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  • »speedrunner« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 10:01

Versicherung will nur per Quotelung bezahlen

Nach einem Einbruch in meiner Wohnung, sind zahlreiche Gegenstände gestohlen worden. Meldung ging sofort zur Polizei und zur Versicherung.
Habe nach einem Besuch vom Regulierungsbeauftragten der Versicherung, den Schadenhergang dokumentiert und unterschrieben. Nach drei Tagen ist mir aufgefallen, das in der Dokumentation steht* Alle Fenster und Türen habe ich verschlossen*.
Da aber das Fenster auf Kippstellung war, habe ich dies der Versicherung sofort per email mitgeteilt.
Jetzt will die Versicherung nur per Quotelung bezahlen, da ich Anfangs die Dokumentation unterschrieben habe das alles verschlossen war.
Darf die Versicherung einfach so Handeln, obwohl ich im nach hinein alles richtig stellte?

pas-ko

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2

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 10:53

Sind die Täter durch das gekippte Fenster eingedrungen?


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3

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 11:23

Ja die Täter sind durch das gekippte Fenster eingedrungen.
Das Fenster hatte noch eine spezielle Sicherung, sodass die Täter das Fenster aufhebeln mussten und so die Schanierre weggebrochen wurden.
Raus sind die Täter durch die Balkontür spaziert :S

Laut Aussage der Polizei, haben diese in der Ermittlungsakte 'nicht grob fahrlässig' rein geschrieben.

pas-ko

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Donnerstag, 19. Dezember 2013, 12:29

Oh mann... das ist kontraproduktiv...


Zitat

Laut Aussage der Polizei, haben diese in der Ermittlungsakte 'nicht grob fahrlässig' rein geschrieben


Ob eine Handlung grob fahrlässig ist oder nicht, entscheidet nicht die Polizei (Gott sei Dank)... das ist eine Frage der Rechtsprechung. Und die Wohnung bei gekipptem Fenster zu verlassen, könnte durchaus als grob fahrlässiges Handeln von der Rechtsprechung gewertet werden. Immerhin erleichtert man den Tätern das Eindringen in die Wohnung erheblich.

Also will der Versicherer nicht deshalb quoteln, weil Du einen (falschen) Bericht unterschrieben hast, sondern, weil er Dein Verhalten als grob fahrlässig wertet und dies als durch die Rechtsprechung gedeckt ansieht.

siehe hierzu §81 (2) VVG:

Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen.


Folgende Möglichkeiten:

1.) Wie hoch war der Schaden? Die meisten Versicherer verzichten auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit, wenn der Schaden einen Betrag von X (sagen wir, 5.000 EUR) nicht übersteigt.

2.) Viele Tarife sehen vor, komplett auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit zu verzichten. Diese Regelung erlangt man aber nicht, wenn man den billigsten Tarif nimmt. Du solltest prüfen (wenn Du schon Nr. 1 prüfst), ob diese Regelung nicht sogar Deinem Tarif entspricht, und der Schadensachbearbeiter daran "einfach mal" nicht gedacht hat...

3.) Du schreibst:

Zitat

Das Fenster hatte noch eine spezielle Sicherung, sodass die Täter das Fenster aufhebeln mussten und so die Schanierre weggebrochen wurden


Du könntest dies als Argumentation heranziehen, aus der groben Fahrlässigkeit herauszukommen. Dafür musst Du jedoch benennen können, wie diese "spezielle Sicherung" gestaltet war. Am besten Hersteller, Typ, und welche Eigenschaften der Hersteller dieser Sicherung rechtssicher zusichert. Woher Du diese Aussage hast, wieso Du in Gutem Glauben sein durftest, diese Sicherung erfülle die Ansprüche.

Dies wäre jedoch ein sehr steiniger Weg und vermutlich würde diese Klärung vor Gericht stattfinden, da absolute Einzelfallentscheidung. Große Chancen auf Erfolg räume ich dem hier jetzt nicht ein, dafür habe ich schon zu vieles gesehen, was Versicherungsnehmer als "tolle" und "super" Sicherung ansahen...

