde sich eine sog. beitragsfreie BU-Rente ergeben , das bedeutet , dass Sie weiterhin einen Versicherungsschutz hätten , wenn auch nur als Bruchteil der bislang versicherten Rente.
Diesen als Ergänzung zu Ihrer neuen BU-Versicherung zu betrachten , ist m.E. nicht schädlich . Auch bedingungsgemäß "schlechter" Versicherungsschutz kann wertvoll sein.

Sofern ich den Sachverhalt richtig verstehe , liefen die alte und von Ihnen neu abgeschlossene BU-Versicherung parallel , wenn auch mit der von Ihnen hier hinterfragten Kündigungsabsicht.
Haben Sie letztes Jahr im Antrag der neuen BU-Versicherung die Existenz der bestehenden BU-Rente angegeben ?

VG

Barmer

Versicherungsberater

Beiträge: 1 570

Wohnort: Wuppertal, Münster

Beruf: Rentner, Versicherungsberater 34e Abs.1 i.R.

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3

Freitag, 5. Februar 2016, 10:47

Hallo,

offenbar will die Versicherung entweder die Beitragszahlung gleichlassen und damit die Versicherungssumme erhöhen oder nur das geringe Deckungskapital aus der BU zur Erhöhung verwenden. Beides ist steuerlich bedenklich, was bei einer Diskussion mit dem FA herauskommt, nicht abzusehen.

Der Vorschlag, die BU beitragsfrei zu stellen, ist vernünftig, die Rente wird nur gering sein. Falls nicht schon geschehen, muss das neue VU informiert werden (wie schon gesagt), bei einer niedrige Rente sicher kein Problem.

Viel Glück

Barmer

4

Freitag, 20. Mai 2016, 13:35

Dein Beitrag ist ja schon ein paar Tage alt und du wirst bestimmt schon eine Entscheidung getroffen haben ...

Aber dennoch möchte ich dir kurz meinen Fall bzw. die Umsetzung schildern.

Auch ich habe eine MLP STL FLV (mit BU & Airbag) von 1997 und habe mich 2006 dazu entschlossen, die BU inkl. Airbag "auszuschließen". Auch wenn dies nach dem 01.01.2005 passiert ist, so habe ich keinen Hinweis, Vermerk oder Schreiben erhalten, dass dies steuerschädlich sei, insofern gilt für mich die schriftliche Aussage zum ursprünglichen Vertragsabschluss, in der bestätigt wird, dass die "Anlage" nach der geltenden Gesetzgebung steuerfrei ist. Faktisch wurde der BU-Beitragsanteil herausgenommen und somit der gesamte Zahlbeitrag unter Beibehaltung der Erlebensfallsumme und des Mindesttodesfallschutz von 60 % entsprechend reduziert.

Ich glaube nicht, dass das einer Beitragsfreistellung gleich kommt, denn ich erhalte nun im Fall einer BU keine Leistung mehr.

Seitens des FAs wird dir zum jetzigen Zeitpunkt bestimmt keiner "irgend etwas" bestätigen - schon gar nicht, wenn dir die Versicherung (MLP/STL) auf die "steuerschädliche Änderung" hinweist.
Das FA wird erst zum Auszahlungszeitpunkt "aktiv" und kassiert dann auf Basis der dann gültigen Gesetzgebung einfach ab - mit dem Hinweis "das hätte Ihnen doch klar sein müssen, was Sie da unterschreiben".

Mich würde schon mal interessieren, wie du das letztlich umgesetzt hast?
Viel Erfolg

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