Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Versicherungtalk.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Dienstag, 13. April 2010, 17:43

Schimmelpilz nach Wasserschaden

Hallo,
durch einen unbemerkten Defekt an einem Heisswassergerät unter der Spüle trat Wasser aus, worauf hin das Gerät sofort durch ein neues ersetzt wurde. Gleichzeitig wurde die Versicherung vorbeugend informiert. Nachdem hinter der Küchenzeile weder an Wand noch Boden Nässe festzustellen war, war das Thema abgehakt. Das war vor 4 Wochen. Vor 2 Wochen fiel uns im Nebenzimmer ein modriger Geruch auf, und nach Entfernung d. Fußleiste (hinter einem Schrank) sahen wir die Bescherung: Schimmelbefall an der Wand bis ca. 30 cm Höhe! Wir benachrichtigten sofort die Versicherung, und heute wurde durch einen Gutachter eine Feuchtigkeitsmessung vorgenommen. Das Wasser lief offenbar länger aus, rund 50 qm Fußboden sind durchnässt, die damit verbundenen Wände ebenfalls (älteres Fertighaus, Wandverkleidungen aus Spanplatten, Isolierung Mineralwolle).
Eine Trocknung kommt jedoch erst in Frage, nachdem der durch den Wasserschaden resultierende Pilzbefall auf diesem geradezu idealen Nährboden fachmännisch beseitigt ist.

Nun fand ich in den Versicherungsbedingungen folgendes:
"Der Versicherungsschutz gegen Leitungswasser erstreckt sich ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen NICHT auf Schäden durch Schwamm oder Schimmel".

Heisst dies nun im Klartext, dass dieser immense Beseitigungsaufwand von uns getragen werden muss?
Der Befall ist doch eine klare Folge des Wasserschadens, den wir ja sofort gemeldet hatten.

2

Dienstag, 7. Dezember 2010, 20:44

Der Befall ist doch eine klare Folge des Wasserschadens, den wir ja sofort gemeldet hatten.

Richtig. Und daher ist der Schimmelbefall dann mitversichert, wenn er Folgeschaden eines bedingungsgemäßen Leitungswasserschadens war.
Herzliche Grüße,
Vers.betr.wirt


:!:
Vertragsauszügen liegen die aktuellen Bedingungswerke des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. ( GDV) zu Grunde und sollten anhand der Ihnen vorliegenden Bedingungen überprüft werden, um individuelle Abweichungen zu berücksichtigen. In keinem Fall sollte o.g. Beitrag als eine Form der Rechtsberatung aufgefasst werden.
:!:

3

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 15:18

Nun fand ich in den Versicherungsbedingungen folgendes:
"Der Versicherungsschutz gegen Leitungswasser erstreckt sich ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen NICHT auf Schäden durch Schwamm oder Schimmel".
Und daher ist der Schimmelbefall dann mitversichert, wenn er Folgeschaden eines bedingungsgemäßen Leitungswasserschadens war. WO soll denn das stehen??? Gerade die schwer kalkulierbaren Schwamm- und Schimmel(folge)schäden will der Versicherer damit ausschließen
Sorry, wenn ich Einspruch einlege: Die o.g. Bedingung schließt ganz klar Schäden durch Schwamm oder Schimmel aus (und diese Schäden treten jedenfalls in der Leitungswasserversicherung immer nur als Folge eines Leitungswasserschadens auf, sofern nicht bereits vor dem Leitungswasserschaden ein Schwamm-/Pilzbefall aufgrund erhöhter Feuchtigkeitswerte bestand). Letzteres wird der Versicherer u.U. auch einwenden und der Gegenbeweis dürfte schwierig zu führen sein, da zwischen LW-Schaden und Entdecken des Schimmels gerade mal zwei Wochen lagen. Ich jedenfalls würde dem TE nicht unbedingt Hoffnungen machen... :rolleyes: Aber vielleicht schließt sich der Versicherer ja der Auffassung von dir an...

Gruß, lpi
Meine Beiträge sind lediglich meine persönliche Meinungsäußerung und keine (versicherungs-) rechtliche Beratung.

4

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 16:13

Hallo lpi,

wenn ich Deine Auffassung richtig deute, so wären bspw. Sengschäden als Folgeschaden eines bedingungsgemäßen Brands ebenfalls ausgeschlossen. Sehe ich das richtig? Wie ich bereits unmissverständlich schrieb:

Zitat

Und daher ist der Schimmelbefall dann mitversichert, wenn er Folgeschaden eines bedingungsgemäßen Leitungswasserschadens war.