Dennoch gilt ein Grundsatz: Wenn der Täter wo reinkommen will, dann kommt er auch rein. Mit allen Sicherungen kann man es ihm nur schwerer machen und Zeit schinden.

4.) Wie waren denn die genauen Umstände? Wie lange hast Du die Wohnung verlassen? Zu welchem Zweck? Zu welcher Tageszeit? Auch das könnte sicherlich eine Rolle spielen.


Wie hoch war dennn der Schaden und welche Quote bietet der Versicherer an?


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5

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 13:43

Zitat

Ob eine Handlung grob fahrlässig ist oder nicht, entscheidet nicht die
Polizei (Gott sei Dank)... das ist eine Frage der Rechtsprechung. Und
die Wohnung bei gekipptem Fenster zu verlassen, könnte durchaus als grob
fahrlässiges Handeln von der Rechtsprechung gewertet werden. Immerhin
erleichtert man den Tätern das Eindringen in die Wohnung erheblich.
Die Polizei wollte dies auch nur in die Akte mit reinschreiben, das eine grobe Fahrlässigkeit nicht gegeben hat.
Über die Rechtsprechung ob die Polizei dazu Einfluss hat, entzieht sich meines Wissens.

Zitat

1.) Wie hoch war der Schaden? Die meisten Versicherer verzichten auf die
Einrede der groben Fahrlässigkeit, wenn der Schaden einen Betrag von X
(sagen wir, 5.000 EUR) nicht übersteigt.
Die Höhe der entwendeten Gegenstände beläuft sich auf ca. 7000,- Euro.
Aufräumarbeiten oder reparierte Gegenstände (Schrankladen,Nachttisch etc.) wurden von mir nicht angegeben ;( (Ich Dummbeutel)

Zitat

2.) Viele Tarife sehen vor, komplett auf die Einrede der groben
Fahrlässigkeit zu verzichten. Diese Regelung erlangt man aber nicht,
wenn man den billigsten Tarif nimmt. Du solltest prüfen (wenn Du schon
Nr. 1 prüfst), ob diese Regelung nicht sogar Deinem Tarif entspricht,
und der Schadensachbearbeiter daran "einfach mal" nicht gedacht hat...
In dem Vertrag ist unter 'Leistungserweiterungen und Entschädigungsgrenzen' vermerkt: "Schäden durch grobe Fahrlässigkeit --- bis zu 10.000 EUR"

Zitat

4.) Wie waren denn die genauen Umstände? Wie lange hast Du die Wohnung
verlassen? Zu welchem Zweck? Zu welcher Tageszeit? Auch das könnte
sicherlich eine Rolle spielen.
Die Wohnung habe ich für ca. 3 Std. verlassen, da ich mit meinen Hunden öfter mal eine große Runde gehe. Uhrzeit war zwischen 17.00 und 19.30 Uhr.

Zitat

Wie hoch war dennn der Schaden und welche Quote bietet der Versicherer an?
Schadenhöhe siehe oben und welche Quotelung er anbietet weiß ich noch nicht.

Habe von ihm telefonisch die Aussage bekommen, das ich ja den Bericht mit den geschlossenen Fenster unterschrieben habe und erst 3 Tage später eine email mit der Richtigstellung erhielt, wir also in diesem Fall eine Quotelung anbieten.
Dieses muss er aber mit seiner Direktion besprechen und mir bis Ende der Woche bescheid geben.

(Der Schadentag war 18.10.13....)

pas-ko

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6

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 14:16

Naja, dann wäre doch schon mal eines geklärt:

Bei Schäden bis 10.000 EUR findet kein Abzug wegen der Einrede einer groben Fahrlässigkeit statt. So ist es vertraglich festgehalten.

