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Donnerstag, 15. März 2018, 00:21

kurze Vorstellung und gleich eine Frage und ein Warnhinweis

Hallo,

mein Name ist Kurt und ich habe eine für mich sehr wichtige Frage an Euch.

Unser kleiner Fertighaus Bungalow von 1979 ist letztes Jahr abgebrannt.

Im Jahr 2003 habe ich eine neue Gebäudeversicherung abgeschlossen, da ich alle meine Versicherungsverträge bei einer einzigen Versicherung haben wollte.

Unsere Gebäudeversicherung wird die Kosten des Wiederaufbaues übernehmen, aber für neue Baurichtlinien nur 50.000 Euro erstatten.

Der von der Versicherung eingesetzte Sachverständige hat nun festgestellt, dass beim Neubau Kosten für neue Baurichtlinien in Höhe von ca. 90.000 Euro entstehen werden
und wir somit eine Unterdeckung von 40.000 Euro haben.

Er hat hier bei fast allen Bauwerken ca. 30% Kosten für neue Baurichtlinien veranschlagt.

Der weitere "Grund" für die Höhe des Fehlbetrages ist, dass man hier nicht vom Jahr der neuen Gebäudeversicherung ausgeht (2003), sondern vom Jahr der Fertigstellung des Hauses (1979).

Leider hatte man mich im Jahr 2003 darüber nicht informiert und ich ging davon aus, dass dieser Passus ab 2003 gilt.

Der Sachverständige erklärte mir zur Höhe der Kosten für neue Baurichtlinien folgendes:

Es gibt hier zwar keine Tabellen, aber die 30% sind ein Erfahrungswert. Wenn man alles durchrechnen würde, käme man wahrscheinlich sogar auf einen höheren Wert.

Meine Fragen an Euch hierzu:
1. Kann man gegen diesen Passus etwas unternehmen ?
2. Gibt es hier keine Grundsatzurteile oder Gerichtsurteile ?
3. Wie kann / darf man hier eine Kostenpauschale für neue Baurichtlinien ansetzen, obwohl keiner den heutigen Preis für z.B. die alte Dämmung ausrechnet ?

Es wäre toll wenn Ihr mir hier mit Eurem Wissen helfen könntet.

Ansonsten überprüft bitte Eure eigenen Verträge und stellt sicher, dass Ihr nicht auch eine solche Überraschung erleben müsst.

Viele Grüße
Kurt

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kurt123« (15. März 2018, 00:25)


2

Donnerstag, 15. März 2018, 12:24

Hallo Kurt,

besten Dank für Deinen Beitrag. Dies zeigt - mal wieder - wie wichtig es ist, sich im Vorfeld mit seinem Versicherungsschutz auseinanderzusetzen.

In Deinem Tarif scheinen die Mehrosten infolge behördlicher Wiederherstellungsbeschränkungen bis 50.000 € mitversichert zu sein. Dies ist eine "Mehrleistung" des Versicherungsschutzes, welche jeder Versicherer / Tarif unterschiedlich regelt. In Deinem Fall eben die 50.000 €. Natürlich gibt es Tarife die weniger leisten, aber auch zahlreiche, welche hier sogar ganz auf Beschränkungen verzichten.

Da dies Bestandteil Deines Vertrages ist, sehe ich hier keine Möglichkeit weitere Mehrkosten zu beanspruchen.

Man kann es aber auch so sehen, Du hast ein Haus von 1979 versichert. Also erhältst Du bei einem Schaden auch nur die Kosten, welche dem Aufbau eines Hauses von 1979 entsprechen - zzgl. 50.000 € in diesem Fall.

Dies hat auch übrigens wenig damit zu tun, ab der Tarif sonst ein "guter" oder "schlechter" Tarif ist. Sämtliche Tarife enthalten unzählige Leistungsmerkmale und wenn ich von 100 Punkten 99 Punkte echt gut finde, mir aber gerade der eine Punkt passiert, welcher mittelprächtig ist, bringt mir der beste Tarif nichts. Andersrum kann ich einen mittelprächtigen Tarif haben, aber wenn der eine Punkt welcher tatsächlich eintritt gut abgedeckt ist - ist alles in Ordnung.

Die weiteren Fragen sind für Sachverständige bzw. Schadenexperten. Ich kann Dir nur raten, such das Gespräch mit dem Versicherer und vielleicht findet man dann gemeinsam eine Lösung, mit welcher beide Parteien zufrieden sind.


Viel Erfolg bei der Regulierung
Andreas Matin
-Versicherungsfachwirt-
_________________________________________________

Versicherungen, Vorsorge & mehr ...

3

Donnerstag, 15. März 2018, 12:51

kurze Vorstellung und gleich eine Frage und ein Warnhinweis

Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Bzgl. der Obergrenze von 50.000 Euro - wie Du richtig darstellst - sehe ich auch wenig Spielraum bzw. Chancen hier erfolgreich Einspruch zu erheben.

Was ich aber wirklich nicht verstehe ist
a) das man nicht daraufhin gewiesen wird, dass dieser Passus ab Baujahr gilt (1979) und nicht ab Vertragsbeginn (2003) und
b) dass man hier "einfach" eine Prozentzahl für neue Baurichtlinien abzieht, ohne hier eine Kalkulation zu haben.

Wo ist hier die Rechtsgrundlage ?

Viele Grüße
Kurt

4

Donnerstag, 15. März 2018, 16:27

Was ich aber wirklich nicht verstehe ist
a) das man nicht daraufhin gewiesen wird, dass dieser Passus ab Baujahr gilt (1979) und nicht ab Vertragsbeginn (2003)


Wurde denn bei Vertragsabschluss explizit danach gefragt? Nachzulesen ist diese Regelung in den Versicherungsbedingungen. Hier mal ein Beispiel eines x-beliebigen Versicherers: §8 Mehrkosten. 1. Beschreibung der versicherten Leistung a) Der Versicherer ersetzt die tatsächlich entstandenen Mehrkosten infolge von Veränderungen der öffentlich-rechtlichen Vorschriften (Gesetzte und Verordnungen), die zwischen Errichtung bzw. letztmaliger genehmigungspflichtiger Baumaßnahme am betroffenen Gebäudeteil und dem Versicherungsfall in Kraft getreten sind.

Also, da steht dies sehr deutlich - mit dem gegebenen Spielraum - drin. D. h. Bedingungen auspacken und nachlesen - oder sich an den Vermittler des Vertrauens wenden!

Wie die Werte ermittelt werden, kann ich leider nicht sagen. Jedoch scheint es hier so, dass der SV dies sehr pauschal ansetzt. Ob dies in der Praxis (Wiederaufbau) tatsächlich in dieser Höhe anfällt, ist hier ja noch unklar.

Hoffe dass zumindest bei einem Teil der Frage geholfen werden konnte.


Beste Grüße
Andreas Matin
-Versicherungsfachwirt-
_________________________________________________

Versicherungen, Vorsorge & mehr ...

5

Donnerstag, 15. März 2018, 21:24

Hallo Andreas,

vielen Dank für die weitere Information.

Ich werde das jetzt noch einmal nachlesen, da ich mich an diesen Zusatz nicht erinnere, sondern nur an "für neue Baurichtlinien bis zu einer Höchstsumme von Euro 50.000.

Viele Grüße
Kurt

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