Durch das Ausschlusskriterium "Schimmel und Schwamm" bewirkt der Versicherer nicht mehr und nicht weniger als einen Ausschluss der Gefahr "Schimmel und Schwamm".
Herzliche Grüße,
Vers.betr.wirt


:!:
Vertragsauszügen liegen die aktuellen Bedingungswerke des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. ( GDV) zu Grunde und sollten anhand der Ihnen vorliegenden Bedingungen überprüft werden, um individuelle Abweichungen zu berücksichtigen. In keinem Fall sollte o.g. Beitrag als eine Form der Rechtsberatung aufgefasst werden.
:!:

5

Donnerstag, 9. Dezember 2010, 00:53

Durch das Ausschlusskriterium "Schimmel und Schwamm" bewirkt der Versicherer nicht mehr und nicht weniger als einen Ausschluss der Gefahr "Schimmel und Schwamm".
Es gibt keine Gefahr "Schimmel und Schwamm", sondern nur "Leitungswasser". Und ja: bei der Gefahr Schäden durch Leitungswasser sollen vorliegend - so lese ich jedenfalls den Auszug aus den Bedingungen - Schimmel- und Schwammschäden vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden - und zwar unabhängig ob als Haupt- oder Folgeschaden. Du kannst ja gern eine andere Auffassung vertreten.

Gruß, lpi
Meine Beiträge sind lediglich meine persönliche Meinungsäußerung und keine (versicherungs-) rechtliche Beratung.

6

Donnerstag, 9. Dezember 2010, 02:15

Ok, wenn Du ernsthaft der Überzeugung bist, dass - über Ausschlüsse wie diesen - Folgeschäden eines bedingungsgemäßen Schadenereignisses ausgeschlossen würden, hätte ich an dieser Stelle gerne gewusst, über welche Qualifikation Du verfügst. Denn dann frage ich mich ebenso, wo die zig Millionen EUR Schadenzahlungen bis zu den VGB 2008 geblieben sind, die von den Gebäude-Versicherern angeblich für die Schimmelbeseitigung nach Leitungswasserschäden aufgewandt wurden.
Herzliche Grüße,
Vers.betr.wirt


:!:
Vertragsauszügen liegen die aktuellen Bedingungswerke des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. ( GDV) zu Grunde und sollten anhand der Ihnen vorliegenden Bedingungen überprüft werden, um individuelle Abweichungen zu berücksichtigen. In keinem Fall sollte o.g. Beitrag als eine Form der Rechtsberatung aufgefasst werden.
:!:

7

Freitag, 10. Dezember 2010, 14:16

...na ja, EDE schrieb ja, dass in seinen Bedingungen Schimmel etc. "ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen" ausgeschlossen sind, d.h. völlig egal wie und warum. Dann wäre der als Folgeschaden auch nicht versichert. (wie bei Kriegsschäden oder Erdbeben in Hausrat nach GDV-Bedingungen)

Demhingehend sind Sengschäden infolge eines Brandschadens, wie Du richtig bemerkt hast, versichert.

Mit den SQ in Leitungswasser hast Du natürlich Recht. 8)

8

Freitag, 10. Dezember 2010, 15:49

...dann frage ich mich ebenso, wo die zig Millionen EUR Schadenzahlungen bis zu den VGB 2008 geblieben sind, die von den Gebäude-Versicherern angeblich für die Schimmelbeseitigung nach Leitungswasserschäden aufgewandt wurden.
Du schreibst es selbst: "Schimmelbeseitigung nach Leitungswasserschäden": in den meisten Bedingungen sind nur Schwammschäden ausgeschlossen. Schimmel als Folge eines versicherten LW-Schadens wird dann logischerweise reguliert! Ich will mit dir auch keinen Fachdisput anfangen; dafür würde sich der geschlossene Bereich eher eignen. Nur soviel: in dem von TE genannten Satz steht - anders ausgedrückt - Folgendes:
"Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind Schäden durch Schwamm oder Schimmel" Diese Formulierung ist m.E. eindeutig. Dort steht auch nicht "... außer, wenn Sie Folgeschäden eines versicherten LW-Schadens sind..."

Ich möchte (und werde) zu diesem Thema jetzt nichts mehr schreiben. Vielleicht können wir so verbleiben, dass wir nun mal verschiedene Auffassungen haben???? :thumbsup:

Ich würde mir wünschen, dass sich der TE noch einmal meldet und uns die Antwort des Versicherers mitteilt; DAS wäre mal was Positives.