Zitat

Die Höhe der entwendeten Gegenstände beläuft sich auf ca. 7000,- Euro. Aufräumarbeiten oder reparierte Gegenstände (Schrankladen,Nachttisch etc.) wurden von mir nicht angegeben ;( (Ich Dummbeutel)


Sollte jetzt mal keine Rolle spielen. Dass bei einer bestimmten Art von Schäden auch Kosten anfallen, ist bekannt. Ob Du diese Kosten bei Schadenmeldung selbst schon hast absehen können, nun ja, bist ja auch nicht direkt danach gefragt worden. Sicherlich hattest Du erst einmal den Schaden an entwendeten und beschädigten Gegenständen im Kopf. Kosten nachzumelden, dürfte nicht das Problem sein. Einfach tun.

Die Umstände (3 h Stunden Abwesenheit) lassen jetzt auch nicht den Schluss zu, dass keine grobe Fahrlässigkeit vorgelegen hat. Aber wie gesagt, bei Schäden bis 10.000 EUR (inkl. Kosten!) ... irrelevant nach Deinem Vertrag.

Zitat

Habe von ihm telefonisch die Aussage bekommen, das ich ja den Bericht mit den geschlossenen Fenster unterschrieben habe und erst 3 Tage später eine email mit der Richtigstellung erhielt, wir also in diesem Fall eine Quotelung anbieten.


Nun, das ist ja mal jemand päpstlicher als der Papst.

Festzuhalten wäre doch (wenn es denn tatsächlich auch so war), dass Du den Fehler bemerkt hast und freiwillig, von Dir aus, auf den Fehler aufmerksam gemacht hast und den Bericht korrigiert hast. Somit muss man hier davon ausgehen, dass Du den Bericht unterschrieben hast und lediglich versehentlich den Tatbestand des geöffneten Fensters nicht bemerkt hast. Wenn falsche Angaben gemacht wurden (aus Versehen heraus), und der Anspruchsteller korrigiert dies aus eigenem Antrieb unmittelbar nach Abgabe der falschen Erklärung, also Bitte.. Wer will denn jetzt unterstellen können, dass es sich um eine vorsätzliche Falschangabe gehandelt haben muss.

Das würd ich erst einmal relaxt sehen.

Warte jetzt mal ab, was die Direktion entscheidet. Dann kannst Du immer noch argumentieren.



Sofern es jetzt nicht noch irgendwelche Umstände gibt, die Du ausgelassen hast, dürftest Du sehr gute Chancen haben, ohne Quotelung davon zu kommen. Selbst wenn Dir derjenige, der mit Dir telefoniert hat, Dir eine Quotelung zukommen lassen will, dann möge er das bitte schriftlich tun und begründen, aus welchem Grund er eine Quotelung für gerechtfertigt hält. Dann argumentiert man dagegen und schaltet halt die Direktion mit ein.

Auch Versicherer sind letztlich erst einmal Kaufleute, und verhandeln. Wie jeder andere auch. Wenn sich was sparen lässt, mit welchen Begründungen auch immer, dann spart man. Anders verhält sich niemand von uns.

Also, Keep cool.


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Donnerstag, 19. Dezember 2013, 14:33

ich bedanke mich erst einmal für Deine schnelle und auch mit verständlichen Worten geschriebenen Antworten. :thumbsup:

Ich werde dann jetzt mal Abwarten in welcher Höhe die Versicherung entschädigt. Hoffe das es bald mal zu einem Abschluss kommt ;)

Ecky

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Donnerstag, 19. Dezember 2013, 15:19

Die Umstände (3 h Stunden Abwesenheit) lassen jetzt auch nicht den Schluss zu, dass keine grobe Fahrlässigkeit vorgelegen hat. Aber wie gesagt, bei Schäden bis 10.000 EUR (inkl. Kosten!) ... irrelevant nach Deinem Vertrag.

Naja, dann wäre doch schon mal eines geklärt:

Bei Schäden bis 10.000 EUR findet kein Abzug wegen der Einrede einer groben Fahrlässigkeit statt. So ist es vertraglich festgehalten.
Meines Erachtens gilt der Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit nicht bei den Sicherungsvorschriften.

pas-ko

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9

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 15:37

Hallo Ecky,

guter Hinweis, aber ...

In den VHB ist von Sicher-UNG-svorschriften nicht die Rede.

Die Sicher-HEIT-svorschriften, die in den VHB verankert sind, beziehen sich einzig auf ausreichende Beheizung der Räume im Winter bzw. Kontrolle bzw. Entleerung der Leitungen (s. §15 VHB).

Eine Gefahrerhöhung nach §16 (d) VHB kommt ebenfalls nicht in Betracht, da bei standardmäßigen Hausraten keine besonderen mechanischen Sicherungen verlangt werden. Auch hätte der Versicherer dann kündigen müssen, weil die Gefahrerhöhung nicht angezeigt wurde. Ne, da wird kein Schuh draus.

Insofern ist in diesem Fall die Verletzung vertraglich vereinbarter Sicherheitsvorschriften nicht relevant; sonst wäre die Kommunikation zwischen VR und VN ganz anderen Inhalts.

Auch wird dem VN nicht grobe Fahrlässigkeit eingeredet (was bei der angegebenen Schadenhöhe und der vereinbarten Klausel ohnehin keinen Sinn ergeben würde), sondern (wissentliche) Falschangaben im Leistungsantrag - die dann auch nicht zur Quotelung, sondern zum völligen Verlust des Versicherungsschutzes führen.


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Ecky

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10

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 16:17

In den VHB ist von Sicher-UNG-svorschriften nicht die Rede.

:thumbup:

Die Sicher-HEIT-svorschriften, die in den VHB verankert sind, beziehen sich einzig auf ausreichende Beheizung der Räume im Winter bzw. Kontrolle bzw. Entleerung der Leitungen (s. §15 VHB).
:thumbup:

Falschangaben im Leistungsantrag - die dann auch nicht zur Quotelung, sondern zum völligen Verlust des Versicherungsschutzes führen.
:thumbup:

(was bei der angegebenen Schadenhöhe und der vereinbarten Klausel ohnehin keinen Sinn ergeben würde

Wenn ich eine Vertragsvereibarung bis 10,000 Euro habe und nur 7000,- Euro Schaden habe, macht das schon Sinn.

Aber warum quotelt der Papst überhaupt, eher aus Kulanz würde ich sagen. Er wäre ja von der Leistung frei durch die sogenannte Falschaussage.

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Donnerstag, 19. Dezember 2013, 16:29

Zitat

Aber warum quotelt der Papst überhaupt, eher aus Kulanz würde ich sagen.
Er wäre ja von der Leistung frei durch die sogenannte Falschaussage.
Diese sogenannte Falschaussage wurde ja nach (3 Tagen) wieder revidiert, per email, bevor also irgend eine Ermittlungsakte angefordert wurde.
Ich muss auch gestehen das ich etwas nervös gewesen war, denn es ist wohl nicht alltäglich das ein Einbruch in der eigenen Wohnung statt findet.
Nun ja, ich warte jetzt erstmal ab was sich ergibt 8)

pas-ko

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Donnerstag, 19. Dezember 2013, 16:34

Nene, nicht aus Kulanz, sondern er will verhandeln (man kanns ja mal versuchen).


vgl. Teil B §16 (2) VHB:

Arglistige Täuschung nach Eintritt des Versicherungsfalles:

Der Versicherer ist von der Entschädigungspflicht frei, wenn der Versicherungsnehmer den Versicherer arglistig über Tatsachen, die für den Grund oder die Höhe der Entschädigung von Bedeutung sind, täuscht oder zu täuschen versucht.


Vorausgesetzt, die Angaben des TE sind vollständig und stimmig, reicht diese Falschangabe alleine also nicht aus, um die Leistung zu versagen. Diese muss schon wissentlich und beabsichtigt sein, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Dadurch, dass er selbst den Fehler korrigierte, wo ist denn jetzt die betrügerische Absicht? ... Dürfte nicht zu halten sein.