Bis dahin viele Grüße, lpi
Meine Beiträge sind lediglich meine persönliche Meinungsäußerung und keine (versicherungs-) rechtliche Beratung.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »lpi« (10. Dezember 2010, 16:15)


Schlappi

Fortgeschrittener

Beiträge: 243

Wohnort: Großraum Kaiserslautern / Rheinland-Pfalz

Beruf: Versicherungsfachmann

  • Nachricht senden

9

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 13:32

Hallo Leute,

die Diskussion verstehe ich nicht. Maßgebend sind doch die Versicherungsbedingungen.

Gruß Schlappi

10

Donnerstag, 30. Dezember 2010, 12:06

der Schimmelbefall ist leider kein Folgeschaden des Leitungswasserschadens, sondern der Schimmelbefall war bereits vor dem Leitungswasserschaden vorhanden
das austretende Leitungswasser hat den Schimmel nur aufblühen lassen und dadurch ist er sichtbar geworden

Schimmelbefall ist nicht versichert, egal, ob nun durch Wasser zum Ausbruch gebracht oder nicht
just my 2 cents

11

Sonntag, 27. Februar 2011, 01:06

Guten Morgen,

natürlich ist es eigentlich aus gleich zwei Gründen unsinnig, hier noch etwas nachzulegen. Zum einen taucht der Fragesteller hier ohnehin nicht mehr auf und zum anderen gehören Fachdiskussionen ab einem gewissen Punkt in den internen Bereich. Trotzdem (ich bete darum, dass dies auch jemand anderes zumindest nachvollziehen kann), behagt es mir nicht, dass dieser Diskussionsfaden hier bis in alle Ewigkeit mit einem unrichtigen Fazit enden soll.

Entweder habe ich nicht ausgiebig genug nach entsprechenden Gerichtsurteilen gesucht oder aber es gibt schlichtweg keine, da die Versicherer eine einheitliche Interpretation der Versicherungsbedingungen pflegen, die da folgendermaßen aussieht: wie einigen der ehrenwerten Kollegen bekannt sein dürfte, nimmt der GDV sowie auch alle mir bekannten Versicherer seit vielen Jahren den Ausschluss "Schimmel und Schwamm" vor. Wenn hiermit auch ein Schimmelpilzbefall in Folge eines bedingungsgemäßen Schadenereignisses gemeint sein soll, so wundert mich die Aussage der Damen Römstedt und Blumenfeld auf den Seiten der R+V Versicherung AG:

Zitat von »R+V Versicherung AG«


Bei Leitungswasser- oder Hochwasserschäden kommt in der Regel die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung dafür auf, wenn der Schimmelpilz als Folgeschaden entstand und erst später entdeckt wurde.

Also, ich möchte ja nicht darauf bestehen, dass ich in dieser Sache Recht habe, aber auch entschuldige ich mich nicht dafür, wenn es nunmal der Fall ist.
Herzliche Grüße,
Vers.betr.wirt


:!:
Vertragsauszügen liegen die aktuellen Bedingungswerke des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. ( GDV) zu Grunde und sollten anhand der Ihnen vorliegenden Bedingungen überprüft werden, um individuelle Abweichungen zu berücksichtigen. In keinem Fall sollte o.g. Beitrag als eine Form der Rechtsberatung aufgefasst werden.
:!:

12

Dienstag, 5. April 2011, 01:58

Hallo,

nur um der Diskussion hier einen (vielleicht letzten) Punkt zu setzen:

Der Ausschluss "Schimmel und Schwamm" bezieht sich definitiv nicht auf Schäden durch LEITUNGSWASSER, sondern absolut und ausschließlich auf deren z.B. durch Niederschlagswasser oder andere nicht schadenbedingte Ursachen entstandene Erscheinungsformen :!:

Eigentlich soll der Ausschluss nur "klarstellenden Charakter" haben - wohin das führt, sieht man an diesem Threadverlauf... :whistling:


Gruß
A.E.G.

(Schadenregulierer Sach-Schaden)

Thema bewerten


Home Lebensversicherun Rentenversicherung Berufsunfähigkeitsversicherung Private Krankenversicherung Krankenzusatzversicherung Pflegezusatzversicherung Autoversicherung Motorradversicherung

  My-Versicherung Motorradversicherung Autoversicherung Private-Unfallversicherung Private-Haftpflicht Bausparen  Privatrechtsschutz Pflegepflichtversicherung