Daher wäre der VR voll in der Leistungspflicht. Aber der VR kanns ja mal versuchen, auf dem Verhandlungswege die Leistung zu reduzieren.

Ich sage (vorausgesetzt nochmals, dass die Schilderung des TE vollumfänglich waren): Das wird ein sprichwörtlicher Schuss in den Ofen für den VR, wenn er die Quotelung mit der benannten Argumentation durchsetzen will.


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13

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 16:36

Zitat

Nun ja, ich warte jetzt erstmal ab was sich ergibt 8)


Genauso. Und dann schauen wir weiter.

Halt uns auf dem Laufenden. :D


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Donnerstag, 19. Dezember 2013, 17:05

Sorry, ich muss noch mal. Lässt mir keine Ruhe.

Stellt ein gekipptes Fenster nicht den Tatbestand einer Obliegenheitsverletzung dar?

pas-ko

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15

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 17:37

Welcher Obliegenheit denn?

Es gibt doch ausschließlich

a) gesetzliche Obliegenheiten --> im VVG ist ein geöffnetes Fenster nicht benannt. Scheidet aus.
b) vertragliche Obliegenheiten

Vertragliche Obliegenheiten sind in den Bedingungen abschließend genannt. Da hast Du:

Abschnitt A der VHB:

§ 15: Vertraglich vereinbarte, besondere Obliegenheit des VN vor und nach dem Versicherungsfall, Sicherheitsvorschrift. (die hab ich eben schon zitiert. bezieht sich ausschließlich auf Winter und Heizen / Leitungsrohre entleert zu halten).

Abschnitt B der VHB:

§ 8: Obliegenheiten des VN:

1.) Vor Eintritt des Versicherungsfalles:
Einhalten aller gesetzlichen, behördlichen sowie vertraglich vereinbarten Sicherheitsvorschriften

2.) Bei und nach Eintritt des Versicherungsfalles:
Die zähle ich jetzt hier nicht auf. Lies bitte selbst.





Es könnte aus Abschnitt B der VHB, §8 (1) etwas folgen, WENN vereinbart wurde, wie die Räume zu sichern sind. Aber (auch da wiederhole ich mich), bei standardmäßigen Hausraten gibt es dahingehend solche Vereinbarungen (in der Regel) nicht. Wir reden jetzt hier nicht von einem Hausrat mit einer VSSU von 200.000 EUR oder mit hohem 'Anteil an Wertsachen. Wir reden also vom Pauschalgeschäft, nicht vom Individualgeschäft.



Auch Gefahrerhöhung nach Abschnitt A VHB § 16 (d) scheidet aus, passt einfach nicht. Wäre dann aber keine Obliegenheitsverletzung, sondern eben eine Gefahrerhöhung.

Es geht hier einzig und alleine um grob fahrlässiges Handeln, versichert bis 10.000 EUR und darum, dass man die Unterschrift unter einem inhaltlich falschen Bericht als Verstoß gegen Abschnitt B §16 (2) skizzieren möchte, dies aber in letzter Konsequenz qua Wissen um die rechtliche Unhaltbarkeit als solches nicht formuliert, sondern dies zum Anlass nimmt, den Versicherungsnehmer zu verunsichern, damit er sich mit weniger als Anspruch habend zufrieden gibt.


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K-Guru

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Donnerstag, 19. Dezember 2013, 19:27

ich möchte mal aus meiner praktischen Erfahrungen auf § 28 III i.V.m. § 32 VVG hinweisen.

Wir stoßen hier im K-Bereich bei Totalentwendungen immer wieder an die Grenze des § 28 III wenns um Falschangaben bezüglich KM-Leistung des Fzg. geht. 28 III greift sogar dann schon, wenn wir die Falschaussage selber aufdecken (und hier wurde ja sogar richtig gestellt).
Arglist verneinen wir in diesem Zusammenhang, bzw. können wir nicht nachweisen (lt. Rechtsabteilung). Eine Verletzung einer Auskunftspflichtsverletzung dürfte daher m.E. keine Rolle spielen und führe nicht zur (teilweisen) Leistungsfreiheit

Zitat

§28 III
(3) Abweichend von Absatz 2 ist der Versicherer zur Leistung
verpflichtet, soweit die Verletzung der Obliegenheit weder für den
Eintritt oder die Feststellung des Versicherungsfalles noch für die
Feststellung oder den Umfang der Leistungspflicht des Versicherers
ursächlich ist. Satz 1 gilt nicht, wenn der Versicherungsnehmer die
Obliegenheit arglistig verletzt hat.
Wenn wir den Absatz mal auseinander nehmen, dann können wir VS bejahren, wenn die Verletzung der Obliegenheit weder für
  • den Eintritt oder
  • Festellung
des Versicherungsfalles noch für die
  • Festellung des Umfangs der Leistungspflicht
ursächlich ist.

Verletzung Auskunftspflicht:
Kausalität für die Festellung des Versicherungsfalles würde ich verneinen.
Kausalität für die Eintritt des Versicherungsfalles würde ich ebenfals verneinen.
Kausalität für die Festellung des Umfangs der Leistungspflicht wird ebenfalls verneint, da ja eine Richtigstellung erfolg ist und damit der Umfang der Leistungspflicht korrekt ermittelt werden kann.

Verletzung offenes Fenster:
Kausalität für die Festellung des Versicherungsfalles würde ich verneinen.
Kausalität für die Festellung des Umfangs der Leistungspflicht würde ich ebenfalls verneinen.
Bei der Frage nach der Kausalität für die Eintritt des Versicherungsfalles bin ich mir unsicher, jedenfalls dann, wenn man ggf. behaupten könnte, dass sich der Einbrecher einen anderen Weg gesucht hätten und man es ihm allenfalls einfacher gemacht hat. Der Versicherer wäre m.E. in der Pflicht nachzuweisen, dass es bei einem geschlossenem Fenster nicht zum Einbruch gekommen wäre.

Zu klären wäre zudem, ob der § 28 III analog auf § 81 anzuwenden ist.

So bin gespannt auf Eure Meinung
Freundliche Grüße

K - GURU

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pas-ko

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17

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 20:13

§28 VVG regelt die "Verletzung einer VERTRAGLICHEN Obliegenheit".

Nirgends (zumindest in einem Hausrat-Vertrag / Situation Standard / "Lehnchen Müller") ist das Schließen und Verschlossenhalten des Fenster vertraglich als Obliegenheit geregelt.

Im Hausratversicherungsvertrag von Queen Elizabeth dürfte das etwas anders ausschauen.

Ergo:

Zitat

Verletzung offenes Fenster:
Kausalität für die Festellung des Versicherungsfalles würde ich verneinen.
Kausalität für die Festellung des Umfangs der Leistungspflicht würde ich ebenfalls verneinen.
Bei der Frage nach der Kausalität für die Eintritt des Versicherungsfalles bin ich mir unsicher, jedenfalls dann, wenn man ggf. behaupten könnte, dass sich der Einbrecher einen anderen Weg gesucht hätten und man es ihm allenfalls einfacher gemacht hat. Der Versicherer wäre m.E. in der Pflicht nachzuweisen, dass es bei einem geschlossenem Fenster nicht zum Einbruch gekommen wäre.


hat dieser letzte Absatz keine Relevanz. §28 VVG findet hier keine Anwendung.


Das Fenster auf Kipp zu stellen und sich von der Wohnung zu entfernen, ist eher noch eine anzeigepflichtige Gefahrerhöhung (per Definition kann der Einbruch-Diebstahl ja immer noch stattfinden, da ein Täter nicht ohne Gewalt das auf Kipp gestellte Fenster öffnen kann - mal vorausgesetzt).

Nach § 23(1) VVG darf der VN keine Gefahrerhöhung vornehmen. Nach § 26 (1) ist der Versicherer dennoch zu Leistung verpflichtet, sofern der VN die Gefahrerhöhung nicht vorsätzlich vorgenommen hat. Den Vorsatz nachzuweisen, obliegt dem Versicherer. Hat der VN die Gefahrerhöhung grob fahrlässig vorgenommen, tritt eine Quotelung der Leistung ein, die dann durch die im Vertrag vereinbarte Klausel (grobe Fahrlässigkeit bei Schäden bis 10.000 EUR) wieder abbedungen wird.


§81 VVG beschäftigt sich ebenfalls mit Vorsatz bzw. grober Fahrlässigkeit.



Im Ergebnis kommen wir immer wieder zu dem Punkt:

- bestimmte Sicherungen zu erfüllen und die Fenster verschlossen zu halten, war vertraglich nicht geregelt. (wir unterstellen, dass sich der Hausrat des TE eher wie der der "Lehnchen Müller" zusammensetzt als der einer Queen Elizabeth.). Somit gibt es keine Verletzung einer (vertraglichen) Obliegenheit - zumindest nicht, was den Eintritt des Schadenfalls angeht.

- Eine Obliegenheitsverletzung kommt mit der Unterschrift unter dem Bericht in Betracht. Wirkt aber nicht, da es sich bei der Falschangabe um arglistige Täuschung handeln muss, die der VR nicht nachweisen kann. Die Umstände (der VN hat den Fehler selbst aufgeklärt, und das unmittelbar nach Abgabe der Erklärung) sprechen eher für ein Versehen. Der VR selbst reduziert seine Möglichkeit des §28 VVG in diesem Fall auf das Vorliegen einer arglistigen Täuschung (s. Abschnitt B VHB § 16 (2).

- Der Versicherer wird um die volle Erstattung des Schadens nicht rumkommen. zumindest nicht auf Basis der Informationen, die uns bis hier vorliegen.


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Ecky

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Freitag, 20. Dezember 2013, 09:18

Irgendwie schienen mir die 84 iger Bedingungen noch im Kopf zu schweben. :rolleyes: Hatte gar nicht bemerkt, dass die im Bereich der Sicherheitsvorschriften derart abgeändert wurden.

Dort hieß es

14 Sicherheitsvorschriften

1. Der Versicherungsnehmer hat

a)

alle gesetzlichen, behördlichen oder vereinbarten Sicherheitsvorschriften zu beachten;

b)

in der kalten Jahreszeit entweder die Wohnung ausreichend zu beheizen oder alle wasserführenden Anlagen und Einrichtungen zu entleeren und entleert zu halten;

c)

solange sich in der Wohnung niemand aufhält, Türen, Fenster und alle sonstigen Öffnungen der Wohnung ordnungsgemäß verschlossen zu halten, sowie alle bei Antragstellung vorhandenen und zusätzlich vereinbarten Sicherungen – insbesondere Einbruchmeldeanlagen – voll gebrauchsfähig zu erhalten und sie zu betätigen, soweit nicht etwas anderes vereinbart wurde.

Nur danach hätte sich der VR auf Leistungsfreiheit berufen können, auch wenn es damals schon den Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit gegeben hätte.

Aber die haben wir ja nicht mehr. Ab 92 war der Passus wech :D

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pas-ko

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Samstag, 21. Dezember 2013, 23:12

vergiss nicht.. ich bin bestimmt mind. 20 jahre jünger als Du... da sind einige produktgenerationen an mir vorbeigegangen.

Meine Ausbildung hab ich anahnd der VHB 92 bekommen... 8| und das ist schon alt.. oder waren es die 94er? ich hab den überblick verloren...


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Dienstag, 24. Dezember 2013, 13:04

Hallo Leute,

wollte doch mal schnell schöne Weihnachtsgrüße hinterlassen und in diesem zusammenhang stand der Dinge:

Bis dato immer noch keine Benachrichtigung vom Versicherer. Keine Post, kein Telefonat, keine Regulierung ;(

Werde mich wieder melden :thumbsup:

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